Mitglieder werden informiert

Raiffeisenbank Volkmarsen und Waldecker Bank planen eine Verschmelzung

Raiffeisenbank Volkmarsen und Waldecker Bank Korbach verhandeln über eine Verschmelzung im kommenden Jahr.
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Raiffeisenbank Volkmarsen und Waldecker Bank Korbach verhandeln über eine Verschmelzung im kommenden Jahr.

Die Raiffeisenbank Volkmarsen und die deutlich größere Waldecker Bank verhandeln über eine Verschmelzung.

Volkmarsen/Korbach – Raiffeisenbank Volkmarsen eG und Waldecker Bank eG wollen über eine Fusion verhandeln. In den nächsten Monaten werden die Mitglieder der beiden unterschiedlichen großen Geldinstitute informiert. Im ersten Halbjahr 2022 soll die Generalversammlung in Volkmarsen über ein Zusammengehen entscheiden.

Kleine und große Bank

Dafür wäre eine Mehrheit von drei Viertel der stimmberechtigten Mitglieder erforderlich. Mit einer Bilanzsumme von 138 Millionen Euro, und 3137 Mitgliedern wäre die Raiffeisenbank der kleinste Fusionspartner. Die Waldecker Bank weist eine Bilanzsumme von 1,1 Milliarden Euro aus, sie hat 17 500 Mitglieder.

Als kleinste Genossenschaftsbank vor Ort habe die Raiffeisenbank trotz der immer schwierigeren Entwicklung der Zinsen als wichtigste Ertragsquelle einer Verschmelzung widerstanden, sagt Vorstandsmitglied Ina Schößler.

Fusion beabsichtigt

Doch nun setzen die Volkmarser auf eine Fusion. Ziel ist die Bündelung der Kräfte, um mit qualitativ hochwertigen Finanzdienstleistungen weitere Wachstumspotenziale in der Region zu erschließen. Innovationskraft, darunter für eine weitere Digitalisierung, soll gestärkt, kundennahe Dienstleistungen sollen erhalten bleiben.

In den Sondierungen wurde Einvernehmen darüber erzielt, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Banken übernommen und eine kundennahe Filialstruktur aufrechterhalten werden soll. Bei der Raiffeisenbank sind es 21 Mitarbeiter plus die beiden Vorstandsmitglieder, bei der Waldecker Bank 192 Mitarbeiter.

Belastungen für Banken

Negativzinsen und zunehmende regulatorische Aufgaben erschweren die Arbeit aller Geldhäuser, so Ina Schößler. mit einem starken Partner sollen die für eine Umwandlung notwendigen Investitionen besser bewältigt werden.

Ihr Vorstandskollege von der Waldecker Bank in Korbach, Karl Oppermann, sieht weitere Vorteile in der Regionalität der Institute. Mit den Mitarbeitenden der Raiffeisenbank Volkmarsen, „die durch ihre fundierte Beratung viele Menschen der Region erreichen, ergänzen wir unser erfolgreiches Team.“

Anzeige bei Bankenaufsicht

Die Kunden und Mitglieder beider Häuser könnten von der Expertise und dem deutlich erweiterten Angebot einer gemeinsamen Bank nur profitieren.

Nach Anzeige der Fusionsabsicht bei der Bankenaufsicht wird nun offiziell verhandelt mit dem Ziel, möglichst bald einen Verschmelzungsvertrag auszuhandeln und zu unterzeichnen.

Beschäftigung sichern

Schon bei den Sondierungsgesprächen sei Einvernehmen über die Beschäftigungssicherung aller Mitarbeiter, „der Erhalt wichtiger Geschäftsstellen sowie die angemessene Berücksichtigung der Interessen unserer Mitglieder besonders wichtig“, erklärt Vorstandsmitglied Christoph Weishaupt, der selbst vor zwei Jahren von der Waldecker Bank zur Raiffeisenbank gewechselt ist.

Beide Banken verfolgen auch das Prinzip, soziale Einrichtungen und das Vereinsleben in ihrem Geschäftsgebiet großzügig zu unterstützen. Spenden aus den Zweckerträgen werde es deshalb auch weiterhin geben.

Einfluss sichern

Trotz der unterschiedlichen Größenverhältnisse der Banken sehen sich beide Partner als gleichberechtigt. Neben mindestens zwei Aufsichtsratsmandaten sollen rund 60 Mitglieder der Raiffeisenbank Volkmarsen als Delegierte Stimmberechtigung in der Vertreterversammlung der gemeinsamen Bank bekommen. Auch soll die Möglichkeit einer Aufstockung der Beteiligung gegeben sein.

Die Interessen der Mitglieder der Raiffeisenbank sollen gewahrt werden und zum anderen die Vorteile einer noch leistungsfähigeren, kundenorientierten Genossenschaftsbank genutzt werden können, wie Ina Schößler erklärt.

Digitalisierung

Der Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Heinrich Neusüs: „Schon lange sprechen wir davon, dass wir Brücken zwischen der digitalen Welt und unserer Region schaffen müssen. Den Herausforderungen der Zukunft begegnen wir nur gemeinsam.“

Positiv sieht der Aufsichtsratsvorsitzende der Waldecker Bank, Jürgen Tent, eine Fusion: Ein Zusammenschluss würde nicht nur unsere Bank breiter aufstellen, sondern auch der Region insgesamt zugutekommen. „Beide Häuser sind den genossenschaftlichen Werten sehr verbunden. Dazu gehört es auch Verantwortung in der Region zu übernehmen.“ (red/Armin Haß)

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