Echtheit seiner 81 Unterstützerunterschriften wird angezweifelt – 62 gültige sind nötig

Beim Sammeln getäuscht?

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Der 21-jährige Henricus Pillardy kandidiert bei der Wahl am 6. März 2016. Doch es ist nicht klar, inwieweit seine Kandidatur als Satirebeitrag gemeint ist. Pillardy steht der Satirepartei "Die Partei" nahe.

Volkmarsen. So selbstbewusst und mutig sein erster Auftritt auf der Politbühne auf den ersten Blick auch gewirkt haben mag, so fragwürdig erscheint die Kandidatur von Henricus Pillardy schon zwei Tage nach der Veröffentlichung in der gedruckten WLZ.

Leser aus Lütersheim erklärten bei einem Anruf in der WLZ-Redaktion, dass sie ihre Unterschrift nicht zur Unterstützung einer Kandidatur, sondern gegen eine angeblich drohende Schließung des Ehringer Freibades gegeben hätten.

Ähnliche Beschwerden sind auch beim Förderverein des Ehringer Freibads aufgelaufen, der sich nun in aller Form von jeglicher Unterschriftenaktion distanziert.

In einer schriftlichen Mitteilung an die Redaktion stellt der Vorstand des Fördervereins fest: „Da der Schwimmbadverein Ehringen e. V. sich weitere rechtliche Schritte gegen Henricus Pillardy und die weitere Person (bei der Unterschriftensammlung) wegen Missbrauchs des Vereinsnamens und Urkundenfälschung vorbehält, bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger aus Lütersheim, sich beim ersten Vorsitzenden Jens Wiegand unter Tel. 05693/915809 zu melden, wenn sie ebenfalls von diesen beiden Personen angesprochen wurden, um mit ihrer Unterschrift das Freibad Ehringen zu unterstützen.“

Von der WLZ um Stellungnahme gebeten, antwortet der Kandidat Pillardy: „Zu der Einholung der Unterstützungsunterschriften kann ich darauf verweisen, dass ich oder mein Freund in jedem Gespräch auf die Kandidatur verwiesen habe. Desweiteren musste man bei diesen Formularen einiges ausfüllen und nur einen Blick auf die obere Seite des Zettels werfen um zu sehen, worum es sich hierbei handelt. Sofern einige Personen unwissend unterschrieben, so half mir dies zwar bei der Beschaffung, war aber keineswegs mein Anliegen.“

Unabhängig vom Vorwurf der Urkundenfälschung und Wahlbeeinflussung wird sich der 21-Jährige wohl auch wegen einer Reihe von beleidigenden Äußerungen auf seinen Facebook-Seiten juristisch beraten lassen müssen.

 Auf einer inzwischen gelöschten Facebook-Seite hatte er in einem fiktiven Interview den Volkmarser Bürgermeister pauschal mit kriminellen Handlungen in Zusammenhang gebracht. Außerdem liegt der WLZ ein Facebook-Text vor, in dem der Kandidat den Wahlleiter der Stadt Volkmarsen zitiert und dann mit „Adolf Hitler“ unterzeichnen lässt.

Mehr lesen Sie in der Print-Ausgabe der WLZ vom Sonnabend, 2. Januar.

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