Kollekte aus Solidaritätsgottesdienst übereicht

Große Hilfsbereitschaft nach Amokfahrt im Karnevalsumzug von Volkmarsen 

Die Kollekte vom Solidaritäts-Gottesdienst überreichte Pfarrer Martin Fischer (rechts) an Christian Diste (Karnevalsgesellschaft). Beide zeigen Papierblumen mit Genesungswünschen einer Schulklasse aus Korbach. Foto: Armin Haß

Volkmarsen. Genesungswünsche für die vielen Verletzungen, viel Hilfsbereitschaft aus der Region und Zeichen der Solidarität kamen nach der Amokfahrt beim Karnevalsumzug in Volkmarsen. 

 Bewegt und dankbar nahm der Präsident der Volkmarser Karnevalsgesellschaft (VKG), Christian Diste, die Kollekte von rund 1300 Euro entgegen. Das Geld kam am Ende des von 1000 Menschen besuchten Solidaritätsgottesdienstes nach der Amokfahrt beim Rosenmontagsumzug mit über 100 Verletzten entgegen.

Zuspruch aus dem Bundesgebiet

Überwältigt äußerte sich Diste gestern über die Hilfsbereitschaft und den Zuspruch aus dem gesamten Bundesgebiet nach der Gewalttat eines 29-jährigen Volkmarsers, der seinen Wagen in eine Menschenmenge steuerte. Bunte Papierblüten, die Jungen und Mädchen von der Berliner Schule in Korbach mit aufmunternden Wünschen für die vielen Verletzten beschrieben, illustrieren eindrucksvoll, wie sehr die Menschen aus der Region Anteil nehmen. Der TuS Helsen schickte ein Foto mit einem Transparent, mit dem Solidarität bezeugt wird.

Die Kollekte umfasst als eine der größten Einzelspenden 200 Euro von den eng mit der VKG verbunden Kolpingsnarren Zierenberg. 20 Euro kamen kurz vor der Übergabe durch Pfarrer Martin Fischer noch hinzu. Auch er ist dankbar für die mitfühlenden Botschaften aus den Pfarreien, in denen er Kaplan war.

Wertvolle Hilfe

Wie das Geld konkret verwendet wird, ist laut Diste noch nicht entschieden. „Wir wollen was für die Kinder tun, für die Verletzten, Angehörigen und Helfer“, skizzierte er die Verwendungsmöglichkeiten.

Als wichtig bezeichneten Diste und Pfarrer Fischer die seelsorgerische und psychologische Betreuung, die die evangelischen Notfallseelsorger und speziell ausgebildete Mitarbeiter der Polizei unmittelbar anboten. In der Pfarrei stehen wird weiterhin seelsorgerische Hilfe angeboten.

Diste ermutert alle Betroffenen, Hilfe anzunehmen. Mit Unterstützung des Weißen Rings Waldeck-Frankenberg nimmt Diste zusammen mit dem Elferrat psychologische Betreuung in Anspruch. Dazu gehören auch Einzelgespräche.

Betreuung annehmen

Es sei besser, falschen Stolz abzubauen als die Belastung mit sich herumzutragen. Schließlich frage man sich, wie so eine Tat im ländlichen Volkmarsen passieren konnte und was man dagegen hätte tun können.

Alle Zeichen und Worte des Zusammenhalts und des Mitgefühls täten indessen gut und zeigten, dass es weiter gehe. „Das gibt Kraft und zeigt, dass das Herz des Karnevals weiter schlägt.“

Besuch des Staatsministers Roth

Staatsminister Michael Roth (Auswärtiges Amt) war nach der schrecklichen Tat vom Rosenmontag in Volkmarsen, um sich mit der Landtagsabgeordneten Dr. Daniela Sommer sowie Landrat Dr. Reinhard Kubat und Kommunalpolitikern ein genaues Bild von der Situation zu machen und Hilfe anzubieten. 

Roth: „Uns alle hat die Amokfahrt in Volkmarsen erschüttert. Menschen zwischen zwei und siebzig Jahren wurden teilweise schwer verletzt. Mir war es ein Bedürfnis, mir vor Ort einen Eindruck zu schaffen.

Staatsminister Michael Rothe (Mitte) in Volkmarsen.

 „ Die Bevölkerung stehe in dieser schwierigen Zeit zusammen, die Hilfsbereitschaft sei riesengroß. Die Rettungs- und Sicherheitskräfte leisteten eine hervorragende Arbeit, stellte er fest. Viele Fragen bleiben bislang jedoch unbeantwortet, u. a. das Motiv des mutmaßlichen Täters. Roth und seine Begleiter nutzten die Gelegenheit zum Informationsaustausch mit Bürgermeister Hartmut Linnekugel.

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