Angelika Hocke aus Külte ist die Schneiderin der Volkmarser Prinzengarde

Ihre Kostüme sind immer Hingucker im Volkmarser Karneval

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Schneiderin Angelika Hocke näht und gestaltet seit zehn Jahren die Kostüme der Volkmarser Gardemädchen. In dieser Zeit hat sie schon 100 neue Gardekostüme geschneidert, außerdem rund 180 Showtanzkostüme.  

Volkmarsen. Ihre Produkte hat in Volkmarsen jeder schon einmal gesehen. Schließlich sind die Gardemädchen in ihren rot-weißen Uniformen und schicken Kostümen in der Stadt am Fuße der Kugelsburg überall präsent. Aber kaum einer weiß, dass die Kreationen aus Stoff und Strass das Werk von Angelika Hocke aus Külte sind.

Die Schneiderin kann 40 Jahre Berufserfahrung vorweisen, aber erst vor zehn Jahren ereilte sie der Ruf an den närrischen Hof der Volkmarser Prinzen und Prinzessinnen. „Es war am 9. Dezember vor zehn Jahren“, erinnert sich Angelika Hocke: „Da hat man mich gefragt, ob ich einspringen könnte und 36 Uniformen ändern könnte. Neun mussten komplett neu angefertigt werden.“

Karneval war noch lange hin, deswegen hat sie ja gesagt. Und es beinah bereut, denn schnell stellte sich heraus, dass die Prinzenproklamation schon am 5. Januar sein würde. Das war der rekordverdächtig früheste Zeitpunkt für eine PriPro. Und schon war der Zeitdruck da.

„Am Morgen des Heiligabend haben wir damals die Anprobe gemacht. - Und es hat alles gepasst, vor allem mit der Zeit.“

Seitdem sind die Gardemädchen und Angelika Hocke ein eingespieltes Team. Die Schneiderin hat die Große Garde heranwachsen gesehen: „Aus den kleinen Mädchen von damals sind junge Damen geworden. - Richtig schön, das zu erleben!“

In den vergangenen zehn Jahren hat Angelika jedes Jahr 18 neue Showtanzkostüme geschneidert, außerdem rund 100 neue Gardekostüme. - Besonders für die Showtänze ist große Kreativität gefragt.

Schneiderin Angelika Hocke näht und gestaltet seit zehn Jahren die Kostüme der Volkmarser Gardemädchen.  

Hocke: „Die Mädchen und ihre Trainerinnen kommen mit Ideen für ihren nächsten Tanz. Dazu passend sollen die Kostüme gestaltet werden. Dann muss ich überlegen, was ist machbar, welcher Schnitt schmeichelt mehr als der andere?“

Vor allem müssen die Kostüme so genäht sein, dass beim Tanzen und Springen nichts hängen bleibt und reißt. Hautfarbene Teile sind oft eine besondere Herausforderung. Im Schneiderfachgeschäft in Bad Arolsen finde sie meist gute Anregungen. Manches müsse bestellt werden. Für 18 Kostüme gingen dann schnell 60 Meter Stoff drauf. Dazu kommen Zutaten wie Knöpfe, Gummibänder, Fransen, Goldbänder und viele mehr. Schließlich soll auf der Bühne alles gut wirken.

Für die Kostüme des Dreigestirns ist die Külter Schneiderin nicht zuständig: Das macht eine gute Freundin von ihr. Die muss vor allem dicken Samt und Brokatstoff verarbeiten.

Meist verarbeitet Angelika Hocke so genannte Karnevalsseide, also Polyester-, aber auch Jeansstoffe. Einmal sollten die Kostüme aus Kunstleder gestaltet werden. eine besondere Herausforderung für jede Nähmaschine.

Meistens hat die Näherin gleich zwei Maschinen im Einsatz: Die eine mit grünem, die andere mit rotem Garn, immer bereit.

Eigentlich war Angelika Hocke nie eine große Karnevalistin, aber über ihre Nähaufträge von den Gardemädchen sei sie auf den Geschmack gekommen.

Um Pfingsten schneidert sie auch mal Schützenjacken. Die Rhoder Lanzengarde hat sie auch schon mit neuen, historisch angehauchten Kostümen eingekleidet

Ihr Einsatz für die Karnevalisten beginnt meistens schon im August, wenn die Vorbereitungen für den Sessionsauftakt am 11.11. beginnen.

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