Reaktion auf den Verzicht von Thomas Viesehon

Schwarz will in den Bundestag

Der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Armin Schwarz (links)  zusammen mit dem früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Viesehon (rechts) vor dem Volkmarser Rathaus.
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Der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Armin Schwarz (links) hat in Volkmarsen zusammen mit dem früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Viesehon (rechts) seine Bereitschaft für eine Kandidatur bei der nächsten Bundestagswahl erklärt.

Nach dem Verzicht von Thomas Viesehon auf eine weitere Bundestagskandidatur hat der Landtagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Armin Schwarz seinen Hut in den Ring geworfen.

Volkmarsen - Der Bad Arolser Berufsschullehrer, der im November 2011 als persönlicher Ersatzkandidat von Wilhelm Dietzel erstmals in den hessischen Landtag einrückte und 2014 und 2019 das Direktmandat im Landtags-Wahlkreis 5 errang, bewirbt sich nun bei seiner Partei um eine Kandidatur bei der Bundestagswahl im Herbst 2021.

Sollte Schwarz tatsächlich gewählt werden, würde er sein Landtagsmandat aufgeben. Für den Direktgewählten würde sein persönlicher Ersatzbewerber Jan-Wilhelm Pohlmann aus Diemelsee in den Landtag nachrücken.

Entscheidung über Kandidatur fällt erst im Janaur

Der Bundestagswahlkreis 167 umfasst nach jetzigem Zuschnitt 28 Städte und Gemeinden aus dem Waldecker Land sowie aus dem Landkreis Kassel. Deshalb müssen auch die CDU-Delegierten aus den betreffenden Stadtverbänden ihr Votum über den Spitzenkandidaten abgeben. Die Wahlkreisdelegiertenversammlung wird wahrscheinlich im Januar zusammenkommen. Bei dieser Gelegenheit könnten sich auch weitere Mitglieder um eine Kandidatur bewerben. Doch so lange wolle man nicht warten. Schwarz: „Die CDU muss rechtzeitig zeigen, wie es weitergehen soll in Nordhessen.“

Immerhin hat der Kreisvorsitzende der CDU in Kassel-Land, Michael Aufenanger seinem Amtskollegen in Waldeck-Frankenberg, Armin Schwarz, bereits signalisiert, dass sein Verband keinen Gegenkandidaten präsentieren wolle. Unterstützung sei ihm auch vom Bundestagsabgeordneten Bernd Siebert und sogar von Ministerpräsident Volker Bouffier signalisiert worden.

„Nachricht ist eingeschlagen wie eine Bombe“

Im Volkmarser Rathaus schilderte Schwarz gestern, wie sehr er von Thomas Viesehons Verzicht-Entscheidung am 13. August überrascht worden sei. Viesehon habe als Abgeordneter von 2013 bis 2017 eine hervorragende Arbeit gemacht. Deshalb sei er auch fest davon ausgegangen, dass Viesehon auch ein viertes Mal kandidieren würde.

Sein Verzicht sei daher im Wahlkreis „eingeschlagen wie eine Bombe“. Bei der Kreiskonferenz am vergangene Montag sei diese Personalie bedauert und intensiv diskutiert worden. Sehr schnell hätten sich dann viele für eine Kandidatur des erfahrenen Landtagsabgeordneten Schwarze ausgesprochen.

Für seine Bank und für sein Ehrenamt entschieden

Er habe sich jedoch erst mit seiner Familie und der Landtagsfraktion besprechen müssen, deren stellvertretender Vorsitzender er sei. Als dann von überall nur Zustimmung signalisiert worden sei, habe er sich bereit erklärt, sich der Verantwortung als Kreisvorsitzender zu stellen.

Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Viesehon betonte, dass er sich nicht gegen eine Kandidatur entschieden habe, sondern für seine Arbeit als Mitarbeiter der Raiffeisenbank Volkmarsen und für seine ehrenamtliche Arbeit als Erster Stadtrat in Volkmarsen.

Wie sind tendenziell die Mehrheitsverhältnisse im Bundestagswahlkreis 167?

Es stehe ihm nicht zu, einen Nachfolger zu bestimmen, dennoch habe er als stellvertretender Bezirksvorsitzender ein Anforderungsprofil formuliert, das hervorragend auf Armin Schwarz zutreffe: „Er muss es können, man muss ihn kennen, er sollte den Wahlkreis gewinnen können und Rückhalt in der hessischen CDU haben.“

Viesehon hatte es im September 2013 mit 228 Stimmen Vorsprung geschafft, das Direktmandat im Bundestags-Wahlkreis 167 Waldeck zu gewinnen.

Bei der Wahl 2017 unterlag Viesehon jedoch mit 47 269 Erststimmen seiner SPD-Herausfordererin Esther Dilcher aus Hofgeismar, die 49 341 Stimmen bekam. (Von Elmar Schulten)

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