Ortsvorsteher Fischer: „Es wird nicht schön aussehen, muss aber sein“

Am Mittwoch beginnt die Fällaktion in Lütersheim

Vier Personen haben dem Fotografen den Rücken zugewandt und blicken auf die Bäume am Hang.
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Die meisten dieser Bäume werden noch in dieser Woche fallen: Am Ortsrand von Lütersheim müssen an einem trockenen Hang viele kranke und tote Birken und Kiefern gefällt werden. Und hinter der Kurve geht das Elend weiter.

„Es wird gar nicht schön aussehen. Am Ende werden sich viele wundern und fragen: Musste denn so viel abgeholzt werden? Und die Antwort ist: Ja.“

Volkmarsen-Lütersheim – Mit diesen drastischen Worten stimmte Ortsvorsteher Hartmut Fischer die Lütersheimer bei einem Ortstermin am Ortseingang in Richtung Neu-Berich auf die bevorstehenden Fällarbeiten ein, die am heutigen Mittwoch beginnen und etwa zehn Tage dauern sollen.

Die Details erläuterten der neue Revierleiter Rainer Götz und sein Stellvertreter Sebastian Schubert von der Waldeck-Frankenberg Kommunalwald GmbH: „Ein erfahrener Fachbetrieb aus Willingen rückt mit Bagger und Fällkopf an und wird hier aufräumen.“

Verkehrssicherungspflicht ernstnehmen

Der Straßenbaubetrieb Hessen-Mobil dränge schon seit mehreren Jahren darauf, die stark geschädigten, extrem hohen und Dünnen Kiefern und Birken aus dem Hangstück zu beseitigen. Zu groß sei die Gefahr, dass die über 20 Meter langen Stämme beim nächsten stärkeren Windstoß auf die Fahrbahn kippten.

Der Hang bestehe aus einer Sandstein-Formation, die ohnehin wenig Wassern speichern könne. Die drei vergangenen Sommer seien aber zusätzlich so trocken gewesen, dass nur wenige der dürren Bäume hätten überleben können.

Standortgerechete Bäume nachpflanzen

Nicht zu übersehen seien die vielen geknickten und gekippten Birkenstämme. Aber auch die Kiefern wiesen deutliche Schäden an Rinden und Kronen auf. Hier müsse nun dringend aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht gehandelt werden, erklärten die Forstleute und versicherten: „Was wir seit drei Jahren in den Wäldern machen müssen, macht keinem von uns Spaß. Trockenheit und Borkenkäfer lassen uns aber keine andere Chance.“

Auf Nachfrage besorgter Lütersheimer Bürger versicherten Ortsvorsteher Hartmut Fischer und die Forstleute, dass man sich bemühen werde, den Hang standortgerecht neu zu bepflanzen. Zum einen müssten nicht alle Bäume fallen.

Es wird in eingien Jahren nachwachsen

Es gebe einzelne Buchen und Eichen, die mit einem weißen Punkt versehen seien und als Hoffnungsbäume gelten würden..

Zum anderen bleiben auch die vielen Sträucher und Büsche erhalten. In einem späteren Schritt könnten zudem Kirschbäume und Elsbeeren nachgepflanzt werden. „Unterschätzen Sie nicht die Regenerationsfähigkeit der Natur“, machte Revierleiter Rainer Götz Mut. (Elmar Schulten)

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