Entwurf im Parlament vorgestellt

Gemeinde Vöhl: Forstwirtschaftsplan mit einem Minus von knapp 42 000 Euro

Bäume beseitigen: Am Rammelsberg in Dorfitter musste die Kommunalwald GmbH zur Verkehrssicherung trockene Bäume fällen.
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Bäume beseitigen: Am Rammelsberg in Dorfitter musste die Kommunalwald GmbH zur Verkehrssicherung trockene Bäume fällen.

Der Wald bringt kein Geld mehr ein, und das wird für die kommenden Jahrzehnte gelten. Das machte Hendrik Block von der Kommunalwald GmbH am Montag in der Vöhler Gemeindevertretersitzung klar.

Vöhl - Wenn Holz als Einnahmequelle für die Gemeinde wegfalle, müssten nunmehr die anderen wesentlichen Funktionen des Waldes in den Blickpunkt rücken: die Bindung von CO2 und der Wald als Erholungsort.

Der Revierförster Fabian Treyse stellte den Entwurf des Forstwirtschaftsplans 2022 vor. Erträgen von 130 725 Euro stehen Aufwendungen von 172 531 Euro gegenüber. Unterm Strich steht ein Minus von knapp 42 000 Euro.

Der Bericht über den Wirtschaftswald war ernüchternd. Wie andernorts auch bestehe die Arbeit im Gemeindewald zurzeit hauptsächlich aus Aufräumen: Abgestorbene Fichten müssen abtransportiert werden. Übrig bleiben viele kahle Flächen, die neu bepflanzt werden müssen, was wiederum Geld kostet. „Wir sind im Katastrophenmodus.“ Trockene Kiefern, Fichten und andere Bäume stellten eine Gefahr an Straßen und Wegen dar. Diese Bäume zu beseitigen nehme viel Zeit in Anspruch.

Künftig auch Nadelholz anpflanzen

Im kommenden Jahr seien noch Reste der Fichten zu verkaufen, doch danach werde kaum noch Holz zum Vermarkten übrig sein, kündigte Treyse an. Die Kommunalwald Waldeck-Frankenberg hat als Holzvermarktungsorganisation trotzdem Interesse daran, dass sich der Wald langfristig rechnet. Daher wolle man im Gemeindewald auch künftig den Anteil an Nadelholz erhalten, sagte Fabian Treyse. „Damit ist am meisten zu erwirtschaften, und es ist besser und einfacher zu etablieren.“

Kritische Fragen kamen aus dem Parlament. Gerhard Henkel, Fraktionsvorsitzender der BI Grüne Liste, regte an, mehr klimaangepasste und mehr verschiedene Arten anzupflanzen. Fabian Treyse erklärte dazu, dass man Forstpflanzen wählen und invasive Arten ausschließen müsse, die heimische Arten verdrängen.

Die Förster würden „klimastabile, wirtschaftlich resistente und langfristig etablierte Arten pflanzen“ – abhängig vom jeweiligen Standort und der Verbiss-Situation. Es werde aber nicht mehr großflächig in Reih und Glied aufgeforstet, sondern mehr auf Naturverjüngung gesetzt. Das heißt, einige Bereiche sollen sich zu Beginn selbst überlassen bleiben. Bäume sollen sich selbst säen. Treyse: „Wir werden vieles ausprobieren und das Risiko streuen.“

Kahle Waldflächen

Ganze Baumbestände sind durch die heißen Sommer vertrocknet, und der Mensch greift wieder ein, beseitigt alles und schafft große Kahlflächen. „Warum lassen Sie nichts stehen?“, fragte Gerhard Henkel. Einzelne Bäume, auch wenn sie trocken sind, könnten Schatten spenden und nachwachsenden Bäumen das Wachstum erleichtern, meinte er.

Das primäre Interesse sei es, das Holz an den Markt zu bringen, sagte daraufhin Fabian Treyse. Er erklärte aber auch, dass die Waldflächen begehbar bleiben müssten. Das heißt, wenn abgestorbene Bäume blieben, könnten diese brechen, auf Wege und Felder fallen und Menschen gefährden. „Solange die Bäume stehen, kann kein Waldarbeiter dorthin, und es kann auch nichts gepflanzt werden.“

„Keine dicken Erträge mehr“

„Wie lange wird uns das Minus von 50 000 Euro begleiten?“, fragte Reinhard Metka von der SPD-Fraktion. „Unsere Generation wird keine dicken Erträge mehr aus dem Wald rausholen“, machte Fabian Treyse deutlich.

Der Entwurf des Forstwirtschaftsplans 2022 wird zunächst in den Ausschüssen beraten. (Stefanie Rösner)

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