Bund will nicht für Über- oder Unterführung der Trasse bei Dorfitter zahlen

Verkehrsminister: Fußweg an der Ortsumgehung reicht aus

Fußweg kreuzt Bundesstraße: Nach dem Bau der Ortsumgehung müssen Fußgänger und Radfahrer direkt die Holländische Rampe nördlich von Dorfitter queren. Archivfotos:  Renner

Vöhl-Dorfitter. Im Herbst hatte Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert einen Brief an den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir geschrieben. Darin enthalten war die dringende Bitte, die bislang geplante Fußgängerquerung über die Holländische Rampe an der neuen Ortsumgehung noch einmal zu prüfen. Nun liegt Al-Wazirs Antwort vor – allerdings eine aus Sicht der Gemeinde unbefriedigende.

Zuletzt hatten sich die Vöhler Gemeindevertreter dafür ausgesprochen, eine Über- oder Unterführung des neuen Bundesstraßenabschnitts bauen zu lassen. Ein Gehweg direkt über die neue Trasse nördlich von Dorfitter sahen die Parlamentarier als zu gefährlich an für Fußgänger, Radfahrer, Wanderer und Sportler.

Zu wenige Fußgänger

In einer früheren Planung der Ortsumgehung hatte Hessen Mobil noch eine Wirtschaftswegebrücke vorgesehen, die Fußgänger und Radfahrer, aber auch Landwirte hätten nutzen können, sagt Horst Sinemus, Sprecher der Behörde. Dafür wäre aber ein weiteres Bauwerk nötig gewesen. Sieben Brücken entlang des gut drei Kilometer langen Abschnitts sind ohnehin geplant. Nummer acht wäre dann die Wirtschaftswegebrücke gewesen, die zudem nur 80 Meter entfernt von der nächsten Brücke gelegen hätte. Aus Sicht von Hessen Mobil wären beide Bauwerke dann viel zu dicht nebeneinander.

Tarek Al-Wazir

Nun sollen Fußgänger & Co. direkt die Trasse kreuzen. „Gegenüber der jetzigen Verbindung über den Weg „In der Kuhbach“ sind dabei lediglich Umwege von rund 150 Metern festzustellen. Diese sind, insbesondere für den Freizeitverkehr, durchaus zumutbar“, schreibt der Minister. Die Frage der Verkehrssicherheit habe er noch einmal prüfen lassen. Auf der Rampe werde ein maximales Verkehrsaufkommen von 130 bis 150 Fahrzeugen in der Spitzenstunde prognostiziert. Eine „Fußgängerschutzanlage“ müsste bei weniger als 50 Fußgängern pro Stunde erst errichtet werden, wenn 450 Fahrzeuge stündlich vorausgesagt würden. „Dies bedeutet, dass die Fußgängerquerung der Rampen künftig verkehrssicher möglich sein wird.“ Polizei und auch Verkehrsbehörde hätten das nicht beanstandet.

Sollte es von Seiten der Gemeinde ein Interesse daran geben, weitere Querungsmöglichkeiten einzurichten, könne das gern mit Hessen Mobil abgestimmt, vom Bund aber nicht finanziert werden.

Bürgermeister Matthias Stappert ist nicht überrascht von der Antwort des Ministers, dennoch aber enttäuscht. Man habe im Brief an Wiesbaden gute Argumente vorgebracht und hatte sich Hoffnungen gemacht, sagt er. Mit den Plänen, dass Fußgänger und Radfahrer die neue Fahrbahn kreuzen, ist er nach wie vor nicht zufrieden. „Aus unserer Sicht fehlt etwas. Sonst bleibt es eine Gefahrenstelle.“

Aus der Gemeindekasse eine Über- oder Unterführung zu bauen – die Kosten würden im sechsstelligen Bereich liegen – ist kaum möglich, ebenso die Unterhaltung eines solchen Bauwerks. „Als einnahmenschwächste Gemeinde im Landkreis können wir uns das nicht leisten“, so Stappert. Nun sei die Gemeindevertretung gefordert, das Thema noch einmal zu diskutieren. Im Mai findet die nächste Sitzung des Parlaments statt.

Aus Sicht von Hessen Mobil ist die geplante Querung ausreichend. Als Fußgänger und Radfahrer müsse man jeweils nur den Verkehr in eine Richtung im Blick haben, da sich die Trasse dort aufsplittet.

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