Ein Haus der regionalen Geschichte

Prominente Unterstützung für deutsch-jüdisches Geschichtsprojekt

+
In einem Gewölbekeller im Volkmarser Steinweg fanden Ernst Klein und Joachim Geritzen aus Warburg 2013 ein jüdisches Ritualbad. Nun steht das Haus zum Verkauf. Ernst Klein will die Chance nutzen und das geschichtsträchtige Haus für den Verein "Rückblende - Gegen das Vergessen" erwerben.

Volkmarsen. Daniela Schadt, die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck, wird am Sonntag, 15. Januar, um 19 Uhr zum Neujahrsempfang des Vereins „Rückblende - Gegen das Vergessen“ in der Kugelsburg-Stadt erwartet.

Damit würdigt sie das nächste große Projekt des Vereins, der im Haus Steinweg 24 ein Archiv zur deutsch-jüdischen Geschichte in Nordhessen einrichten will.

Den Anstoß gab der archäologische Fund einer Mikwe im Keller des Fachwerkgebäudes in der Altstadt. Das jüdische Ritualbad stammt aus dem Mittelalter und ist der Beweis dafür, dass die Geschichte der jüdischen Gemeinde in der Stadt mehr als 500 Jahre zurückreicht.

 Nun steht das Gebäude zum Verkauf, was der Verein Rückblende als Chance für die historische Forschung und Dokumentation nutzen will.

„Es gibt zwar schon eine Reihe von Museen, die die Jahrhunderte alte jüdische Kultur in deutschen Großstädten dokumentieren. Für eine Landgemeinde gibt es das aber noch nicht“, unterstreicht Rückblende-Vorsitzender Ernst Klein die Bedeutung des Projektes.

Die Raumaufteilung im zweistöckigen Fachwerkhaus biete sich für die Unterbringung von Archivalien kleinerer Forschungsprojekte aus ganz Nordhessen an.

Auch der Verein Rückblende unterhält im Haus Dr. Bock eine Geschichtswerkstatt, in der vor allem Jugendgruppen und Studenten das jüdische Leben in Volkmarsen über viele Jahrhunderte nachvollziehen könne.

Diese Sammlungen könnten im Volkmarser Steinweg zusammengefasst und professionell präsentiert werden. Das Gebäude bietet Platz zur zeitlich begrenzten Unterbringung von Heimatforschern und Geschichtsstudenten.

 Vor diesem Hintergrund ist auch das Engagement von Bundespräsident Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt zu verstehen. Gauck war bereits zweimal in Volkmarsen und unterstützt die Arbeit von Ernst Klein und seinem Verein seit Jahren.

 Mehr zum Verein und zum Mikwe-Projekt im Internet unter www.rueckblende-volkmarsen.de- Anmeldungen zum Neujahrsempfang (Einlass ab 18 Uhr) per Mail erbeten bis zum 10. Januar an: ernstwklein@web.de

Mehr in der gedruckten WLZ.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare