Bauern in Gymnich organisieren Weiterleitung

Herbser Hilfskonvoi war ein echtes Abenteuer

Verladen der Hilfsgüter am Sonnabend in Herbsen: Auf dem Gelände der Spedition Hasenschar in Herbsen wurden hunderte von Wagenladungen angeliefert und für den Abtransport vorbereitet.
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Verladen der Hilfsgüter am Sonnabend in Herbsen: Auf dem Gelände der Spedition Hasenschar in Herbsen wurden hunderte von Wagenladungen angeliefert und für den Abtransport vorbereitet.

Von der abenteuerlichen Fahrt in einem Hilfskonvoi in Richtung Hochwassergebiet berichtet der Schmillinghäuser Ortsvorsteher Elmar Kottenstede.

Herbsen/Schmillinghausen - Gemeinsam mit seinem Ortsvorsteher-Kollegen Burkhard Scheele aus dem benachbarten Herbsen will Kottenstede eine Art Partnerschaft der Hilfe mit den von der Hochwasser-Katastrophe besonders betroffenen Stadtteilen der Großgemeinde Erftstadt aufbauen.

Nach der spontanen Sammelaktion für Hilfsgüter am Sonnabend auf dem Gelände der Spedition Hasenschar in Herbsen machten sich am späten Samstagnachmittag 14 Lastwagen auf den Weg. Doch je näher die 40-Tonner ihrem Zielgebiet kamen, desto größer wurden die Schwierigkeiten. Mehrfach wurden die Hilfsgüter aus dem Waldecker Land umdirigiert. Dabei hielt der Konvoi schon früh telefonischen Kontakt zur Polizei und zu den Rettungskräften im Überschwemmungsgebiet.

Schnell und unkompliziert funktionierte das Entladen von vier 40-Tonnern, die Viehfutter geladen hatten. Ein Landwirt in Erftstadt-Gymnich öffnete seine Scheune und versprach, sich um die Verteilung zu kümmern. Währenddessen wurde ein Lastwagen aus dem Konvoi als Vorhut an die Ahr geschickt. Die anderen folgten und warteten auf einem Rastplatz auf weitere Anweisungen. Die kamen aber nicht, weil die Organisation in Ahrweiler noch nicht voll angelaufen war.

Weiterverteilung privat organisiert

Kottenstede berichtet, dass er um Mitternacht Dutzende von Anrufen mit Polizeidienststellen und Rettungsstäben geführt. Viele Nummern seien nachts nicht besetzt gewesen. So habe er schließlich einen Schreinermeister-Kollegen in der Region um Hilfe gebeten. Als der aber auch keine Anlaufstelle habe nennen können, sei der Konvoi nach Gymnich zurückgekehrt, wo die örtlichen Landwirte um 3 Uhr nachts weitere Hallen als Zwischenlager bereitgestellt hätten. Um 5 Uhr morgens seien schließlich alle Lastwagen entladen gewesen. Gegen 8 Uhr waren alle zurück im Waldecker Land.

Inzwischen habe er Fotos von der privat organisierten Weiterverteilung der Hilfsgüter in Erftstadt erhalten. Die Ortsvorsteher dort hätten mit den Ortsvorstehern von Herbsen und Schmillinghausen vereinbart, engen Kontakt zu halten, um Hilfsgelder gezielt an bedürftige Hochwasseropfer in den betroffenen Stadtteilen von Erftstadt weiterzuleiten. Für diesen Zweck hat Kottenstede ein Treuhandkonto mit der IBAN DE63 5235 0005 0000 1328 03 eingerichtet. Kontozusatz: OB Schmillinghausen - Flutopferhilfe.

Spediteure verzichten auf Dieselspenden

Unterdessen haben die an dem Hilfskonvoi beteiligten Speditionen ausdrücklich auf einen Ersatz ihrer Diesel- und Mautkosten verzichtet. Spontane Geldspenden, die bereits am Montag persönlich abgegeben wurden, sind an das Spendenkonto der Ortsbeiräte weitergeleitet worden. Spediteur Stephan Hasenschar bittet darum, auch alle weiteren ihm telefonisch zugesagten Spenden auf das Konto des Ortsbeirats zu überweisen. (Elmar Schulten)

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