Karneval in Volkmarsen: Sportlich, närrisch, Schurri

Er ist ein Markenzeichen des Volkmarser Karnevals: Sitzungspräsident Markus Kremper eröffnete und beschloss singend die große Prunksitzung in der Nordhessenhalle.

Volkemissen. Nur noch eine Woche bis Rosenmontag! Ihren närrischen Endspurt haben die Jecken an Twiste und Erpe mit einem beinah fünfstündigen Bühnenprogramm am Samstagabend in der Nordhessenhalle eingeläutet.

Geboten wurden dem karnevalserprobten Publikum ausgefeilte Büttenreden, närrischer Bänkelgesang, moderne Stand-Up-Comedy und natürlich die flotten Garde- und Showtänze, die schon seit Jahrzehnten Markenzeichen des Volkmarser Karnevals sind.

Eröffnet wurde das Programm wie gewohnt vom singende Sitzungspräsidenten Markus Kremper und dem Prolog von Gardemädchen Louisa Henze. Mit Blick auf den amtierenden Prinzen Kai Wiebusch, im Ehrenamt auch Stadtbrandinspektor, und seinem Adjutant Thorsten Tegethoff, gleichzeitig Wehrführer in Volkmarsen rief sie aus: „Unser Schlachtruf ist Schurri. Das ist bei uns so Brauch. Doch dieses Jahr heißt es such: Gut - Schlauch!“

Er kennt die Geschichten aus der Kugelsburgstadt

Als Protokoller hält Peter Kohaupt seit Jahren einen kritischen Jahresrückblick: Warum nur haben die Volkmarser Kindergärten rund um den Martinstag erstmals drei verschiedene Martinszüge abgehalten?

Ebenso wunderte sich Kohaupt, ob die gehäuften Polizeikontrollen am Marktplatz vielleicht mit der Einrichtung des kostenlosen WLAN zusammenhängen könnte: „Vielleicht haben die ja kein Internet in ihrem teuren Neubau in Arolsen.“

Längst geklärt sei, dass die wiederholten Stromausfälle in der Stadt nicht mit der neuen Fassadenbeleuchtung der Marienkirche zu tun habe.

Begeistert war der Protokoller von der Sammelbild-Aktion der Fußballer vom VfR. Seine Sorge nur: Wie tauscht man die Bilder? - "Dreimal Müller für einen Klein? - Den Salokat hab' ich doppelt, den schenk' ich dir?"

Warum wäre die Trauung der Pfarrerin beinah geplatzt?

Kein Blatt vor den Mund nahm Pfarrerin Britta Holk, die an die vom verstorbenen katholischen Pfarrer Edgar Hohmann anknüpfte und die Eulenbütt bestieg. Ihr großes Anliegen: Dass die evangelische Gemeinde einen ebenso festen Platz bei Vereinen und Kommunalpolitikern verdiene wie die katholische.

Immerhin habe sie ja jetzt die „wilde Ehe im Pfarrhaus“ beendet und ihren Bernd geheiratet. Um ein Haar wäre die Trauung aber schief gegangen, weil der Bürgermeister als Standesbeamter eine Krawattennadel mit dem Emblem seines Lieblinsvereins, Borussia Mönchengladbach getragen habe.

Erst, als er Bräutigam sein Ja-Wort verweigerte, habe der Bürgermeister die Krawattennadel abgenommen.

In ihrer ersten Büttenrede bekamen alle ihr Fett weg: Die Feuerwehr, weil zur Feier des 90-jährigen Bestehens nur eine katholische Messe, kein ökumenischer Gottesdienst angesetzt worden war. Der Bürgermeister und der Erste Stadtrat, weil sie zwar bei der 700-Jahr-Feier der katholischen Kirche, nicht aber bei der 150-Jahr-Feier der evangelischen Kirche dabei waren.

Im Gegensatz dazu lobte sie den Bestatter Franz-Heinrich Henze: "Evangelisch, katholisch - das ist ihm völlig gleich. Hauptsache, es geht über ihn ins Himmelreich."

Applaus auch zu ihrem Refrain: "Ich bin die Pfarrerin Britta Holk und grüße von hier das närrische Volk!"

Die schönsten Fotos von der Volkmarser Prunksitzung finden Sie in dieser Bildergalerie: Fotos:

 

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