Großen Gasspeicher und zusätzliche Motoren nachgerüstet

Biogasanlage in Volkmarsen: 3,6-Megawatt-Kraftwerk für die Spitze

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Unübersehbar: Die Biogasanlage der WFA Agrargas Volkmarsen GmbH wurde mit einem neuen Gasspeicher und einem weiteren Gasmotor aufgerüstet. Damit ist sie grundlastfähig und kann sogar kurzfristige Spitzen abdecken. Bei einem Besichtigungstermin erläuterten die Eigentümer ihr Konzept und die Funktionsweise der Anlage. Mit dabei: CDU-Vorsitzender Thomas Viesehon, links, und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese.  

Volkmarsen.  Die Kuppel des neuen Gasspeichers ist weithin sichtbar: Die Biogasanlage der WFA Agrargas Volkmarsen GmbH ist mit einem 7000 Kubikmeter großen Gasspeicher und zwei neuen Gasmotoren nachgerüstet worden.

Die Investition ist wichtiger Bestandteil der bundesweit diskutierten Energiewende. Sie macht die Biogasanlage grundlastfähig und ermöglicht sogar das Zuschalten zu Spitzenzeiten, wenn gerade besonders viel Strom im Netz benötigt wird.

Aus Sicht der Investoren, durchweg Volkmarser Landwirte, wird die Anlage mit dem neuen Gasspeicher zukunftsfähig gemacht.

Wenn ab 2026 die im Jahr 2006 zugesicherte Einspeisevergütung wegfällt, dann bleibt die Anlage wirtschaftlich, denn Strom zu Spitzenzeiten wird auch spitzenmäßig bezahlt.

Davon berichteten die Gesellschafter, Lorenz Blume, Martin Dicke, Thomas Henze, Martin Leis, Walter Scherf und Andreas Thill bei einem Ortstermin des CDU-Stadtverbands. Die Geschäftsführung haben Friedhelm Emde und Mattias Münch vom Maschinenring. Die Betriebsführung erledigen Andreas Thill und Walter Scherf.

Geschäftsführer Friedhelm Emde erläuterte, dass die Anlage nach wie vor mit rund 9500 Kubikmeter Gülle pro Jahr gefüttert werden. Außerdem vergären die Bakterien 10 000 Tonnen Getreideganzpflanzensilage und Silomais. Bei 40 Grad fühlen sich die Bakterien im Fermenter besonders wohl und produzieren bei stetiger Durchmischung Biogas mit 53 Prozent Methan.

Das produzierte Gas wird in insgesamt sechs Motoren verbrannt, die als Blockheizkraftwerk arbeiten. Der von ihnen produzierte Strom wird ins Netz eingespeist. Die Abwärme dient als Prozesswärme für die Fermentation und zur Trocknung von Holz auf dem Gelände der Firma Decker.

Die Gärreste, die übrigens nicht mehr so unangenehm stinken wie Gülle, aber immer noch viele wertvolle Nährstoffe beinhalten und wie Dünger wirken, werden auf den Flächen der beteiligten Landwirte ausgebracht.

Die Jahresstromproduktion ist derzeit auf 6,6 Millionen Kilowattstunden pro Jahr begrenzt. Das reicht für etwa 1600 Haushalte.

Künftig wollen die Betreiber der Biogasanlage möglichst flexibel auf Anforderungen aus dem Netz reagieren und damit auch als Ersatz für Erdgaskraftwerke dienen.

Dazu musste der große Gasspeicher gebaut werden. Die graue Außenhülle überdeckt einen Gasballon, der je nach Füllstand ganz aufgeblasen oder entsprechend erschlafft ist.

Die Investition der Landwirte garantiere, dass die Wertschöpfung in der Region bleibe, lobt CDU-Vorsitzender Thomas Viesehon. Bürgermeister Hartmut Linnekugel bekräftigte, dass die Anlage seit 2006 ohne Probleme laufe: „Wenn sich im Rathaus niemand beschwert, dann ist alles in Ordnung.“

Anerkennung auch vom Erster Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese, der die Gelegenheit nutzte, sich die moderne Anlage aus der Nähe anzuschauen.

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