Versuchter Mord in 91 Fällen 

Amokfahrt von Volkmarsen: 30-Jähriger wegen versuchten Mordes angeklagt – Prozess findet in Messehalle in Kassel statt

Unglücksort in Volkmarsen: Eine 67-Jährige aus Breuna, die nahe des Rewe-Marktes (Mitte) stand, zählt zu den Schwerverletzten. Breunas Bürgermeister Jens Wiegand gehörte zu den Ersthelfern.
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Unglücksort in Volkmarsen: Der Prozess gegen den Angeklagten beginnt am 3. Mai vor dem Landgericht Kassel

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Amokfahrer beim Rosenmontagszug in Volkmarsen beginnt im Mai. Der Angeklagte schweigt noch immer zum Tathergang.

  • Bei der Amokfahrt in Volkmarsen in Hessen am 24. Februar 2020 lenkte ein 29-Jähriger sein Fahrzeug vorsätzlich in eine Gruppe von Zuschauern des Rosenmontagszugs
  • Der Angeklagte muss sich ab 3. Mai 2021 vor der sechsten großen Strafkammer wegen des Verdachts des versuchten Mordes in 91 Fällen und der gefährlichen Körperverletzung in 90 Fällen sowie wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten.
  • Das Landgericht Kassel rechnet mit einem großen Publikums- und Medieninteresse, der Prozess beginnt deshalb in einer Messehalle in Kassel.

Volkmarsen – Der Prozess gegen den mutmaßlichen Amokfahrer beim Rosenmontagszug vergangenen Jahres beginnt am Montag, 3. Mai 2021, vor dem Landgericht in Kassel. Das bestätigte am Donnerstag Landgerichtspräsident Albrecht Simon auf Anfrage unserer Zeitung. Der inzwischen 30-jährige Angeklagte muss sich vor der sechsten großen Strafkammer wegen des Verdachts des versuchten Mordes in 91 Fällen und der gefährlichen Körperverletzung in 90 Fällen sowie wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten.

Update vom 22. April, 11.15 Uhr: Die Verhandlung findet zumindest in den ersten Verhandlungstagen nicht in den Räumlichkeiten des Landgerichts Kassel statt, sondern in der eigens hierfür angemieteten Messehalle 5, Damaschkestr. 55, 34121 Kassel. Die Messehalle 5 der Messe Kassel bietet unter Wahrung der coronabedingten Einschränkungen genügend Plätze für Medienvertreter sowie Zuschauer, wie das Landgericht mitteilt

Die Hauptverhandlung beginnt jeweils um 09.00 Uhr. Folgende Termine stehen bislang fest:

  • Montag 3. Mai 2021
  • Mittwoch 5. Mai 2021
  • Donnerstag 20. Mai 2021
  • Mittwoch 9. Juni 2021
  • Montag 28. Juni 2021
  • Mittwoch 30. Juni 2021
  • Donnerstag 1. Juli 2021
  • Dienstag 6. Juli 2021
  • Mittwoch 7. Juli 2021
  • Freitag 9. Juli 2021
  • Dienstag 13. Juli 2021
  • Donnerstag 29. Juli 2021
  • Montag 2. August 2021
  • Mittwoch 4. August 2021
  • Donnerstag 5. August 2021
  • Donnerstag 19. August 2021
  • Mittwoch 8. September 2021
  • Donnerstag 16. September 2021
  • Donnerstag 23. September 2021
  • Donnerstag 30. September 2021
  • Donnerstag 7. Oktober 2021
  • Donnerstag 14. Oktober 2021
  • Donnerstag 21. Oktober 2021
  • Donnerstag 28 Oktober 2021
  • Donnerstag 4. November 2021
  • Donnerstag 11. November 2021
  • Donnerstag 18. November 2021
  • Donnerstag 25. November 2021
  • Donnerstag 2. Dezember 2021
  • Donnerstag 9. Dezember 2021
  • Donnerstag 16. Dezember 2021

Update vom 15. April2021, 16.25 Uhr: Das Verfahren gegen den deutschen Staatsangehörigen, der über mehrere Jahre mit seiner Mutter und seiner Schwester in Volkmarsen wohnte, ist zunächst auf 31 Verhandlungstage angesetzt. Der letzte Prozesstag in diesem Jahr soll nach derzeitiger Planung der 16. Dezember sein. Eine Fortsetzung im nächsten Jahr ist sehr wahrscheinlich.

Amokfahrt in Volkmarsen: Angeklagter schweigt immer noch zum Tathergang

Die Länge des Verfahrens hängt ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass der Angeklagte immer noch zum Tathergang schweigt. Das führt dazu, dass die Staatsanwaltschaft die Fülle aller gesammelten Beweise gegen den Angeklagten vor Gericht ausbreiten muss. Das bedeutet, dass sowohl sehr viele Zeugen als auch Gutachter gehört werden müssen, wie Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt erläutert. Vertreten wird der Angeklagte von dem Kasseler Strafrechtler Bernd Pfläging, der auf Nachfrage gestern noch einmal bestätigte, dass sein Mandat sich immer noch nicht zu seinen Motiven äußern wolle.

Landgericht Kassel rechnet mit großem Publikums- und Medieninteresse

Das Landgericht rechnet derweil mit einem großen Publikums- und Medieninteresse. Deshalb habe man zunächst einen Saal am Hauptbahnhof in Kassel ausgewählt, so Gerichtspräsident Simon. Denkbar sei aber auch, dass man in noch größere Säle ausweichen müsse. Rechtsanwalt Pfläging brachte gestern schon die Stadthalle oder die Messehallen in Kassel ins Gespräch.

Der Volkmarser Bürgermeister Hartmut Linnekugel schlug die Nordhessenhalle in Volkmarsen vor. Hier gebe es genügend Platz, Eingänge und Nebenräume. Unter anderem ließen sich so Fahrtkosten für die vielen Zeugen aus Volkmarsen einsparen.

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