Geburtstag des Wahrzeichens wird an Pfingstmontag gefeiert

Vöhler Martinskirche wird 175 Jahre alt

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Geschmückter Innenraum: Das Foto wurde vor 1954 gemacht. Aktuell wurde der Innenraum gerade saniert.

Vöhl. Der baldige Einsturz der Kirche wurde befürchtet. 1838 schlug der Kirchenvorstand deshalb Alarm, die Polizei schloss das Gotteshaus schließlich. Ein neues Kirchenschiff entstand, während der Turm erhalten blieb. 1843 wurde die neue Vöhler Kirche auf dem Schulberg eingeweiht. Gefeiert wird das Ereignis, das sich zum 175. Mal jährt, am Pfingstmontag, 21. Mai, mit einem Fest.

Geschmückter Innenraum: Das Foto wurde vor 1954 gemacht. Aktuell wurde der Innenraum gerade saniert.

„An dieser Stelle hat von jeher eine Kirche gestanden“, sagt Pfarrer Jan Friedrich Eisenberg. Vermutlich stand der erste Kirchenbau bereits im zwölften Jahrhundert, der erste Pfarrer wird 1242 erwähnt. Als die baufällige Kirche im 19. Jahrhundert abgerissen wurde, hatte sie innen die Farbe, die sich auch jetzt wieder ziert: Brombeere.

Erst vor einigen Wochen wurde die Innensanierung der Martinskirche abgeschlossen., dabei wurde diese Farbe bewusst für die Wände ausgesucht. 575 000 Euro wurden insgesamt in die Erneuerung investiert. Nicht nur Wände und Decken wurden gestrichen, der gesamte Innenraum hat einen neuen Anstrich bekommen. Außerdem wurden eine neue Licht- und Tonanlage eingebaut, Fenster und Türen erneuert und aufgearbeitet, ebenso die Orgel.

„Ich freue mich, dass wir rechtzeitig zum Geburtstag damit fertig geworden sind“, so Eisenberg. Lediglich der Feinschliff fehle jetzt noch. Im Alterraum sollen noch neue Antependien angebracht und ein größeres Kreuz aufgestellt werden, doch die Finanzierung dafür sei derzeit noch unklar.

Blick auf den Ort: Die Martinskirche ist das Wahrzeichen des Ortes Vöhl. Die Aufnahme ist undatiert.

Bei der Einweihungsfeier der Kirche im 19. Jahrhundert ging es streng zu. Im Staatsarchiv Marburg hat Karl-Heinz Stadtler, engagierter Vöhler Bürger, eine „Ordnung der kirchlichen Feier“ entdeckt. Um 9.30 Uhr ging es damals vom Pfarrhaus zur Kirche, die Schuljugend von den Lehrern geführt vorneweg, erst die Mädchen, dann die Knaben und das in Zweier-Reihen. Über den Kirchenvorstand, die Geistlichen bis hin zum Großherzoglichen Kreisrat und den Gemeindemitgliedern hatte jeder einen festen Platz auf dem Weg in die Kirche und auch im Innern.

Der Große Kreisbaumeister überreichte schließlich den Schlüssel an den Großen Kreisrat, der ihn an den Großen Superintendenten weitergab und dieser wiederum an den Ortsgeistlichen. Erst der Pfarrer schloss dann die Kirche auf.

Bei der Feier zum 175. Geburtstag des Gotteshauses wird es deutlich weniger streng zugehen. Mit einer Festpredigt von Bischof Dr. Martin Hein geht es am Pfingstmontag um 10.30 Uhr los, musikalisch unterstützt wird er von den Posaunenchören aus Vöhl und Marienhagen sowie dem Posaunennachwuchs. Auch der Kirchenchor Vöhl ist dabei. Am Mittag zeigen zehn Kinder ein Musical, das sie wochenlang unter der Leitung von Irene Tripp eigens für den Kirchengeburtstag einstudiert haben. Dabei geht es um Völkerverständigung. Das Abschlusskonzert mit Nils-Ole Krafft an der frisch restaurierten Orgel beginnt um 16 Uhr.

Bis dahin gibt es rund um die Kirche Aktionen wie Bungee-Run, Ponyreiten, Livemusik, Vorträge, außerdem hat das Büchercafé geöffnet und es gibt Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen. Sollte es regnen, wird in einem Zelt gefeiert.

Über einen Arbeitskreis haben viele Vöhler Vereine, Institutionen und Einzelpersonen am Programm für das Fest an Pfingsten mitgearbeitet, berichtet Eisenberg. Genau so hatte es sich der Pfarrer gewünscht zum Geburtstag des Vöhler Wahrzeichens: dass die Gemeinde gemeinsam das Fest organisiert.

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