Unglück darf nicht vergessen werden

Vöhler Helferteam nach Flutwasserkatastrophe in Ahrweiler im Einsatz

(hintere Reihe, von links) Christian Hüttenrauch, Ralph Isling, Friedrich Fieseler, Sascha Kuhnhenne, Andreas Brussmann, Jan Bremmer, Yannik Fieseler, Guido Knoche, Joern Kümmel und Andy Eisenmann; (vordere Reihe, von links) Christiane Mausberg Henriques mit Hund Ernesto, Stephan Möbus, Oliver Eisenmann, José Abreu Henriques und Tom Körtgen. Außerdem im Vöhler Hilfsteam: Sophia und Philipp Otto, Robert Specht, Luca Gross und Christian Kaben.
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Im Einsatz: (hintere Reihe, von links) Christian Hüttenrauch, Ralph Isling, Friedrich Fieseler, Sascha Kuhnhenne, Andreas Brussmann, Jan Bremmer, Yannik Fieseler, Guido Knoche, Joern Kümmel und Andy Eisenmann; (vordere Reihe, von links) Christiane Mausberg Henriques mit Hund Ernesto, Stephan Möbus, Oliver Eisenmann, José Abreu Henriques und Tom Körtgen. Außerdem im Vöhler Hilfsteam: Sophia und Philipp Otto, Robert Specht, Luca Gross und Christian Kaben.

Die Sirenen ertönen, die Wassermassen steigen immer weiter an und das in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit. Aus der sonst so idyllischen Ahr wird ein reißendes Gewässer, eine Flutwelle der Zerstörung bahnt sich ihren Weg durch das Tal. Teilweise steht das Wasser bis zu acht Meter hoch. Die Menschen müssen auf ihre Dächer fliehen, es gibt zahlreiche Opfer.

Vöhl/Ahrweiler – Diese schockierenden Bilder aus dem Landkreis im Norden von Rheinland-Pfalz lösten im vergangenen Monat in ganz Deutschland Fassungslosigkeit aus. Nun steht der Wiederaufbau an, mit dabei ist ein ehrenamtliches Helferteam aus der Gemeinde Vöhl.

Ins Leben gerufen wurde die Aktion von Andy Eisenmann. Nachdem er die tragischen Aufnahmen vom 14. Juli in den Nachrichten sah, war für ihn sofort klar, dass er helfen möchte, zumal er in Neuwied am Rhein, etwa 50 Kilometer vom Unglücksort entfernt, geboren wurde.

Als Polizist war er bereits 2002 beim Elbe-Hochwasser im Einsatz, die Ausmaße des Unglücks im Ahrtal beschreibt er allerdings als „nicht vergleichbar“. Über eine Kollegin kam Eisenmann in Kontakt mit Christiane Mausberg Henriques. Sie ist ebenfalls Polizistin und lebt im Landkreis Ahrweiler. In den vergangenen Wochen baute sie im gesamten Tal ein Netzwerk auf und koordiniert auch das Team aus Vöhl.

Das besteht aus 20 Helfern und setzt sich aus Eisenmanns Polizeikollegen, Mitgliedern der FSG Buchenberg/Ederbringhausen und den Fußballern der Altherren Vöhl/Basdorf zusammen. „Innerhalb kürzester Zeit hatte ich zehn positive Rückmeldungen auf meine Anfrage“, berichtet der Vöhler.

Einsätze im Katastrophengebiet folgten prompt. Am 27. Juli fuhren die Vöhler erstmals, am 5. und 6. August zum zweiten Mal nach Ahrweiler. Unterstützt mit Fahrzeugen, Werkzeug und Verpflegung wurden sie von lokalen Unternehmen. Die Freiwillige Feuerwehr Vöhl stellte zudem ein Gruppenzelt für die Übernachtung zur Verfügung. Darüber hinaus wurden auch Spendengelder gesammelt. Eisenmann übergab 1000 Euro aus der Kasse seiner Dienstgruppe des Reviers Süd-West in Baunatal und weitere 2500 Euro, die in der Gemeinde gesammelt wurden.

Vor Ort befreite das Team unter anderem Häuser von Schlamm, schlug Estrich aus dem Boden und stemmte den Putz von den Wänden. „Was diese Gruppe hier leistet, ist unglaublich“, betont Christiane Mausberg Henriques.

Menschen sind auf Hilfe angewiesen

Ein Abschluss der Arbeiten im Ahrtal ist jedoch noch lange nicht in Sicht. Nachdem der Schlamm größtenteils entfernt wurde und die Häuser entkernt sind, werden nun zunehmend Trocknungsgeräte eingesetzt. „Ein Ende liegt in weiter Ferne und die kalten Monate beginnen bald“, macht Eisenmann deutlich, „deshalb ist es wichtig, dass diese Tragödie nicht in Vergessenheit gerät.“

Mithelfer Stephan Möbus ergänzt: „Schaut man sich die Veränderung innerhalb der vergangenen Wochen an, ist schon einiges passiert, blickt man jedoch auf die Region vor dem Unwetter, wurde wenig erreicht.“ Aufgrund der riesigen Masse sei das Chaos weiterhin groß. „Ich habe Angst, dass das Thema keine Beachtung mehr findet. Dabei brauchen die Menschen unbedingt Hilfe“, so Möbus.

Für das Vöhler Team ist der Einsatz noch lange nicht beendet. Die nächste Tour startet am 19. August, dann sogar für drei Tage. Zudem sind weitere Einsätze geplant. „Wir möchten auf unbestimmte Zeit einen Rhythmus beibehalten und alle zehn bis zwölf Tage nach Ahrweiler fahren“, erklärt Eisenmann.

Über weitere helfende Hände würde sich die Gruppe freuen. Aber auch Stromgeneratoren oder Stemmgeräte werden für die Arbeiten benötigt. Darüber hinaus sind weitere Unterstützungen aller Art willkommen. Bei Interesse ist Andy Eisenmann per Mail unter eise78@gmx.de erreichbar. (sk)

Vier Wochen nach der Flutkatastrophe: In Ahrweiler herrscht immer noch Chaos

Eine Flutkatastrophe richtete Schaden an.
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