Vöhler Bürgermeister tritt nicht mehr für zweite Amtszeit an

Das sagen die Fraktionschefs zu Stapperts Ankündigung

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Vöhl. Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert wird nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung stehen. Er übte deutliche Kritik an den Gremien, sprach zudem von Verleumdungen und Anfeindungen. Wie bewerten die Fraktionsvorsitzenden diese Aussagen?

SPD

Die Erklärung, dass Stappert nicht wieder antreten werde, „hat die SPD-Fraktion nicht überrascht“, sagt Volker König. Die Anzeichen hätten sich in diese Richtung verdichtet. Überrascht habe aber „die Verbalschelte“. Die SPD habe die Zusammenarbeit stets als „respekt- und vertrauensvoll“ empfunden. Deshalb fühle man sich von den Vorwürfen an die Gremien nicht angesprochen, so König. Kontroverse Diskussionen müsse man „in leitender Funktion auch aushalten“. Verleumdungen, Anfeindungen, Lügen und Beschimpfungen habe es von der SPD-Fraktion nicht gegeben. Die „dünnhäutige Begründung“ werde sicher zu Diskussionen führen. „Es bleibt abzuwarten“, wie sich die Zusammenarbeit bis November 2019 entwickeln wird.

Freie Wähler

„Wir bedauern die Entscheidung“, sagt Jochen Dohl. Man verliere einen „hoch qualifizierten Verwaltungsfachmann“. Schade sei, dass Stappert die Erklärung bei der Weihnachtssitzung abgegeben habe. Dafür hätte er sich einen anderen Rahmen gewünscht, so Dohl. Dennoch habe er keinen Zweifel daran, dass der Bürgermeister im kommenden Jahr seine Arbeit im Wohle der Gemeinde ausüben wird, die Zusammenarbeit mit den Freien Wählern werde auch in dieser Zeit „weiterhin laufen“.

CDU

„Wir bedauern die Entscheidung sehr“, sagt Gertmann Sude. Hätte Stappert noch einmal kandidiert, hätte die CDU ihn unterstützt. „Aber wir respektieren seine souveräne Entscheidung. Die Begründung ist überwiegend zutreffend.“ Stets hätte sich Stappert für Entscheidungen eingesetzt, die der Zukunft der Gemeinde dienen, immer mal wieder habe es aber „Störfeuer“ gegeben. Sude ist sicher: Bis zum Ende der Amtszeit wird es „weiterhin eine vertrauensvolle Zusammenarbeit“ geben.

BI Grüne Liste

„Die Entscheidung hat mich überrascht“, sagt Susanne Kubat. Anfeindungen und Verleumdungen seien keine Mittel des politischen Dialoges, „insofern habe ich Verständnis für die persönlichen Beweggründe, wobei ich selbst von solchen Machenschaften keine Kenntnis habe“. Stappert sei ein „versierter Verwaltungsfachmann“, den Haushalt habe er gut in Schuss gebracht. „Inwieweit die Gemeindekasse nun aber finanziell durch diese Entscheidung belastet wird, werden wir sehen.“ Wie gewohnt werde man weiterhin eine „vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihm pflegen“.

FDP

„Ich bin wirklich enttäuscht“, sagt Heinrich Heidel. „Wir hatten gehofft, dass er noch einmal kandidiert.“ In den Gremien sei man zwar nicht immer einer Meinung, dennoch habe es immer „ein gutes Miteinander“ gegeben. Das kommende Jahr, so vermutet Heidel, werde nicht ganz einfach. Aber es gebe wieder etwas Gestaltungsspielraum, den müsse man zum Wohl der Gemeinde nutzen. „Man muss einfach miteinader reden.“

Die Linke

„Ich bin sehr überrascht“, sagt Berthold Halberstadt. Er habe Stappert stets als „sehr integer und engagiert“ wahrgenommen, so Halberstadt. Er hoffe, dass sich die Ankündigung nicht auf die Zusammenarbeit im kommenden Jahr auswirken werde. Man solle sich „zurücknehmen zum Wohl der Gemeinde“.

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