Amtseinführung des neuen katholischen Pfarrers in St. Marien

Auch Jesus wählte einen Fischer

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Volkmarsen - Mit einem Festgottesdienst in der voll besetzten Volkmarser Stadtkirche ist am Sonntag Martin Fischer als neuer Pfarrer von St. Marien und als Administrator der Wolfhager Pfarrgemeinde in sein Amt eingeführt worden.

„Es ist in diesen Zeiten nicht selbstverständlich, dass eine Gemeinde so schnell einen neuen Pfarrer bekommt, und dann auch noch einen so jungen“, stellte Dechant Harald Fischer aus Kassel fest, der die Bestallungsurkunde des Fuldaer Bischofs Heinz-Josef Algermissen überbrachte und den neuen Pfarrer verpflichtete, im Miteinander mit den Menschen in Volkmarsen die Gemeinde zu führen.

Gemeinsam auf dem Weg

Der 42-Jährige verwies auf die koptische „Ikone der Freundschaft“, mit der er sein Einführungsbriefchen hatte bedrucken lassen. Fischers Interpretation der Darstellung des heiligen Abtes Menas, dem Jesus die Hand auf die Schulter legt: „Zwei Menschen machen sich gemeinsam auf den Weg. Sie schauen nach vorne.“

Menschenfischer

Erstaunlich, dass auch Fischers evangelische Amtsschwester, Pfarrerin Britta Holk-Gerstung, in ihrem Grußwort feststellte, dass auch sie diese Ikone der Freundschaft in ihrem Amtszimmer aufgehängt habe.

Doch die Gemeinsamkeiten gehen naturgemäß noch weiter: „Sie sind ein Fischer. Nicht schlecht für Volkmarsen. Hat nicht auch Jesus einen Fischer gewählt, als er einen für seine Nachfolge suchte? - Wir werden hier in Volkmarsen gemeinsam fischen. - Auf eine gute ökumenische Zusammenarbeit!“

Gottes Segen wünschte auch der evangelische Dekan Gerlach, der daran erinnerte, dass auch die evangelische Stadtkirche von Wolfhagen der heiligen Maria geweiht sei.

Einladung ins Rathaus

Die Grüße und Glückwünsche des Volkmarser Magistrats überbrachte Stadtrat Heinrich von Germete. Im Namen des Bürgermeisters lud er den neuen katholischen Pfarrer und die evangelische Pfarrerin dazu ein, an einer der nächsten Magistratssitzungen teilzunehmen.

Im Namen des Pfarrgemeinderats und des Verwaltungsrats der katholischen Pfarrgemeinde hieß Karl-Heinz Kollmann den neuen Pfarrer willkommen. Augenzwinkernd stellte er fest: „Es gibt bei uns schon eine Fischer-Straße.“

Bereit für Neues

In Zahlen und Fakten stellte Kollmann die Pfarrgemeinde vor und mündete in der Feststellung: „In unserer Gemeinde gibt es unzählige Menschen, die sich einbringen und die mit viel Engagement für die Sache da sind, so zum Beispiel in Kinder-, Familien- und Festgottesdiensten im Laufe des Kirchenjahres, bei Prozessionen und Andachten, dem Pfarrfest, der Kirchenmusik und in der Jugend- und Seniorenarbeit.“

All diese Menschen stünden bereit, „mit Rat und Tat im Blick auf Bewährtes, aber auch offen und bereit für Neues“. Sie alle freuten sich auf ein gutes und konstruktives Miteinander.

Renovierung beschlossen

Der Schlüssel, den Kollmann dem Pfarrer überreichte, war der symbolische Rathausschlüssel, der im Volkmarser Karneval so große Bedeutung hat. Kollmann: „Der passt leider noch nicht ins Pfarrhaus.“ Denn das müsse renoviert werden.

Das bischöfliche Generalvikariat in Fulda habe bereits grünes Licht für die Renovierung gegeben. So lange muss Pfarrer Fischer in die gegenüberliegende Kaplanei einziehen. Auch das Pfarrbüro werde in den kommenden Wochen dorthin für die Dauer der Renovierung umziehen. Die Arbeiten sollen bis zum Frühjahr abgeschlossen sein.

Die musikalische Ausgestaltung des Einführungsgottesdienstes lag in den Händen von Organist Michael Bielefeld und seinen Kirchenmusikern. Auch der ökumenische Kirchenchor trat auf.

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