Reinhard Metka kümmert sich um Patenkind in Südamerika

Vöhler unterstützt 16-Jährige in Peru und besuchte sie jetzt erstmals

+
Erinnerungsfoto mit Patenkind: Reinhard Metka mit Patenkind Kelly (Mitte) und ihrer jüngeren Schwester. Einen Tag verbrachte er mit Kelly und ihrer Familie. 

Vöhl. Sie haben sich jahrelang nicht persönlich gekannt, leben in unterschiedlichen Welten auf verschiedenen Kontinenten und dennoch haben Kelly aus Peru und Reinhard Metka eine besondere Verbindung: Der Vöhler ist der Pate der 16-jährigen Südamerikanerin. Jetzt hat der pensionierte Lehrer Kelly erstmals in ihrer Heimat besucht.

Zwölf Jahre alt war Kelly, als Reinhard Metka entschied, sie zu unterstützen. In einem Haus aus Lehmziegeln und mit einem Loch im Boden als Toilette lebte Kelly damals wie heute, zusammen mit einer jüngeren Schwester und einem älteren Bruder. Der Vater, ein Farmer, der nebenbei noch Rikscha fährt, ist mittlerweile Witwer. Kellys Mutter ist im vergangenen Jahr gestorben, sagt Metka.

Er ist stets gut informiert, wie es seinem Patenkind am anderen Ende der Welt geht. Nicht nur Plan International – die die Patenschaft arrangiert haben – schickt regelmäßig Berichte, auch Post von Kelly selbst landet regelmäßig in seinem Briefkasten. Weil das Mädchen bisher nicht lesen und schreiben kann, übernimmt das ihre kleine Schwester. Leicht krakelig und noch etwas unbeholfen wirkt die Schrift. Auch Zeichnungen fügt sie gerne hinzu.

Reinhard Metka mit Patenkind Kelly und ihrer Schwester unterwegs in einer motorisierten Rikscha

Der 65-jährige Vöhler schreibt zwei Mal im Jahr zurück: an Kellys Geburtstag im August und zu Weihnachten. Doch der Austausch per Post reichte ihm nicht mehr. Metka wollte sein Patenkind kennenlernen und sehen, was mit den 33 Euro im Monat passiert, die er zahlt. Genau genommen geht das Geld jedoch nicht an Kelly und ihre Familie, erklärt Metka. Weil untereinander kein Neid entstehen soll und die Korruption im Land groß ist, werden allgemeine Projekte von Plan im Land unterstützt, von denen die Patenkinder und deren Familien profitieren.

Ende August stieg Reinhard Metka ins Flugzeug. Sein erster Stop: die Hauptstadt Lima. „Dort habe ich eine Woche lang in einer Sprachschule mein Spanisch aufgefrischt.“ Dann ging es weiter in den Norden des Landes, in die Region rund um Piura. Dort, nahe der Grenze zu Ecuador, lebt Kelly und dort hat sich Metka auch einige Projekte angesehen, die Plan International unterstützt.

Vor allem die Schulen interessierten Metka, der bis zu seiner Pensionierung stellvertretender Leiter der Ederseeschule in Herzhausen war. Die Spenden fließen dort in Material und Personal, erzählt er, aber auch in Schulgärten, wo unter anderem Schweine gezüchtet werden. Die Schulgebäude seien gewöhnungsbedürftig, wie er sagt. Die Ausstattung sei aber nicht schlecht. „Es gibt Internet und vernünftiges Mobiliar.“

Mit Patenkind Kelly, mittlerweile 16 Jahre alt, verbrachte der Vöhler schließlich einen ganzen Tag. Und er kam nicht mit leeren Händen: Er brachte Fußbälle und Leibchen mit, ein Fotobuch mit Bildern von ihm und seiner Familie – und jede Menge haltbare Lebensmittel wie Reis und Mehl für die ganze Familie.

„Am Anfang gab es eine gewisse Distanz“, sagt er. Das habe ihn nicht überrascht, schließlich sei er im Grunde genommen ein Fremder. Im Laufe des Tages habe sich das aber geändert. Er war mit Kelly und ihrer Familie essen in einem Restaurant der gut 7000 Einwohner zählenden Stadt und hat mit ihr über ihre Vorstellungen für die Zukunft gesprochen. „Sie kocht sehr gern. Möglicherweise kann sie eine Ausbildung in der Küche eines Ausbildungszentrums anfangen.“ Ob es geklappt hat, wird er erfahren, wenn ihr nächster Brief kommt.

Auch die Stadt hat der Besucher mit Kelly erkundet. Zu Fuß – und mit einer motorisierten Rikscha. „Die Landschaft ist beeindruckend.“ Allerdings: Die Stadt, in der Kelly lebt, liege mehr oder weniger in der Wüste, alles sei sehr trocken. Und weil Peru hoch gelegen ist, sei auch das Atmen sehr schwergefallen. Bis auf 5200 Meter ging es hinauf.

„Die Menschen dort sind sehr aufgeschlossen und großzügig.“ Komme Besuch, werde mitunter der Einkauf einer ganzen Woche gekocht und aufgetischt. Als Reinhard Metka wieder abgereist ist, hat die Familie ihn gleich wieder eingeladen zu einem weiteren Besuch. Und für den Vöhler steht fest: „Ich fahre wieder hin.“

Das Foto zeigt die Begrüßung Metkas in Peru.

Vom Land hat er jetzt schon einige Highlights gesehen: die weltbekannte Inka-Stadt Machu Piccu beispielsweise und die schwimmenden Inseln am Titicaca-See. Der 65-Jährige ist Fan von Südamerika. Chile und Argentinien hatte er vorher schon einmal besucht. Als er sich vor vier Jahren dazu entschied, eine Patenschaft zu übernehmen, stand deshalb schnell fest, in welche Region der Welt die Unterstützung gehen sollte: Südamerika.

Damals war Metka auf eine Werbung von Plan International gestoßen. Kurzerhand rief er in der Deutschland-Zentrale des Kinderhilfswerks an und informierte sich, wie die Gelder verwendet werden. „Das hat mich sofort überzeugt.“

Bis zum 18. Lebensjahr bleibt Kelly noch sein Patenkind. Ob er dann Pate für ihre jüngere Schwester wird? Das ist noch unklar, sagt Reinhard Metka. Wer auch immer es sein wird: Er spendet auch weiterhin.

Das ist Plan International

Plan International ist eine unabhängige Hilfsorganisation, die sich seit 80 Jahren für Kinder engagiert. Das Kinderhilfswerk ist in 52 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas aktiv.

Die nachhaltige Gemeindeentwicklung und Verbesserung der Lebensumstände in den Ländern ist laut Plan oberstes Ziel. Durch Spenden, Patenschaften und Fördergelder werden Selbsthilfeprojekte finanziert. So sollen nicht nur einzelne Personen, sondern das komplette Lebensumfeld der Kinder gestärkt werden. Plan International Deutschland betreut rund 330 000 Kinderpatenschaften. Mehr Infos: www.plan.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare