Antrag für Anlagenbau zwar zurückgezogen, Pläne bestehen aber weiterhin

Windkraft bei Basdorf: „Wir halten an Windrädern fest“

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Die Reon AG will am Plan festhalten, Windräder zwischen Basdorf und Vöhl zu bauen. 

Vöhl – Der Antrag auf Bau der Windräder zwischen Basdorf und Hof Lauterbach wurde zurückgezogen, sagte das Regierungspräsidium Kassel vergangene Woche. Nun meldet sich Tom Becker, Chef der Reon AG, zu Wort und bestätigt das. Allerdings: Er will dennoch an dem Vorhaben festhalten und die Windräder bauen.

2017 habe die Reon AG noch einmal neue Kartierungen zur Avifauna erstellen lassen in der Hoffnung, dass es anschließend schnell gehe mit dem Genehmigungsverfahren, so Becker. „Denn bis auf die Belange des Naturschutzes ist der Windpark nahezu vollständig geprüft worden.“

Weil jedoch, wie berichtet, einige Windkraftanlagen in einem vom Rotmilan besiedelten Gebiet stehen würden, „haben wir ein aufwendiges Abschalt-Konzept erstellt, wodurch aus unserer Sicht das Risiko des Vogelschlags drastisch reduziert werden kann“, sagt Becker. Dieses Konzept sei aber vom RP „bis dato jedoch nicht anerkannt“. Daher sei das Projekt derzeit „auf einer Halteposition, bis wir eine akzeptable Lösung für die Naturschutzproblematik gefunden haben“. Tatsächlich wurde der Antrag von Reon zurückgezogen, aber nur aus Kostengründen, wie Becker sagt. Die Ablehnungsgebühr wäre teuer gewesen, das Zurückziehen sei günstiger.

In einem der Reon-Windkraftparks werde derzeit ein Kamerasystem getestet, welches Vögel detektiere und die Anlagen automatisch abstelle, erklärt Tom Becker. „Wir hoffen, dass ein automatisches Abschalt-System mittelfristig von der Genehmigungsbehörde anerkannt wird oder dass die Fläche erweitert wird, sodass wir die Planungen zügig wieder aufnehmen können.“ Nach aktueller Planung sollen dann aber nicht sechs Windräder, sondern vier entstehen. Diese würden größer werden: Etwas mehr als 200 Meter in der Gesamthöhe und mit einem Rotordurchmesser von 75 Metern. Die Leistung würde bei vier bis fünf Megawatt liegen. Der Zeitplan sei aber völlig offen, sagt Becker. „Andere hätten schon die Flinte ins Korn geworfen, wir halten aber daran fest.“

Werde ein solches Abschalt-Konzept nicht anerkannt, habe das „nichts mit dem Wunsch nach Verhinderung eines Vorhabens zu tun“, sagt RP-Sprecher Michael Conrad. Vielmehr sei in einem konkreten Fall „unter den herrschenden Bedingung keine Entscheidung“ möglich, „die vor Gericht bestand hätte“. Antragsteller hätten aber Anspruch auf eine Entscheidung, die vor Gericht Bestand habe.  

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