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IG Metall setzt Warnstreiks im Waldecker Land fort

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Von: Elmar Schulten

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Warnstreik bei der Firma Phönix Armaturenwerke in Volkmarsen: Die IG Metall kämpft für acht Prozent Inflationsausgleich. Links am Mikrofon spricht Gewerkschaftssekretär Andreas Köppe.
Warnstreik bei der Firma Phönix Armaturenwerke in Volkmarsen: Die IG Metall kämpft für acht Prozent Inflationsausgleich. Links am Mikrofon spricht Gewerkschaftssekretär Andreas Köppe. © Elmar Schulten

Rund 70 Mitarbeiter der Firma Phönix Armaturenwerke beteiligten sich am Montagvormittag (14. November) an einem Warnstreik, zu dem die IG Metall in der laufenden Tarifrunde aufgerufen hatte.

Volkmarsen - Ungewöhnlich: Der Personalleiter des Unternehmens und eine Mitarbeiterin standen mit Namenslisten am Werkstor und notierten, wer sich am Streik beteiligte und wer nicht.

Ein solches Vorgehen habe er bei ähnlichen Aktionen noch nicht erlebt, rief Gewerkschaftssekretär Andreas Köppe den Streikenden zu. Gleichzeitig beruhigte er aber: „Dieses Vorgehen sei legal. Der Arbeitgeber dürfe die durch den Streik ausgefallene Arbeitszeit erfassen und bei der nächsten Lohnabrechnung in Abzug bringen. Ebenso sei es aber auch gutes Recht der Arbeitnehmer, ohne auszustempeln, in Streik zu gehen.

Mehrfach den Eigentümer gewechselt

Die Firma Phönix Armaturenwerke produziert mit rund 150 Mitarbeitern hoch spezialisierte Absperrventile für extreme Anwendungsgebiete. Die größten dieser Absperr-Armaturen finden sich auf Ölbohrplattformen, die kleinsten in Raumstationen von Nasa und Esa.

Das Volkmarser Unternehmen, das erst vor wenigen Jahren von einem amerikanischen Unternehmen aufgekauft worden war, gehört inzwischen einem deutschen Private Equity Vermögensverwalter.

Haustarifvertrag ausgehandelt

„Mit dem neuen Geschäftsführer kann man reden“, stellte Gewerkschaftssekretär Andreas Köppe anerkennend fest. Dennoch bleibe festzuhalten, dass die Firma Phönix Armaturenwerke vor Jahren aus der Tarifbindung des Arbeitgeberverbands ausgeschieden sei. Für die Beschäftigten habe die IG Metall seinerzeit mit der Geschäftsleitung einen Haustarifvertrag ausgehandelt.

Das mache es für die Volkmarser kompliziert, wenn nun bundesweit über einen Inflationsausgleich verhandelt werde. Auch der müsse im Zweifel vor Ort nachverhandelt werden. Konkret geht es bei dem Inflationsausgleich, den IG Metall fordert, um ein Lohnplus von acht Prozent für eine Laufzeit von zwölf Monaten.

Lebenshaltungskosten gehen durch die Decke

Die Arbeitgeber hätten ihrerseits auch in der vierten Verhandlungsrunde nur eine Anerkennungsprämie von 3000 Euro mit einer Laufzeit von 30 Monaten angeboten. Außerdem forderten die Arbeitgeber eine „Differenzierung“ beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Damit könne jeder Arbeitgeber je nach Lage entscheiden, ob die Sonderzahlungen flössen oder nicht.

Der Betriebsratsvorsitzende der Firma Phönix Armaturenwerke, Fabian Iske, bekräftigte, dass die Gewerkschaftsforderung von acht Prozent mehr Lohn ihre Berechtigung habe: „Wir merken doch alle auf dem Weg zur Arbeit, wie teuer das Leben geworden ist. Unsere Kosten gehen durch die Decke.“ Das Unternehmen Phönix gebe seine gestiegenen Kosten ja auch an seine Kunden weiter.

Weitere Demonstrationen angekündigt

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat die IG Metall am Dienstag, 15. November, zu einer Großkundgebung nach Kassel eingeladen.

In Korbach ist am Mittwoch, 15. November, eine Großdemonstration geplant. Die Metallbeschäftigten aus der Region treffen sich um 10.30 Uhr vor der Firma Weidemann in Korbach, um dann zu einer Kundgebung vor die Stadthalle zu ziehen. (Elmar Schulten)

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