Antrag für Anlagen zwischen Basdorf und Hof Lauterbach zurückgezogen

Sechs Windräder waren geplant, nun kommen sie doch nicht

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Windräder werden zwischen Basdorf und Hof Lauterbach künftig nicht stehen. Sechs Anlagen waren geplant, doch der Antrag wurde zurückgezogen. 

Vöhl – Sechs Windräder wollte die Reon AG zwischen Basdorf und Hof Lauterbach bauen. Profitieren sollten davon nicht nur die Gemeinde Vöhl durch Gewerbesteuer, sondern auch lokale Vereine, die Reon finanziell unterstützen wollte. Nun kommt heraus: Die Anlagen werden nicht gebaut, der Antrag wurde von Reon bereits im vergangenen Jahr zurückgezogen.

Das bestätigte jetzt das Regierungspräsidium (RP) Kassel auf Nachfrage der WLZ. Die Gründe, aus denen der Antrag zurückgezogen wurde, sind dem RP nicht bekannt, sagt Sprecher Michael Conrad.

Allerdings: Zuvor gab es offenbar Probleme mit dem sogenannten avifaunistischen Gutachten, das die Vogelvorkommen nahe einer möglichen Windvorrangfläche untersucht. Schon Ende 2016 hatte das RP die Vorlagen zum Vogelschutz als „nicht ausreichend“ bemängelt. Dann stellte sich heraus, dass drei geplante Anlagen in einem Rotmilan-Gebiet stehen würden. Und: Die drei anderen Windräder würden außerhalb der Windvorranggebiete liegen, die im Teilregionalplan Energie festgelegt wurden. Der Regionalplan habe aber ausschließende Wirkung, so Conrad. Das heißt: Auf anderen als den festgelegten Flächen dürfen keine Windräder stehen.

Ob das die Gründe waren, aus denen die Reon AG den Antrag zurückgezogen hat, ist nicht klar. Gründe müssen nicht benannt werden. Tom Becker, Chef des niedersächsischen Unternehmens Reon, wollte sich trotz mehrfacher Nachfrage nicht äußern.

Bei der Bürgerversammlung 2016 in Basdorf sei das Projekt „optimistisch dargestellt“ worden, sagt Bürgermeister Matthias Stappert. Gemeindeflächen wären allerdings nicht betroffen gewesen. Pachtverträge wurden bereits vor Jahren abgeschlossen. Das sagte Tom Becker schon bei der Info-Versammlung 2016 in Basdorf.

Damals stand er den Bürgern Rede und Antwort und berichtete von den Plänen: Sechs Windräder mit einer Nabenhöhe von 164 Metern und einer Nennleistung von 3,3 Megawatt sollten zwischen Hof Lauterbach und Basdorf entstehen. Die Betreibergesellschaft sollte in Vöhl angesiedelt werden. Für die Gemeinde sollten so jährlich 100 000 Euro an Gewerbesteuer zusammenkommen. Auch die Vöhler Vereine sollten profitieren: Reon wollte ihnen jährlich insgesamt 12 000 Euro zukommen lassen.

Einen „spürbaren Widerstand“ gegen die Windräder habe es nicht in der Bevölkerung gegeben, sagt Stappert. Der Rathauschef vermutet, dass die Akzeptanzschwelle bei diesem Vorhaben eine andere war als beispielsweise am Mühlenberg zwischen Vöhl und Lichtenfels, wo der Windpark im Wald und nahe des Nationalparks entstehen soll. Dass der Bau der Windräder nie ein großes Thema gewesen sei, bestätigt auch Torsten Gardlowski, Ortsvorsteher von Basdorf. Ab und an seien Nachfragen gekommen, wie weit das Vorhaben fortgeschritten sei. Dass der Antrag zurückgezogen wurde, sei in Basdorf bislang nicht bekannt gewesen.

Aus rein wirtschaftlicher Sicht sei der Betrieb der Windräder interessant für Vöhl gewesen. Nun sehe es so aus, als könne auch in Zukunft niemand dort Windkraftanlagen bauen, so Stappert.

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