Annegret Kramp-Karrenbauer vor 1800 Gästen in Nordhessenhalle

 Deutliche Worte der CDU-Chefin beim Polit-Aschermittwoch in Volkmarsen

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Annegret Kramp-Karrenbauer nahm in Volkmarsen nicht nur zum Karneval Stellung. Hier zusammen mit der Prinzengarde nach deren Abba-Medley beim Politischen Aschermittwoch.

Volkmarsen – Mehr als 1800 Gäste kamen, um die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer  beim 17. Politischen Aschermittwoch in Volkmarsen zu erleben (wir berichteten am Samstag).

Die mit einem Bergbauingenieur verheiratete Politikerin aus dem Saarland wurde mit starkem Beifall und mit dem Steigermarsch vom Musikverein empfangen.

Der Hering und Europa

Der heimische Wahlkreisabgeordnete Armin Schwarz überbrachte die Grüße des Ministerpräsidenten Volker Bouffier, der aus gesundheitlichen Gründen abgesagt hat: „Er vermisst euch alle und vor allem den Hering.“

Auch bei der Europawahl gehe es nicht nur um die sprichwörtliche Wurst, sondern auch um den Hering. Der deutsche Hochseefisch werde in großen Menge in britischen Gewässern gefangen.

AKK zum Karneval

Volkmarsens Bürgermeister Hartmut Linnekugel genoss die Rolle des Conferenciers zwischen einem Auftritt der Volkmarser Prinzengarde und der Rede der CDU-Chefin mit dem schmunzelnd vorgetragenen Hinweis: „Wir wissen alle, Sie sind dem Karneval verbunden.“

Kramp-Karrenbauer, kurz auch AKK genannt,  parierte den Hinweis auf die Diskussion nach ihrem eigenen Karnevalsaufritt schlagfertig so: „Ich bin mal gespannt, wann die ersten Klagen kommen, weil die Männerquote in der Prinzengarde nicht erfüllt ist.“ Wer die Diskussionen um Karnevalswitze und Kostüme verfolgt habe, der müsse sich fragen, ob Deutschland keine anderen Probleme habe: „Ich wünsche mir für meine Kinder eine unbeschwerte Jugend, in der sie Cowboy und Indianer spielen können, ohne sich fragen zu müssen, ob ihr Kostüm politisch korrekt ist.“

Zur Verteidigungspolitik

„AKK“ bezog Stellung zu einem ganzen Bündel an aktuellen Themen Stellung. Sie bemerkte zur Verteidigungspolitik: „Wer A sagt zur Bundeswehr, der muss auch B sagen zu ihrer Finanzierung.“

Kritik an Rüstungsexporten weist sie zurück: „Dann erwarte ich von Sozialdemokraten auch, dass sie sich vor die Werftarbeiter stellen und sagen, dass sie ihre Arbeitsplätze verlieren wegen des Exportstopps von Rüstungsgütern.“ 

Europa im Blick

Das in der Sozialgesetzgebung von der SPD angestoßene Prinzip des Förderns und Forderns dürfe nicht aufgeben werden. Die SPD hadere aber mit dem System Hartz IV: „Wer lange gearbeitet hat, darf nicht genauso schnell sozial abrutschen wie jemand, der noch nie einen Handstreich gearbeitet hat.“

Auch Europa rückte sie in den Blickpunkt: „Ich komme aus einer Region, die immer schon Aufmarschgebiet war. Europa ist ein Friedensprojekt, auch wenn viele meinen, Friede in Europa sei selbstverständlich.“ Sie trat für offene wie sichere Grenzen ein, an denen die Polizei bei der Verfolgung von Straftätern nicht Halt machen dürfe.

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