Verbund mit fünf Kommunen

Stadt Volkmarsen übernimmt Regie für Online-Dienstleitungen für Bürger

Bereits vor sechs Jahren stieg die Stadt Volkmarsen in die Digitalisierung von Dienstleistungen ein. Annika Kny von ekom 21 führte die Anwendung einschlägiger Software vor. Von rechts: Bürgermeister Hartmut Linnekugel, Büroleiter Jürgen Salokat, Volker Steinbeck, Ulrich Künkel (beide ekom 21) und Benjamin Mielke von der Stadtverwaltung.
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Bereits vor sechs Jahren stieg die Stadt Volkmarsen in die Digitalisierung von Dienstleistungen ein. Annika Kny von ekom 21 führte die Anwendung einschlägiger Software vor. Von rechts: Bürgermeister Hartmut Linnekugel, Büroleiter Jürgen Salokat, Volker Steinbeck, Ulrich Künkel (beide ekom 21) und Benjamin Mielke von der Stadtverwaltung.

Die Stadt Volkmarsen übernimmt die Regie bei der Verwirklichung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) in der kommunalen Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Städten Breuna, Diemelsee und Willingen sowie Diemelstadt, Volkmarsen und Zierenberg.

Volkmarsen – Die Ausschüsse stimmten am Dienstag der Vereinbarung zu, die die personelle Betreuung durch einen Mitarbeiter und dessen Ausbildung vorsieht. Für die Bürger bedeutet dies, dass sie über die Verwaltungsportale der Gemeinden etwa 600 Dienstleistungen bis Ende 2022 online abwickeln können.

Katalog von Dienstleistungen

Das reicht von der Bestellung der Mülltonne über Erschließungsbeiträge, die Erstattung von Kindergartenkosten, Standesamtsangelegenheiten, die Beantragung eines Personalausweises bis hin zur Nutzung von Sporthallen oder Grillhütten. Basis bildet der OZG-Umsetzungskatalog des Bundes.

Der bisherige Büroleiter im Rathaus Volkmarsen, der jetzige Digitalisierungsbeauftragte Jürgen Salokat, wird dafür bestellt und ausgebildet, alle beteiligten Kommunen für den Einstieg und die weitere Betreuung der fit zu machen und zu halten.. Für seine Ausbildung bringen die Kommunen, verteilt über zwei Jahre, knapp 15 000 Euro auf.

Personeller Mehraufwand

Zehn Prozent seiner Stelle werden für weitere Aufgaben im Rathaus Volkmarsen verplant, als Büroleiter fungiert nun Hendrik Vahle. Bürgermeister Hartmut Linnekugel freut sich über „ein unbändiges Interesse der überweigend jungen Mitarbeiterschaft“, an dem Projekt mitzuwirken.

Vor rund 30 Jahren sei mit der flächendeckenden Einführung der Elektronischen Datenvereinbarung auch die Erwartung verbunden worden sei, Personalkosten einsparen zu können, „dieser Zahn ist uns aber gezogen worden“, resümiert Linnekugel. Personalleistungen werden gerade für die Digitalisierung benötigt, eher werde Papier gespart.

Fördermittel für Zusammenarbeit

Der Rathauschef betonte aber auch, dass in Volkmarsen deswegen kein weiteres Personal eingestellt werde. Es sei aber auch nicht so, dass Mitarbeiter zu wenig zu tun hätten. Eine Mitarbeiterin, die für die Verwaltungsaufgaben benötigt werde, kehre wie geplant wieder zurück in den Dienst im Rathaus.

Für die Interkommunale Zusammenarbeit gibt es Fördermittel aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“. Die Vereinbarung läuft für zunächst fünf Jahre und kann verlängert werden. Bis 2022 rechnet Linnekugel mit der Umsatzung eines Großteils der Anforderungen.

„Als kleine Kommune sind wir schon relativ weit“, stellte Bürgermeister Hartmut Linnekugel fest. Der Stadt seien inzwischen „Pilot-Aufgaben“ zugespielt worden, die Dienstleistungen im Bereich Ordnungsrecht betreffen. Der für diese Sitzungsrunde der Stadtverordneten angekündigte Digitalisierungsbericht 2020 enthalte jedoch noch nicht viel Inhaltliches.

„Wir sind auf dem richtigen Weg“, erklärte Bruno Kramer (SPD). Im zweiten Bericht würden die Stadtverordneten mehr dazu hören, ist er überzeugt.  

Von Armin Haß

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