Regelmäßige Inventur lässt Rückschlüsse zu

Immer weniger Brutvögel in der Volkmarser Gemarkung: Zählung ist besorgniserregend

Die Turteltaube war 2018 nicht mehr Brutvogel in Volkmarsen. Foto: Dr. Svoboda

Volkmarsen. Eine Inventur der besonderen Art findet jedes Jahr auf einer festgelegten Probefläche von 100 Hektar Größe zwischen Volkmarsen und Lütersheim.

Diese Feldflur ist eine von 1000 Untersuchungsflächen, die vom statistischen Bundesamt ausgewählt wurden, um die dort brütenden Vogelarten zu erfassen.

Die Ergebnisse werden über einen Landeskoordinator an das Bundesamt für Naturschutz weitergeleitet. Die Ergebnisse spiegeln dann die Bestandstrends einzelner Arten und sollen bei alarmierenden Trends Eingang in Schutzbemühungen finden.

In Volkmarsen zählt Dr. Karl Hermann Svoboda seit elf Jahren an vier Terminen zwischen Ende März und Juni die Vögel auf der Untersuchungsfläche.

Das geschieht immer nach dem gleichen Schema auf einer festgelegt Wegroute um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Notwendige Voraussetzung ist die Kenntnis aller ein heimischen Vogelarten und deren Lautäußerungen, die sich Dr. Svoboda in 40 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit und als Autor zahlreicher Fachartikel angeeignet hat.

Seine jüngsten Zählergebnisse klingen alarmierend und decken sich mit anderen Ergebnissen auf ähnlich strukturierten Flächen in Hessen.

Auf der Untersuchungsfläche bei Lütersheim wurden 2009 noch 81 Brutreviere von 29 verschieden Vogelarten gezählt. Die meisten Brutreviere gab es von der Feldlerche, neun Brutpaare auf 100 Hektar.

2018 gab es noch 53 Brutreviere mit 25 verschiedenen Arten. Von der Feldlerche als ehemals häufigster Brutvogelart sind noch drei Brutpaare auf der Fläche übrig geblieben.

Der Volkmarser Vogelexperte Dr. Karl-Hermann Svoboda.

„Dieser Trend ist nicht auf die Gemarkung Volkmarsen begrenzt sondern leider in ganz Hessen zu beobachten“, wie Dr. Svoboda zu berichten weiß: „Es sind noch nicht alle Vögel ausgestorben aber der Trend ist eindeutig negativ.“ Allein drei Vogelarten Turteltaube, Baumpieper und Feldschwirl haben 2018 die Volkmarser Gemarkung verlassen.

Leider lasse sich der Rückgang nicht durch einzelne Maßnahmen aufhalten. Notwendig wären neben örtlichen Biotopverbesserungen auch Schutz der Zugwege und der Überwinterungslebensräume. Vor Ort hofft die NABU Gruppe, dass sich der Landschaftspflegeverband im Landkreis nicht nur mit den Steilhängen am Edersee und der Nationalparkregion beschäftigt. Wichtig wären Bewirtschaftungskonzepte in intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen, sonst werden sich die beschriebenen Trends fortsetzen, so Dr. Svoboda. (r)

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