Urgemütlich und ein wenig schläfrig

Erstaunliche Begegnungen beim Bulldoggen-Treff in Volkmarser Sandbruch 

+
Entspannte Bullyrunde auf dem Hassiagelände bei Volkmarsen: die Englischen Bulldoggen Jule, Hannes, Resi und Bruce mit ihren Frauchen beim Treffen der Englischen Bulldoggenfreunde.

Volkmarsen. Kein Gekläff, keine Gerenne, und selbst fürs Pressefoto haben die Englischen Bulldoggen nur ein träges Gähnen übrig. Da ist manches Vorurteil schnell ausgeräumt.

„Das einzige, gegen das die kämpfen, ist ihre Müdigkeit“, bestätigt Andrea Fritzsche und tätschelt ihrer Jule den dicken Kopf.

Die Hundehalterin aus Trier ist Mitorganisatorin des Treffens, das eine Facebookgruppe Englischer Bulldoggenbesitzer am Wochenende auf dem Gelände des Hassia-Windhundevereins bei Volkmarsen ausgerichtet hat. Der Kontrast zu den schlanken Läufern könnte nicht größer sein.

Kräftige Hundeköpfe auf stattlichen Leibern, dazu vier Pfoten, die zu einem Bernhardiner gehören könnten: so sieht die durchschnittliche Englische Bulldogge aus. Und die ist beliebt, was sich schon an der Zahl von 200 Teilnehmern und neunzig Hunden ablesen lässt.

Das Treffen der Halter, die aus ganz Deutschland kommen, ist bereits das zweite der Gruppe. Nach Lutterberg im vergangenen Jahr haben sich Andrea Fritzsche, die in Sachsen-Anhalt lebende Organisatorin Tina Dolze und ihre Mitstreiter diesmal gezielt den Platz in Volkmarsen ausgesucht.

Die zentrale Lage soll moderate Anreisezeiten ermöglichen. Dass diese bei bis zu vier Stunden liegen, nehmen die Hundefreunde gerne auf sich. Der persönliche Austausch gibt eben doch mehr her als die elektronische Verständigung.

Was sie alle an ihren Hunden schätzen, ist schnell geklärt. „Englische Bulldoggen sind einzigartig. Sie sind optimale Familienhunde und geduldig Kindern gegenüber“, erklärt Andrea Fritzsche. Vor allem seien sie eines, nämlich gemütlich.

Zur Gruppe der Kampfhunde werden sie nicht gezählt. Dass sich die Rasse auch durch ihren Sturkopf und eine ausgeprägte Persönlichkeit auszeichnet, nehmen die Halter dafür gerne in Kauf. Pardon kennen sie nur bei einem nicht: bei sogenannten „Vermehrern“, verantwortungslosen Züchtern ohne Sachverstand.

Die würden immer wieder versuchen, sich mit süßen Welpenfotos auch in die Facebookgruppe einzuschleichen, berichtet Andrea Fritzsche. „Leider ist die Bulldogge ein Modehund geworden“, bedauert sie.

Den Bullyfreunden ist es ein großes Anliegen, Hundefreunde für diese Problematik zu sensibilisieren. Sie empfehlen, Welpen nur bei seriösen Züchtern zu erwerben, um die Gesundheit der Welpen und das Wohlergehen der Hundemutter soweit möglich zu gewährleisten. Zwischen zwei- bis dreitausend Euro müssten für die Anschaffung eines Rassewelpen gerechnet werden.

Wichtig sei immer das FCI-Siegel mit dem Untersuchungsnachweis beider Hundeeltern, um Krankheiten oder Deformationen wie beispielsweise eine zu platte Nase zu vermeiden.

Die Bulldoggen selbst ahnen davon nichts: sie genießen es, ganz entspannt mit Herrchen und Frauchen im Grünen zu campieren.

(Von Sandra Simshäuser)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.