Konzerte, Ausstellungen, Literatur, Kino - Ticketpreise steigen

Von Abendrot bis Morgentod: Das Programm der Vöhler Synagoge 2019

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Machen Chansons im Swing-Stil: Die Musiker von „Moi Et Les Autres“ spielen im September in Vöhl.

Vöhl. Viel Bewährtes, manches Ausgefallene und ausnahmsweise etwas Klassik: Das musikalische Programm des Förderkreises der Vöhler Synagoge für das kommende Jahr ist bunt und abwechslungsreich. Die Veranstaltungen in der Übersicht.

Los geht es mit Zwockhaus am Sonntag, 27. Januar. Ab 18.30 Uhr gibt es dann in der alten Synagoge Kabarett aus Theresienstadt, Maria Thomaschke singt Kabarettlieder. Bereits ab 16 Uhr an diesem Tag gibt es eine Gedenkveranstaltung des Landkreises am Mahnmal „Auf der Schwelle zwischen Leben und Tod“.

Der Vöhler Bariton Christian Backhaus mit Masako Ono 

Außergewöhnliche Musik mit Pferdekopfgeige, Kehlkopfgesängen und Trommeln machen Sedaa, ein persisch-mongolisches Quartett am Samstag, 2. Februar, ab 19 Uhr. Eine akustische Reise entlang der Seidenstraße, so die Veranstalter. Auf der offenen Bühne spielt am Sonntag, 10. Februar, ab 15 Uhr die Flötengruppe „Quadrofolio“. Der Eintritt dazu ist frei. Interessierte Musiker, die sich ebenfalls auf der offenen Bühne vorstellen wollen, können sich melden unter info@synagoge-voehl.de.

Um die „Geschichte der jüdischen Krankenpflege in Deutschland“ geht es am Dienstag, 19. Februar, mit Ruth Piro-Klein. Der Bildvortrag beginnt um 19 Uhr. Der Vöhler Bariton Christian Backhaus steht am Samstag, 9. März, ab 19 Uhr auf der kleinen Bühne der Synagoge. Das Klassikkonzert steht unter dem Titel „Von Abendrot bis Morgentod“, am Klavier wird er begleitet von Masako Ono.

Von seinem Besuch im KZ Auschwitz berichtet Förderkreis-Vorsitzender Karl-Heinz Stadtler am Sonntag, 10. März, ab 15 Uhr. Geschichten aus dem Alten Testament in Form von Holzschnitten sind in der Ausstellung „Torah und Schofar“ ab 5. Mai zu sehen. Heinrich Groß aus der Nähe von Marburg stellt aus, Prof. Dr. Siegfried Becker führt in die Arbeiten ein.

Zum 20-jährigen Vereinsbestehen spielt am Samstag, 18. Mai, die Gruppe „Aufwind“ in der Synagoge, Beginn ist 19 Uhr. Klezmer mit einer Prise Balkan, etwas Traurigkeit und viel Humor gibt es zu hören. Erstmals gibt es auch in den Sommerferien ein kulturelles Programm.

Neben dem Projekt „Landkulturboten“ gibt es unter dem Titel „Summer Samba in der Synagoge“ ein Konzert mit Kata y Co am Samstag, 13. Juli, ab 19 Uhr. Sommerlich leicht und locker wird die Musik sein, sagt Karin Keller, Mitglied im Vorstand des Förderkreises. Tickets für den Auftritt gibt es für je 20 Euro, abweichend von den üblichen Eintrittspreisen für Konzerte.

Die Gruppe Quadro Nuevo

Französische Chansons im Swing-Stil mit poetischen Texten macht die Gruppe „Moi Et Les Autres“ am Samstag, 7. September, am Tag des offenen Denkmals, ab 19 Uhr. Die Texte sind französisch, werden aber deutsch anmoderiert. Eine Andacht zur Pogromnacht ist am Samstag, 9. November, ab 19.30 Uhr in der Martinskirche. Die anschließende Gedenkfeier findet in der Synagoge statt.

„Flying Carpet“ heißt das Programm von Quadro Nuevo, mit dem die Gruppe am Sonntag, 10. November, ab 18 Uhr in der Synagoge auftritt. Karten gibt es für 26, 28 und 30 Euro. Das Abschlusskonzert des Jahres 2019 bestreiten wieder Paul Hoorn und Freunde, Beginn ist um 19 Uhr am Samstag, 7. Dezember.

Offene Synagoge

Für Besichtigungen ist die Synagoge regelmäßig an Sonntagen von 15 bis 16 Uhr geöffnet: 13. Januar, 14. April, 9. Juni, 7. Juli, 21. Juli, 4. August, 11. August, 18. August und 25. August sowie am 8. Dezember.

Erhöht werden ab 2019 die Ticketpreise für Konzerte um zwei Euro, kündigt Vorsitzender Karl-Heinz Stadtler an. Für 14, 16 und 18 Euro gibt es ab sofort Eintrittskarten. Bei einigen Konzerten – bei teureren Künstlern – weichen die Preise ab. Auch die Anfangszeiten der Konzerte ändern sich, künftig geht es regulär um 19 Uhr los.

Mit dem Jahr 2018 sind die Mitglieder des Förderkreises zufrieden. Insgesamt seien gut 2500 Menschen in der Synagoge gewesen, berichtet Stadtler. Vor allem auch die Führungen seien stark nachgefragt gewesen. Nicht alle Konzerte seien ausverkauft gewesen, sagt der Vorsitzende. Man spüre die Konkurrenz durch zahlreiche andere Veranstalter in der Region. Dennoch fällt seine Bilanz insgesamt positiv aus: „Das Jahr war anstrengend, aber wir sind sehr zufrieden.“

Neue Veranstaltungsreihe

Neu ist die Reihe „Facetten des Rassismus“. Beginn ist am 1. September mit der Ausstellung „Ihr Tod reißt nicht die geringste Lücke“, die in Kooperation mit dem Lebenshilfewerk und dem Bonhage-Museum gezeigt wird und sich mit Behinderten- und Krankenmorden beschäftigt. Dr. Georg Lilienthal führt ins Thema ein.

Im September wird auch der Autor Robert Domes aus „Nebel im August“ lesen, der gleichnamige Film läuft ebenfalls. Ab 6. Oktober lautet das Thema dann „Völkermord im NS“. Zu sehen ist eine Ausstellung, geplant sind außerdem ein Vortrag und ein Theaterstück. Ab 1. November geht es um Fremdenangst und -hass, eine Ausstellung von Pro Asyl wird in der Henkelhalle zu sehen sein. Veranstaltungen mit Musik und gemeinsamem Essen sind vorgesehen.

Literatur-Café, Kino, Spaziergänge

Das Literatur-Café wird 2019 fortgesetzt an den Sonntagen 24. März und 13. Oktober, je 15 Uhr. Auf dem Programm soll nicht nur „schwere Kost“ stehen, sondern auch Unterhaltsames. Gleiches gilt für das Dienstagskino, das kommendes Jahr erstmals angeboten wird.

Die Synagoge in Vöhl

Angelehnt ans Programm in der Synagoge, aber auch relativ aktuelle Filme gibt es immer dienstags am 15. Januar, 12. Februar, 12. März, 16. April, 14. Mai, 11. Juni, 16. Juli, 13. August, 10. September, 15. Oktober, 12. November und 10. Dezember zu sehen. Beginn ist jeweils 19 Uhr, Spenden sind gern gesehen. Für Snacks und Getränke wird gesorgt.

Auch Spaziergänge „Auf den Spuren Vöhler Juden“ werden wieder geboten: Am Sonntag, 12. Mai, 15 Uhr, und Sonntag, 28. Juli, 15 Uhr.

Förderkreis wird 20 Jahre alt

Seinen 20. Geburtstag feiert der Förderkreis der Synagoge im Jahr 2019. Von Freitag, 17., bis Sonntag, 19. Mai, gibt es zum runden Geburtstag Musik, einen jüdischen Gottesdienst und eine Ausstellung. Eingeladen werden zum Festwochenende auch Nachfahren ehemaliger Vöhler Juden, berichtet Karl-Heinz Stadtler.

Das Geburtstagskonzert gestaltet „Aufwind“ am Samstag, 18. Mai. Die Gruppe ist seit Gründung des Vereins immer wieder zu Gast in der Synagoge.

Weitere Infos

zur Synagoge und den Veranstaltungen gibt es

hier

. Tickets gibt es bei Anna Evers unter Tel. 05635 / 1022 und über info@synagoge-voehl.de.

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