Ein Stück Lebensqualität

Das gehört zum Dorfleben in Ehringen: Der Tante-Emma-Laden

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Bei ihr gibt alle Waren für den täglichen Bedarf: Elke Jäger an der Kasse ihres Dorfladens in Ehringen.  

Volkmarsen-Ehringen – Elke Jäger ist nicht Tante Emma. Und doch beschreibt der Begriff Tante-Emma-Laden ziemlich genau, was ihr Edeka-Laden für das Erpedorf bedeutet: Auf 100 Quadratmetern bietet die selbstständige Kauffrau alles, was ein Familienhaushalt zur Grundversorgung benötigt.

Elke Jäger ist mit Leib und Seele Einzelhändlerin. Schon als Kind ist sie quasi im Laden ihrer Großeltern großgeworden. Und so stand für sie früh fest, dass auch sie eine Ausbildung im Einzelhandel absolvieren würde. 1984 übernahm sie dann den Laden der Großeltern.

1996 kaufte sie das ehemalige Raiffeisenlager schräg gegenüber und richtete hier ein modernes Ladengeschäft nach ihren Vorstellungen ein. Ihr Laden liegt nun gut erreichbar unmittelbar an der Durchgangsstraße als auch an der verkehrsberuhigten Mittelstraße.

In ihren Regalen stapelt sich alles für den täglichen Bedarf: Süßwaren, Backwaren, frisches Obst und Gemüse, Getränke, Batterien und vieles mehr.

Sogar aus Nieder-Elsungen und Volkmarsen kommen ihre Kunden, weil sie wissen, dass es hier Brot und Kuchen von Bäckermeister Brisemeister gibt. Der Ehringer betreibt in Wolfhagen noch die letzte richtige Backstube. Fleisch und Wurstwaren liefert die Metzgerei aus Viesebeck.

Bis kurz vor Weihnachten konnten die Ehringer bei Elke Jäger auch noch ihre Briefmarken kaufen und Postpakete aufgeben. Dieser Service wurde dann aber eingestellt, weil es in Ehringen kein Telekom-Handynetz gibt.

Das ist aber nötig für die moderne Paketlogistik von DHL. Notgedrungen wurde Elke Jäger dann Partneragentur des Hermes-Paketdienstes.

Natürlich ist so ein Dorfladen auch eine Nachrichtenbörse. Man trifft sich und tauscht das Neuste aus der Nachbarschaft aus. „An solchen Gesprächen beteilige ich mich aber nicht. Ich höre viel, sage aber nichts weiter. Alles andere bringt nur Ärger.“

Gerne erzählte Elke Jäger von den Dreharbeiten zu dem Fernsehfilm „Das unreine Mal“. Damals, 2006, hat das Filmteam auch ihren Laden auf den Kopf gestellt. Alles musste stimmen für eine Szene im Film.

Ihr Ziel ist es, für ihre Ehringer ein möglichst breites Angebot parat zu halten. „Die Jungen sind ja flexibel und können überall einkaufen, die Alten aber haben meist kein Auto und sind auf den Laden um die Ecke angewiesen“, weiß Elke Jäger.

So lange ihr die Ehringer treu bleiben, will sie ihren Tante-Emma-Laden weiterbetreiben. 

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