Von den beiden maroden Betonbrücken kann am Ende nur eine saniert werden

Im Erpedorf Ehringen: Brückenbauer gesucht

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Die Steenwegbrücke in Ehringen war im November 2017 Ziel eines Ortstermins des Siba-Ausschusses.  

Volkmarsen-Ehringen. Der Bachlauf der Erpe prägt das Dorf Ehringen seit seiner Gründung. Bei Hochwasser kann die Erpe schlimme Verwüstungen anrichten, aber meistens plätschert der Bach ganz friedlich dahin.

Die größte Herausforderung besteht dann darin, den Bach trockenen Fußes zu überqueren. Dazu gibt es eine Reihe von Brücken. Die wichtigsten verlaufen im Zuge der Landes- und Kreisstraße. Es gibt auch auch zwei Fußgängerbrücken. Und die sind in die Jahre gekommen.

Seit Beginn der Dorferneuerung 2013 wünschen sich die Ehringer, dass die Brücken im Bereich Steenweg und Unterstraße erneuert werden, doch zuletzt hatte es geheißen, dass das Land keine Zuschüsse zum Neubau von Brücken zahle.

Diese Aussage sei nun relativiert worden, berichtete Bürgermeister Hartmut Linnekugel bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Integration und Bauen (Siba) am Mittwochabend. Carlos Vicente vom Ingenieurbüro Gröticke und Partner sowie Stefan Steinbiß vom Büro EFG berichteten, dass die beiden vorhandenen Brücken eine Reihe von sichtbaren Schäden aufwiesen. 

Wie groß sind die Schäden an den Brücken?

Darüber hinaus sei mit Hohlräumen im Beton zu rechnen. Bei der objektbezogenen Schadenanalyse habe man aber nur zerstörungsfreie Untersuchungsmethoden angewandt und extra nicht zu fest geklopft, um das Abplatzen weitere Betonstücke zu vermeiden. Die Brücken seien zwar noch standsicher, könnten aber nicht mehr den gleichen Belastungen ausgesetzt werden wie bei ihrem Bau vor über 60 Jahren.

Für einen Neubau mit Holz auf einer Stahlkonstruktion müssten rund 66 000 Euro kalkuliert werden, wenn die alten Widerlager weiter verwendet werden könnten. Man gehe davon aus, dass nach Abzug eventueller Zuschüsse ein städtischer Eigenanteil von 42 000 Euro zu finanzieren sei. Diese Berechnungen beziehen sich nur auf eine Brücke. 

Zuschüsse zur Brückensanierung werden - wenn überhaupt - nur für eine einzige Brücke fließen, wie Bürgermeister Hartmut Linnekugel berichtete. So entwickelte sich im Ausschuss eine Diskussion über die Frage, welche Brücke denn für das Dorf wichtiger sei und vorrangig erneuert werden müsse.

Welche der beiden Brücken ist wichtiger?

Dazu stellte die aus Ehringen stammende SPD-Stadtverordnete Christel Keim fest: Beide Brücken dienen unterschiedlichen Interessengruppen. Beide sind den Ehringern aber gleich lieb. Das bekräftigte auch Ortsvorsteher Gottfried Henkelmann. Für den Fall, dass sich die Ortsgemeinschaft aber entscheiden müsse, habe sich der Ortsbeirat  bei seiner jüngsten Sitzung einstimmig für die Brücke am Steenweg ausgesprochen.

 Mit dieser Auswahl mochte sich aber der CDU-Stadtverordnete Martin Schmand nicht abfinden: Die Brücke am Steenweg sei nur 125 Meter von der Brücke über die Kreisstraße 11 entfernt. Dieser kleine Umweg sei allen Nutzern zuzumuten. Die Brücke an der Unterstraße aber stelle die einzige Fußwegverbindung zum Sportplatz dar.

 Der AfD-Stadtverordnete Thorsten Huntzinger stellte fest, dass sich seine Fraktion am Votum des Ortsbeirats orientieren werde, aber jetzt schon darauf hinweise, dass definitiv nur eine der beiden Brücken saniert werde. Am Ende der Diskussion wies Bürgermeister Linnekugel darauf hin, dass längst noch nicht über einen Zuschuss zur Brückensanierung entscheiden sei. Denkbar sei auch, dass die Wasserbehörde Bedenken geltend machen könne. Dann stehe das ganze Projekt in Frage.

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