Kugelsburgstadt will sich an Grenztrail beteiligen

Darum setzt die Stadt Volkmarsen   mit dem Landkreis  auf Mountainbike-Fahrer

Beliebter Freizeitsport: Der Mountainbikeparcours bei Wetterburg. Foto: Armin Haß

 Volkmarsen. Die Volkmarser Stadtverordneten setzen zusammen mit weiteren Waldeck-Frankenberger Kommunen auf den Tourismus mit Mountainbikern: Der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Sozial-, Integrations- und Bauausschuss empfahlen die finanzielle Beteiligung an dem Grenztrail-Projekt.

„Das ist ein Projekt, das seinesgleichen sucht“, brachte es der Volkmarser Bürgermeister Hartmut Linnekugel auf den Punkt. Und das ist der Kugelsburgstadt auch eine Beteiligung von 43 745 Euro wert. Das ist der gesamte Anteil von 2019 bis 2022 am geplanten Zweckverband Grenztrail Waldeck-Frankenberg.

Das ist einmalig

Der Grenztrail soll mit 650 Kilometern rund um den Landkreis die längste zusammenhängende Mountainbikestrecke Europas bilden. Für Volkmarsen biete sich die einmalige Gelegenheit, daran anzuknüpfen.

Der geplante Wohnmobilplatz, der Ausbau der Kugelsburg als touristisches Ziel, die Stärkung des Radwegs nach Welda und Warburg, die Anbindung an den Crosstrail bei Breuna oder die Strecke zwischen Ehringen und Wolfhagen könnten damit verknüpft werden.

Das ist gefragt

„Der Drive geht zudem in Richtung E-Bike“, äußerte sich Linnekugel überzeugt, dass der Fahrrad- und Mountainbike-Tourismus nicht nur eine kurzfristige Modeerscheinung sei, sondern sich weiter etabliere. Daher sei die interkommunale Zusammenarbeit mit dem Kreis zusammen „absolut sinnvoll“.

Auch wenn sich Diemelstadt momentan zurückhalte und eine weitere Kommune im Südkreis Abstand nehme von dem Projekt, lasse sich der Grenztrail verwirklichen, erklärte Linnekugel auf Nachfrage von Martin Schmand (CDU).

Das sind die Erwartungen

Der Kreis habe ein „überdurchschnittlich hohes Interesse“ geäußert und könnte sich als Komplementär für Kommunen beteiligen, die nicht mitmachen wollten. „Das Projekt wird verwirklicht“, äußerte sich Thorsten Huntzinger (AfD) überzeugt.

Derzeit werde aber auch über eine Ausstiegsmöglichkeit verhandelt: Die müsse dann bestehen, wenn der Grenztrail wider Erwarten an Volkmarsen vorbeiführe oder sich die Anlage erheblich verteuere.

Was befürchten Bürger?

Zwar sei die Beteiligung der Stadt eine freiwillige Leistung, doch die werde voraussichtlich nicht von der Aufsichtsbehörde untersagt, erklärte Linnekugel auf Anfrage des AfD-Stadtverordneten Thorsten Huntzinger. Der hält das Projekt für sinnvoll, die Ausgaben für „überschaubar“.

FDP-Sprecher Thomas Neutze findet das Projekt, fordert aber noch mehr Öffentlichkeitsarbeit. In der Bevölkerung beständen Ängste, dass Mountainbiker auf Wanderstrecken Spaziergänger gefährden könnten.

Das sagen Stadtverordnete

Volkmarsen müsse Anteil an dem Mountainbike-Tourismus haben und dürfe sich nicht ausgrenzen, sagte Klaus Teppe (FWG). Schließlich könne die Kommune auch ihre Einflussmöglichkeiten an der Entwicklung des Wegenetzes nutzen. „Wir haben viel zu gewinnen und wenig Geld zu verlieren“, sagte Arno Walprecht (ULV). Das Vorhaben verdiene einen Vertrauensvorschuss. Die Zustimmung falle angesichts der Ausstiegsmöglichkeiten leicht.

„Warum sollten wir nicht mitmachen? Das ist ein attraktives Angebot“, befand Christel Keim (SPD). Und ihr Fraktionskollege Arnold Kahlhöfer betonte, dass mit dem Grenztrail das wilde Fahren mit Mountainbikes eingegrenzt und ein Beitrag zum Naturschutz geleistet werden könne.

Sie sind beteiligt

Neben dem Landkreis Waldeck-Frankenberg als Hauptfinanzier sollen sich am Zweckverband Grenztrail 17 Kommunen beteiligen, darunter auch die vier Nordwaldeck-Gemeinden. Geplant ist der mit 650 Kilometern größte zusammenhängende Weg für Mountainbike-Fahrer in Europa. 

In Volkmarsen sollen von 2019 bis zum Start 2022 als Anteil 43 745 Euro gezahlt werden. Im Etatentwurf des Zweckverbands Grenztrail sind für 2019 bereits 6427 Euro aus Volkmarsen eingeplant, um die Verbesserung und die Schaffung von Infrastruktur und die personelle Betreuung durch Marketing und Streckenkontrolle (1,5 Stellen) mitzufinanzieren. 

Das zahlen die Kommunen

Den größten Anteil aus Nordwaldeck wird Bad Arolsen halten: Mit 10 500 Euro startet die Residenzstadt 2019. Bis 2022 sind aus Bad Arolsen Umlagen an den Zweckverband von weiteren 50 000 Euro eingeplant. Diemelstadt wäre mit insgesamt 43 600 Euro beteiligt. Aber der Magistrat hat eine Beteiligung von dem Bau eines Radwegs zur Verbesserung der Sicherheit abhängig gemacht.

Aus der Gemeinde Twistetal sind von 2019 bis 2022 insgesamt 38 900 Euro eingeplant. 14 Millionen Euro werden insgesamt kalkuliert worden für den Grenztrail. Sieben Millionen sind an Zuschüssen, darunter auch vom Land, weitere sieben Millionen an Darlehen vorgesehen. Dabei sollen sechs bis sieben Trailparks an der Strecke entstehen und bestehende Strecken genutzt werden.

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