Info-Veranstaltung mit VEW und Initiative Mensch und Natur im Edertal

Untersuchung: So laut wird der Windpark zwischen Vöhl und Lichtenfels

Vöhl/Lichtenfels. Die Planungen für den Windpark Mühlenberg zwischen Vöhl und Lichtenfels gehen weiter. Bei einer Info-Veranstaltung in Herzhausen wurden jetzt Erkenntnisse zu Schall und Schattenwurf vorgestellt. Der Antrag zur Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz soll Anfang 2019 eingereicht werden.

Der Ortsbeirat aus Herzhausen hatte zu dem Treffen eingeladen, rund 70 Interessierte waren gekommen. Stefan Kieweg, Prokurist des VEW, das den Windpark bauen möchte, stellte die Ergebnisse neuer Untersuchungen vor.

Berechnet wurden die Schallimmissionen, also die Lärmbelastung durch die sechs geplanten Windenergieanlagen. Demnach herrsche im unmittelbaren Umkreis um die Anlagen eine Lautstärke von 55 Dezibel, was laut VEW einem „normalen Gespräch“ entspreche. Laut Untersuchung wären in einem kleinen Teil Herzhausens noch 40 dB möglich, was „leiser Musik“ entspreche.

Im gesamten Vöhler Ortsteil seien 35 dB zu erwarten. Laut VEW ein Schallpegel zwischen „Flüstern“ und „leiser Musik“. Kirchlotheim und Fürstenberg wären von den Schallimmissionen im 35-dB-Bereich nur am Rande betroffen, ebenso auch Immighausen.

Berechnet wurde von VEW auch der Schattenwurf. Demnach seien 30 Stunden pro Jahr und 30 Minuten am Tag im westlichen Teil Herzhausens „astronomisch maximal möglich“. Das bedeute, dass die Sonne von Auf- bis Untergang ununterbrochen schiene, es keine Bewölkung gebe, der Wind immer aus derselben Richtung wie die Sonne komme und die Windkraftanlage stets in Betrieb sei. In den weiteren Vöhler oder auch den Lichtenfelser Orten solle es keinen Schattenwurf geben.

Die Initiative Mensch und Natur im Edertal (Imne), die durch Stephan Kaula vertreten wurde, informierte ihrerseits. Die Rotoren würden größer als zunächst geplant, so Kaula, und dadurch auch lauter. Die Schall-Leistung werde in den Infraschallbereich verschoben, die „unveränderten Abstände“ seien deshalb „unzumutbar gering“. Die Hinweise auf Schädigungen würden deutlicher. So beklage ein Landwirt, nahe dessen Hof drei Windräder stehen, dass die Tragezeit seiner Rinder sich um drei Monate verlängert habe. Zudem ist der Sprecher der Initiative sicher: Der Schattenwurf werde so dramatisch, dass VEW Abschaltzeiten einplanen müsse.

Seltene Vögel am Mühlenberg

Wilhelm Breßler aus Eder-bringhausen berichtete für den NABU Waldeck-Frankenberg über die Vögel in dem Gebiet. Er sagte, dass neben Schwarzstörchen auch Rotmilane und Wespenbussarde vorkommen würden. Der Rotmilan sei gar nicht so selten, doch der größte Teil der Weltpopulation lebe in Deutschland, damit habe man eine besondere Verantwortung, betonte er. Auch der „sehr seltene“ Wespenbussard lebe in dem Gebiet. „Zwei Brutpaare gab es dort dieses Jahr“, so Breßler.

Ob die Vögel bleiben werden, sobald die Windkraftanlagen stehen, sei derzeit unklar. „Das kann man noch nicht absehen.“ Für Breßler ist aber klar: „Windräder gehören nicht in ein so sensibles Waldgebiet.“

Rund 100 Hektar groß

Der geplante Windpark Mühlenberg zwischen Vöhl und Lichtenfels soll rund 100 Hektar groß werden. Er befindet sich großteils auf dem Grund von Hessen Forst, ein Teil auch im Lichtenfelser Stadtwald.

Sechs Windkraftanlagen sollen in dem Gebiet am Mühlenberg entstehen, Baubeginn ist nach aktuellem Stand Ende des Jahres 2020 geplant. Im ersten Quartal 2019 wird zunächst der Antrag im Rahmen des Immissionsschutzgesetzes eingereicht.

Der Teilregionalplan Energie weist für Nordhessen rund 16 700 Hektar Vorranggebiete aus. Am meisten Flächen gibt es im Kreis Kassel mit 4245 Hektar, in Waldeck-Frankenberg gibt es 4095 Hektar Vorranggebiete. Damit liegt der Landkreis nordhessenweit auf Platz zwei.

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