Digitalunterricht

Ernstfallprobe für Lockdown an der Kugelsburg-Schule Volkmarsen

Ernstfallprobe an der Kugelsburg-Schule Volkmarsen für eventuell notwendig werdenden digital gestalteten Unterricht.
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Ernstfallprobe an der Kugelsburg-Schule Volkmarsen für eventuell notwendig werdenden digital gestalteten Unterricht.

Beim pädagogischen Tag des Lehrerkollegiums im Bereich Medienbildung ging es an der Kugelsburg-Schule um den digitalen Unterricht: Eine Ernstfallprobe für eine eventuelle Schließung aufgrund der Corona-Pandemie.

Volkmarsen – Die Schüler hatten an diesem Tag unterrichtsfrei. Doch anstatt den Schülern Aufgaben für die häusliche Arbeit zu geben, ging die Schule neue Wege. Die Kugelsburg-Schule nutzte diesen Tag als Probelauf, um für den Ernstfall einer Schulschließung und für den Distanzunterricht vorbereitet zu sein.

Schulcloud als Plattform

Die Haupt- und Realschule nutzt die schul.cloud, in der alle Schüler und Schülerinnen und auf Wunsch alle Eltern angemeldet sind. Die Nutzung ist für die Schüler und Eltern kostenlos. Auf dem Smartphone ist sie mit den bekannten Messengerdiensten (z.B. WhatsApp) vergleichbar.

Mit einem entscheidenden Unterschied: Die schul.cloud ist nicht telefonnummernbasiert. Dadurch greift der Messenger auch nicht auf das persönliche Telefonbuch des Endgerätes zu und speichert dieses nicht. Auch eine Möglichkeit zum Datenaustausch ist integriert.

Datenschutz ganz oben

Die schul.cloud wird in einem Hochsicherheitsrechenzentrum in Deutschland zur Verfügung gestellt und erfüllt alle Anforderungen an den Datenschutz, wie die stellvertretende Leiterin der Kugelsburg-Schule, Anja Möller, erklärt.

Diese Technik wird auch von einigen Polizeibehörden zur internen Kommunikation genutzt. Die schul.cloud funktioniert auf jedem Gerät mit Internetanschluss. Jede Klasse hat ihren eigenen Channel. Das sind Gruppen, in denen die Klassenleitung und die Schüler Mitglied sind, um Daten und Nachrichten auszutauschen.

Unterricht abgedeckt

Zusätzlich hat jeder Kurs seinen Kurschannel, in dem alle Mitglieder des Kurses mit der Fachlehrkraft angemeldet sind. So ist der komplette Unterricht, außer Sport, abgedeckt. In diese Channel kommt man nur auf Einladung, was den hohen Datenschutz der Anwendung unterstreicht.

In der Praxis sah das so aus: Die Schüler wählten sich am pädagogischen Tag digital in den Channel ihrer Klasse ein. Nach Begrüßung und Anwesenheitskontrolle durch die Klassenleitungen wurden ihnen Aufgaben gestellt. Danach wurde das Wechseln in andere Kurse geübt. Auch dort gab es Aufgaben, Rätsel, Umfragen, Vorbereitungsmaterial für die nächste Klassenarbeit.

97 Prozent der Schüler erreicht

Schulleiter Hans-Georg Arens zeigte sich zufrieden: „Wir haben an diesem Tag 97 Prozent aller Schüler erreicht. Das ist ein hervorragendes Ergebnis und freut mich sehr.“

Die Schüler nutzen überwiegend ihre eigenen und dabei sehr unterschiedlichen digitalen Endgeräte. Das macht die Sache nicht einfach. Außerdem gibt es immer noch einige wenige Familien, die keinen Internetzugang haben.

Neue Wege beschreiten

Die Rückmeldungen durch die Lehrkräfte waren nach Auskunft von Arens durchweg positiv. Sie gaben jedoch zu bedenken, dass der Distanzunterricht nicht vergleichbar mit dem normalen Präsenzunterricht ist. Man müsse neue Wege beschreiten, andere Methoden anwenden und die Grenzen des digitalen Mediums beachten.

„Im Falle einer Schulschließung“, so Arens, „können wir nach Stundenplan unterrichten, die Kinder bleiben in ihrem gewohnten Rhythmus und kommen digital in ihre Unterrichtsstunden. Auch abseits von Schulschließungen gebe es sehr viele digitale Möglichkeiten durch die schul.cloud: Umfragen, gemeinsamer Kalender oder Aufgaben für abwesende Schüler. „Wir sind froh, dass der Landkreis uns finanziell die Möglichkeit gab, dieses Medium zu nutzen.“  red 

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