Volkmarser Kommunalpolitiker ziehen Bilanz des Wahlergebnisses

Erfolg fühlt sich für die Freien Wähler in Volkmarsen an wie das 7:1 gegen Brasilien

Stimmauszählung in Dreier-Teams im Volkmarser Rathaus: Nun liegen die Ergebnisse vor und sorgen für Diskussionsstoff.
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Stimmauszählung in Dreier-Teams im Volkmarser Rathaus: Nun liegen die Ergebnisse vor und sorgen für Diskussionsstoff.

Auf einen Schlag gleich drei zusätzliche Sitze gewinnen. Davon träumt wohl jeder Parteivorsitzende. Klaus Teppe von den Freien Wählern hat es geschafft. Der langjährige Stadtverordnete gibt sich jedoch bescheiden und sagt: „Das ist der Lohn vieler Arbeit von vielen Leuten.“

Volkmarsen - Teppe liebt Fußballvergleiche und erinnert an das 7:1 gegen Brasilien: „Wir haben gehofft, wir können es schaffen. Aber dieser Erfolg ist überwältigend.“

Aber der FWG-Sprecher ist auch selbstbewusst genug und festzustellen: „Wir hatten die richtigen Themen und haben die richtigen Akzente gesetzt.“ Damit meint er wohl auch die Ankündigung, für die Abschaffung der Straßenbeiträge für Anlieger zu kämpfen.

Klaus Teppe ist FWG-Stadtverordneter in Volkmarsen.

Zufrieden ist Teppe auch darüber, dass es gelungen sei, zwei junge Neueinsteiger ins Stadtparlament zu bringen: Die 20-jährige Maren Moldenhauer hat es auf Anhieb geschafft. Der 21-Jährige Lukas Arbert werde nachrücken, sobald der Magistrat besetzt sei.

Auf eine überdurchschnittlich junge Liste verweist auch CDU-Spitzenkandidat Thomas Viesehon: „Die Hälfte unserer Stadtverordneten ist unter 40 Jahre alte. Mit Timon Hundertmark und Sofia Bufo habe man auch zwei 25-Jährige in den CDU-Reihen.

Thomas Viesehon ist CDU-Stadtverordneter in Volkmarsen.

Im Übrigen sei es schade, dass die CDU nur noch über zehn Sitze verfüge: „Beim letzten Mal haben wir den zwölften knapp gewonnen. Diesmal haben wir den elften knapp verloren.“

Zufrieden stimme ihn allerdings die Tatsache, dass die AfD ausgerechnet in der Heimatstadt ihrer Landtagsabgeordneten einen von drei Sitzen habe abgeben müssen. In der Gesamtschau müsse man festhalten: „Jeder dritte Volkmarser hat die CDU gewählt.“

Hakola Dippel ist AfD-Stadtverordneter in Volkmarsen.

AfD-Spitzenkandidat Hakola Dippel bedauert, den Verlust des dritten Stadtverordneten: „Offenbar ist es uns nicht gelungen, unser größtes Wählerpotential, die Nichtwähler, zu mobilisieren. Das könne am schlechten Wetter oder an Corona-Angst gelegen haben. Die Wahlbeteiligung von 53 Prozent belege aber: „Die Leute hatten einfach keine Lust wählen zu gehen.“

SPD-Spitzenkandidat Bruno Kramer ist überzeugt: „Wir haben gute Arbeit im Stadtparlament geleistet. Daran liegt es nicht, dass wir einen Platz abgeben mussten.“ Es sei aber nicht wegzudiskutieren, dass die neue Kraft in der Volkmarser Stadtverordnetenversammlung, die Grünen, ihren Tribut gefordert hätten.

Bruno Kramer ist SPD-Stadtverordneter in Volkmarsen.

Auf Materialschlachten habe die SPD verzichtet. „Wir haben einen Inhalts-Wahlkampf geführt. Aber das hat wohl nicht gewirkt.“ An diesem sehr umfassenden Programm wolle die SPD festhalten. Kramer: „Wir machen so weiter wie bisher.“

Daniel Clemens ist Grünen-Stadtverordneter in Volkmarsen.

Daniel Clemens spricht für die Neuen: „Wir Grünen freuen uns sehr, dass wir nach zehn Jahren Pause mit vier Sitzen in die Stadtverordnetenversammlung einziehen. Wir sind offen für eine Zusammenarbeit. Wir wollen uns für eine grüne Stadtpolitik einsetzen. Da darf gerne jeder mitmachen.“ Es habe ihn gefreut zu sehen, wie viele grüne Facetten auch die anderen Parteien schon für sich übernommen hätten. (Elmar Schulten)

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