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Ehringer Kirchenvorstand hebt Friedhofsgebühren an

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Von: Armin Haß

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Blick über den Ehringer Friedhof mit frisch geschmückten Gräbern und Bäumen im Herbstlaub.
Für den Friedhof Ehringen hat die aus Ortsbeirat und Kirchenvorstand bestehende Kommission eine neue Nutzungs- und Gebührenordnung verabschiedet. © Armin Haß

Gut ein Jahrzehnt kamen die Ehringer mit den Einnahmen aus den Gebühren für die Pflege des Friedhofes aus. Doch zu Jahresbeginn hat die Kommission aus Mitgliedern des Ortsbeirats und des evangelischen Kirchenvorstands die Gebühren angehoben und die Nutzungsordnung an die veränderten Bestattungsformen angepasst.

Volkmarsen-Ehringen - So enthält die Nutzungsordnung neuerdings die Bestattung von Urnen in Mulchringen rings um Bäume. Im Bereich der Rasengräber sind Urnen nicht mehr vorgesehen. Dort können künftig auch Doppelgräber für die Sargbestattung angelegt werden. Hier sind jeweils liegende Grabplatten vorgesehen, die wenigstens den Namen des/der Verstorbenen enthalten müssen.

Der Friedhof ist für Verstorbene aus Ehringen vorgesehen. Für eine Erdbestattung mit 30-jährigem Nutzungsrecht sind 200 Euro für Menschen ab fünf Jahren fällig, bei einer Rasengrabstätte sind es 240 Euro. Ein Urnengrab an einem der dafür vorgesehenen Bäume kostet 150 Euro. Zudem wird je Grab eine jährliche Pflegegebühr von zehn Euro fällig.

Kirchengemeinde verwaltet den Friedhof

Ziel der Gebührenordnung ist es, die Kosten zu decken und Rücklagen für gestalterische oder bauliche Maßnahmen zu bilden. Doch die Preisentwicklung hat die paritätisch aus Mitgliedern des Kirchenvorstands und des Ortsbeirats dazu bewogen, die Gebühren anzupassen, wie der evangelische Pfarrer Kai Scheiding berichtet. Dieser Änderung habe die Landeskirche zugestimmt.

Die Stadt ist zwar Eigentümerin der Friedhofshalle und der Flächen, die Trägerschaft liegt bei der Kirchengemeinde, die Verwaltung ist Sache der Kommission, die auch die Pflege und alle sonstigen Arbeiten organisieren muss. Ein nicht der Kommission zugehöriger Kassenführer zieht die Gebühren ein. Aufsichtsbehörde ist das Landeskirchenamt.

Weniger ehrenamtliche Helfer

Durch die Eigenleistungen vor allem beim Rasenmähen oder beim Unkrautjäten sind die Gebühren so günstig, wie Pfarrer Scheiding erklärt. Freilich werden die Gebühren für den Erdaushub und die Herrichtung der Grabstelle mit dem Dienstleister separat abgerechnet.

Städtische Mittel werden für Gebäude, Strom und Wasser oder die Grünpflege nicht in Anspruch genommen. Wenn das Budget bei größeren Ausgaben nicht reichen sollte, würde die Kirche um einen Zuschuss gebeten. Doch im Prinzip ist die Kommission gefordert, genügend Geld für Investitionen anzusparen. Ob die Pflege des Friedhofes weiterhin ehrenamtlich erfolgen und das Gebührenmodell weiterhin so erhalten werden kann, ist laut Pfarrer Scheiding fraglich. Die Ehrenamtlichen würden immer älter und weniger. Auch ändere sich die Mentalität, sodass die Gebühren später doch wieder angehoben werden müssten.

Neue Gebühren, neue Friedhofsordnung

In Ehringen wurde der jetzige Friedhof am 20. Mai 1900 eingeweiht. Die letzte Bestattung auf dem alten Kirchhof mit seinen historischen Grabsteinen erfolgte am 18. Mai 1900.

Die Friedhofskommission Ehringen hat die Friedhofsordnung und die Friedhofsgebührenordnung überarbeitet. Die neuen Regelungen können im Internet unter www.ehringen.de nachgelesen werden. (Armin Haß)

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