Paukenschlag in der Jahreshauptversammlung

Vöhl: Amert neuer Brandinspektor, Schenk abgewählt

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Neuer Gemeindebrandinspektor: Marco Amert.

Vöhl-Marienhagen – Überraschender Wechsel an der Spitze der Vöhler Feuerwehren: Gemeindebrandinspektor Bernd Schenk muss seinen Hut nehmen. Bei der Wahl in der Jahreshauptversammlung am Freitag in Marienhagen unterlag er seinem bisherigen Stellvertreter Marco Amert.

Es kommt eher selten vor, dass ein amtierender Gemeindebrandinspektor abgewählt und durch seinen Stellvertreter ersetzt wird. Doch offensichtlich hatte Bernd Schenk die Mehrheit seiner Kameradinnen und Kameraden nicht mehr hinter sich. Schenk hatte das Amt 2014 als Nachfolger von Berthold Schreiber angetreten, der die Funktion 19 Jahre lang ausgeübt hatte.

Als die Versammlung die übliche offene Abstimmung ablehnte, ahnte schon mancher nichts Gutes. Bürgermeister Matthias Stappert übernahm die Wahlleitung, und es dauerte etwas länger, bis alle Stimmzettel ausgezählt waren. Nach dem Wahlgang war klar: Der neue Gemeindebrandinspektor heißt Marco Amert.

Der bisherige Vize erhielt 146 Stimmen. Der amtierende Gemeindebrandinspektor Bernd Schenk bekam lediglich 26. Die Verabschiedung erfolgte fair mit viel Applaus und Dank für die Arbeit des ehemaligen Feuerwehrchefs. Neuer 1. Stellvertreter wurde Björn Knoche, 2. Stellvertreter Heiko Schäl.

Zuvor hatte Schenk seinen Jahresbericht abgegeben. Aktuell sind 270 freiwillige Feuerleute in 14 Ortsteilen unterwegs. Die in der letzten Jahreshauptversammlung angemahnte mangelnde Unterstützung seitens der politischen Vertreter habe sich „zur vollsten Unterstützung“ gewandelt, sagte Schenk.

Ein Dauerthema sei die Verbesserung der Ausrüstung, des Fuhrparks und der Gerätehäuser. Die Beschaffung von Einsatzkleidung dauere aber viel zu lang. Die Anzahl der Einsätze sei im Jahr 2018 mit 141 vergleichsweise hoch gewesen, davon 51 Einsätze im Bereich Feuer, 90 im Bereich Hilfeleistungen.

Bei einem Waldbrand in Marienhagen Ende Juli wurden die Vöhler laut Schenk von Feuerwehren aus Korbach, Waldeck, Lichtenfels und Bad Arolsen unterstützt. Insgesamt waren 200 Kräfte im Einsatz. Dank gab es auch an die Landwirte, die bei der Wasserzulieferung mithalfen.

Einen weiteren Dank richtete Schenk an Bürgermeister Matthias Stappert und die Gemeinde für die Unterstützung im vergangenen Jahr. Stappert sicherte anschließend kräftige weitere finanzielle Zuwendungen für 2019 zu, um die Mängel an den Feuerwehrhäusern zu beseitigen. Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick gab einige Ausblicke in technische Veränderungen bei Funk und Sirenentechnik, machte Mut zur Lehrgangsteilnahme und mahnte zur verbesserten Hygiene nach dem Einsatz.

In der Kinderfeuerwehr lernten 38 Mädchen und Jungen spielerisch eine Menge über die Tätigkeiten und Ausrüstung der Feuerwehr und nahmen an Wettkämpfen und Ausflügen teil. Auch die Jugendlichen beteiligten sich regelmäßig an Wettbewerben, Zeltlagern und „Olympiaden“. Eine Werbeaktion in der Grundschule hat allen viel Spaß gemacht. (os)

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