Polizei mahnt zu Misstrauen und zum Notieren der Autokennzeichen

Gauner betteln am Straßenrand bei Herbsen

Vielleicht ist es die erwartete höhere Spenden- und Hilfsbereitschaft der Menschen in der Vorweihnachtszeit, die jetzt verstärkt Gauner und Betrüger veranlasst, ihren kriminellen Geschäften nachzugehen.

Volkmarsen. Den Eindruck hatte ein Külter, als er am Montag Nachmittag die Landstraße L 3081 zwischen Herbsen und Ammenhausen befuhr. Dort war ihm ein scheinbar liegen gebliebener Kleinwagen aufgefallen. Daneben eine junge Frau, die ihm zuwinkte, um Hilfsbedürftigkeit zu signalisieren und ihn zum Anhalten zu bringen.

Pflichtbewusst hielt er also an. Sie benötige dringend Geld, denn ihr sei das Benzin ausgegangen, behauptete die junge Dame. In gebrochenem Deutsch erklärte sie außerdem, schwanger zu sein und darum nicht laufen zu können. Ein Blick in den Fond des Wagens zeigte aber, dass sich dort zwei junge Männer geduckt verborgen hielten.

Betteln ist keine Straftat

Also beendete der Külter schnell das Gespräch und setzte seine Fahrt fort, bevor die „anonymen Mitfahrer“ wohl möglich aussteigen und der Argumentation ihrer „Kollegin“ tatkräftigen Nachdruck verleihen konnten.

Auf dem Rückweg von Ammenhausen nach Külte fiel der Kleinwagen dem Külter übrigens ein zweites Mal auf. Jetzt saß die angeblich werdende Mutter auf dem Beifahrersitz, einer der beiden Mitfahrer lenkte das Auto, der andere saß auf der Rückbank. Der anschließende Anruf bei der Polizei zeigte, dass auch andere Autofahrer auf die winkende junge Frau aufmerksam wurden.

Polizeisprecher Dirk Richter von der Polizeidirektion in Korbach bestätigt, dass es immer wieder zu Bettelversuchen komme. Oft seien es Reisende aus Osteuropa, die auf diese Weise versuchten, an Geld zu kommen.

Allerdings sei Betteln keine Straftat. So lange die Bettler nicht aufdringlich werden oder gar aggressiv, habe die Polizei hier kaum eine Möglichkeit einzuschreiten.

Autobahngold als Pfand ist Betrug

Anders sei die Lage beim so genannten Autobahngold, sagt Richter: Bei dem Autobahngold handelt es sich um scheinbare wertvolle Dinge, die hilfsbereiten Menschen an Autobahnraststätten als Pfand für ausgeliehenes Bargeld angeboten wird.

Bei näherem Hinsehen stellt sich dann meist heraus: Der Pfandgegenstand aus Gold ist nichts wert und das geliehene Geld ist weg. Solche Taten seien strafrechtlich als Betrug zu werten. Reines Betteln aber sei straffrei, so der Polizeisprecher.

Dennoch rät er Betroffenen, die von angeblich hilfsbedürftigen Personen um Geld für Benzin angebettelt werden, sich zweimal zu überlegen, ob sie wirklich helfen wollten. Vor allem aber solle das Autokennzeichen notiert und die Polizei informiert werden.  

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