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Diskussion in Volkmarsen: Vier Pfarreien sollen fusionieren

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Von: Elmar Schulten

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Künftig ist die Marienkirche in Volkmarsen nur eine von vieren in der katholischen Großgemeinde.
Künftig ist die Marienkirche in Volkmarsen nur eine von vieren in der katholischen Großgemeinde. © Armin Haß

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Zahl der regelmäßigen Kirchgänger geht ebenso drastisch zurück wie die der Kirchensteuerzahler und die der Priester.

Volkmarsen - An einer Fusion der Kirchengemeinden im Bistum Fulda führt kein Weg vorbei. Von den heute rund 200 Pfarreien sollen bis 2030 nur noch 28 übrig bleiben.

Eine der flächenmäßig größten neuen Pfarrgemeinden soll aus den bisherigen Gemeinden Volkmarsen (mit Breuna und Ehringen) sowie Wolfhagen, Naumburg und Zierenberg geformt werden. Das berichteten der Volkmarser Pfarrer Martin Fischer, Diakon Alexander von Rüden und Verwaltungsratsvorsitzender Markus Kremper am Mittwochabend bei einer Gemeindeversammlung in der Volkmarser Marienkirche.

Zierenberg ziert sich noch

In den vergangenen Jahren hat das Bistum bereits einen klaren Fahrplan zur Fusion ausgegeben und die Gemeinden zu freiwilligen Kooperationen aufgerufen. Bei einer Abstimmung Ende 2019 hatten sich bereits die Gremien der Gemeinden Volkmarsen, Wolfhagen und Naumburg grundsätzlich für eine spätere Fusion ausgesprochen.

Dann kam Corona mit seinen Lockdowns und Einschränkungen. Inzwischen hat auch die katholische Pfarrgemeinde von Zierenberg über die Fusion abgestimmt, sich aber mehrheitlich dagegen ausgesprochen.

Wichtige Entscheidungen sind zu treffen

Das ändere jedoch nicht viel an der Tatsache, dass das Bistum künftig die Gemeinden im Norden als Einheit betrachten werde, wenn es um Personaleinsatz gehe, berichtete Markus Kremper vom ersten Treffen der Steuerungsgruppe für die Fusion.

In dieser Steuerungsgruppe gehe es nun darum, welches künftig die zentrale Pfarrkirche der neuen Großgemeinde sein solle. Außerdem entscheide das Gremium über den Standort des künftigen einheitlichen Pfarrbüros und über die Frage, welchem Heilige künftig das Patronat übertragen werden solle.

Viele Detailfragen sind noch ungelöst

Zum 1. Januar 2024 soll die Fusion vollzogen, die neue Pfarre gegründet werden, so die Vorgabe aus Fulda. Bis dahin müssen noch viele Fragen geklärt werden, wie bei der abschließenden Fragerunde im Rahmen der Gemeindeversammlung deutlich wurde: „Wie werden die Finanzmittel künftig zwischen den Gemeinden verteilt? Nach welchen Kriterien werden der neue Pfarrgemeinderat und der künftige Verwaltungsrat besetzt?

Beide Fragen könnten am Ende zentral für die Akzeptanz der Fusion werden. Schließlich wird die neue Pfarrgemeinde, die sich über vier Großgemeinden in Nordhessen erstrecken soll, mit rund 420 Quadratkilometern eine der flächengrößten im Bistum sein.

Zahlen als Entscheidungsgrundlage?

Der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung in diesen Städten beträgt jedoch nur 14,9 Prozent, was im Bistum Fulda eine der geringsten Quoten bedeutet. Insgesamt wird die neue Pfarrgemeinde nach derzeitigem Stand 6820 Katholiken umfassen. 11,8 Prozent gelten als Jugendliche, 61,2 Prozent sind im Erwerbstätigenalter und sind potenzielle Kirchensteuerzahler. Der Anteil der Senioren macht 27 Prozent aus.

Die Kernstadt von Volkmarsen weist mit 41,6 Prozent den größten Katholikenanteil an der Bevölkerung aus. In Naumburg sind 16 Prozent der Einwohner katholisch, in Wolfhagen rund zwölf Prozent. (Elmar Schulten)

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