Ersa Tech produziert für Maschinenbau und Automobilzulieferer

Bilderbuch-Start für neue Metall-Firma in Volkmarsen 

Besuch bei Ersa Tech in Volkmarsen. Die Bürgermeister Jürgen van der Horst (links) und Elmar Schröder (rechts) mit Produktionsleiter Daniel Peuster (2. von links) und Geschäftsführer Ertürk Tunca. Foto: armin hass

 Volkmarsen – Es ist eine Firmengründung wie im Bilderbuch: Aus einer Metallwerkstatt in einer Doppelgarage entwickelte sich mit Ersa-Tech neben einer Logistikhalle in Volkmarsen ein bei Maschinenbaufirmen und Zulieferern der Automobilbranche gefragtes Kleinunternehmen.

Der heute 22-jährige Geschäftsführer Ertürk Tunca hat mit seinem Vater Battal Tunca, der über 20 Jahre in einem metallverarbeitenden Betrieb tätig war, und mit dem ebenfalls schon 20 Jahre in der Branche tätigen Werkzeugmachermeister Daniel Peuster die Metall-Experten in dem Start-up-Unternehmen beschäftigt.

Vom Vater ermuntert

Der Vater hat den Neubau mithilfe eines Bankkredits finanziert, vermietet das Gebäude und leitet als Angestellter die Stanzerei, während Peuster den Werkzeugbau führt.

Ertürk Tunca hat sich von seinem Vater inspirieren lassen und nach dem Wirtschaftsabitur an der Berufsschule in Korbach im Oktober 2017 mit einem anderen Geschäftspartner, der sich inzwischen aus persönlichen Gründen zurückgezogen hat, in der besagten Garage im Wohngebiet Remmeker Feld mit einer einzigen Maschine in kleinen Stückzahlen die ersten Metallteile für Autos und Maschinenbaufirmen produziert. 

Eigener Werkzeugbau

Das lief so gut, dass der Neubau in Volkmarsen geplant und mit administrativer Unterstützung von Bürgermeister Hartmut Linnekugel schnell realisiert wurde, sodass im Mai 2018 der Umzug vollzogen wurde.

In dem flachen Zweckbau stehen nun fast 30 Maschinen. Dort werden die benötigten Werkzeuge selbst gebaut, mit Fräs-, Erodier- und Schleifmaschinen bekommen sie die nötige Präzision. Zudem stehen Pressen und Stanzmaschinen bereit, um insbesondere Kleinteile, darunter auch Norm- und Sonderschellen, für die Automobilindustrie herzustellen.

Kleine Stückzahlen

Ersa Tech-Geschäftsführer Tunca sieht es als Vorteil an, dass sein Betrieb nicht direkt für die Automobilindustrie produziert, sondern über namhafte Zulieferer wie etwa Continental oder Benteler. Zudem profitiert das kleine Unternehmen von seiner Flexibilität: Innerhalb kürzester Zeit könnten in kleinen Stückzahlen und schnell Teile für Prototypen gebaut werden, die erst in drei oder vier Jahren als Serienfahrzeuge vom Band laufen.

Das bedeutet auch, dass im Wochentakt Kleinstteile von den Konstrukteuren für die Prototypen angefordert werden, weil die Pläne im Detail für die Anordnung etwa von Sensorträgern im Auto oder andere kleine, aber unentbehrliche Teile immer wieder geändert werden.

Personal benötigt

Nicht alle Teile baut Ersa Tech selbst. Zum Teil können Komponenten deutlich billiger im europäischen Ausland nach den Plänen des Volkmarser Unternehmens hergestellt werden.

Das Drei-Mann-Team in Volkmarsen ist bei der Produktion trotz Unterstützung mit computergestützten Maschinen mittlerweile personell an die Grenzen gestoßen. Händeringend wird noch eine Fachkraft für den Werkzeugbau gesucht.

Inzwischen sieht sich das kleine Unternehmen so gefestigt, dass im kommenden Jahr erstmals ein Ausbildungsplatz angeboten werden kann.

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