Aufwand wäre zu groß – Zudem bauliche Einschränkungen

Wegen Corona: Vöhls Freibäder bleiben diesen Sommer zu

Vertreter von Gemeinde, EWF und Ehrenamtliche stehen gemeinsam im Henkelbad in Vöhl.
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Im geschlossenen Henkelbad: (von links) Monika Heidel, Freunde des Henkelbads, Renate Zenke, Leiterin des Bäderbereichs bei EWF, Bürgermeister Karsten Kalhöfer und Susanne Emde, Vorsitzende des Fördervereins des Freibads Marienhagen.

„Wir haben lange gezögert und bis zuletzt gehofft, dass wir öffnen können“, sagt Vöhls Bürgermeister Karsten Kalhöfer. Doch nach mehrfachen Rücksprachen mit EWF, dem Freibad-Förderverein Marienhagen und im Gemeindevorstand sei nun klar: Die Bäder in den beiden Ortsteilen bleiben in diesem Sommer geschlossen.

Für Touristen, aber auch für die Einheimischen wäre es schön gewesen, das Henkelbad in Vöhl und das Freibad Marienhagen zu öffnen, doch vor allem wegen baulicher Gegebenheiten sei das nicht möglich.

Einbauten im Vöhler Bad wie Rutschen, Babybecken und Wasserpilze könnten nicht genutzt werden, erklärt Renate Zenke, Leiterin des Bäderbereichs bei Energie Waldeck-Frankenberg. Gleiches gelte für Gegenstrom und Sprudelbecken. Denn bei all diesen Einbauten und Elementen sei es nicht möglich, die nötigen Mindestabstände einzuhalten.

Auch die baulichen Voraussetzungen in Vöhl seien nicht gut. Ausschließliche Ein- und Ausgänge beispielsweise für Duschen und Umkleiden seien nicht umsetzbar. Der Grund: Es gibt schlicht nur einen Zugang. Zudem seien die Toiletten am Ende des Trakts, wer dort hin müsse, müsse an allen Spinden vorbei. Folglich sei nur ein einzelner Gast im Innern erlaubt.

Personell großer Aufwand

In beiden Freibädern wäre im Fall der Öffnung auch nur eine gewisse Anzahl an Personen im Wasser erlaubt, im Henkelbad zum Beispiel 50. Dem 51. Kind müsse man dann den Einlass verwehren – schwierig, finden die Verantwortlichen. Am Ende gebe es dann mehr Kummer als alles andere, fürchtet Monika Heidel von den Freunden des Henkelbads.

Im Marienhagener Freibad gibt es nur einen Eingang ins Bad, sagt Susanne Emde, Vorsitzende des Fördervereins. Getrennte Ein- und Ausgänge seien also nicht möglich, erklärt sie. Außerdem müsste zum Beispiel die Sammelumkleide geschlossen werden, übrig bleiben würden damit zwei Einzelumkleiden.

Auch personell wäre der Betrieb kaum zu stemmen – weder für EWF, noch für den Verein. So sei zum Beispiel für die Liegewiese in Marienhagen eine zweite Aufsicht nötig, sagt Emde. Und in Vöhl müsste am Ausgang jemand die Uhrzeit aufschreiben, zu der die Gäste das Bad verlassen. Ein Knackpunkt, vor allem in Marienhagen: Viele der Ehrenamtlichen gehören zur Risikogruppe.

Mehrere Rücksprachen habe es mit dem Gesundheitsamt gegeben, auch mit EWF und dem Verein aus Marienhagen, sagt Bürgermeister Karsten Kalhöfer. Und wenn man alle Faktoren abwiege, müsse man zu dem Ergebnis kommen, dass die Bäder diesen Sommer geschlossen bleiben müssten. Die Sicherheit von Mitarbeitern, Ehrenamtlichen und Gästen stehe an oberster Stelle.

Das bedeute aber nicht, so sagt er, dass alle Beteiligten derzeit untätig seien. In Vöhl und Marienhagen versuche man aktuell schon, Dinge für die nächste Saison vorzubereiten und so die Zeit sinnvoll zu nutzen.

Von Julia Janzen

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