Gemeindereferent von Rüden im Interview

Kommunion in Volkmarsen wird nachgeholt

Die Pfarrkirche St. Marien in Volkmarsen.
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Die Pfarrkirche St. Marien in Volkmarsen.

Die eigentlich fürs Frühjahr vorgesehene Erstkommunionsfeier in Volkmarsen ist wegen der Corona-Pandemie verschoben worden und findet am 6. September statt. Dazu äußert sich Gemeindereferent Alexander von Rüden.

Wie geht die katholische Kirche mit den Kommunionsfeiern um?

Alexander von Rüden: Wir hatten die ursprünglich für den 19. April in Volkmarsen sowie 10. Mai in Wolfhagen vorgesehenen Erstkommunionfeiern nach Bekanntwerden des Lockdowns im März abgesagt und den betroffenen Kindern und Familien die Perspektive geboten, sie in der zweiten Jahreshälfte nachzuholen.

Hinsichtlich neuer Terminvorschläge hatten dann die Familien die Möglichkeit, sich mit einzubringen. Dabei ergab sich der September als präferierter Nachholmonat in allen vier Kirchengemeinden des Pastoralverbunds.

Haben Sie sich mit Absagen schwer getan, und was sind für die Kirche konkrete Folgen?

von Rüden: Es war natürlich schon eine traurige Situation, als wir im März, gewissermaßen kurz vor dem Ziel, die Erstkommunionfeiern absagen mussten. Aber der Lockdown, und damit einhergehend das Unterbinden von Menschenansammlungen, war natürlich wichtig und richtig mit Blick auf den Gesundheitsschutz, gleichwohl hat die Absage erst einmal auch viele Enttäuschungen ausgelöst, denn alle hatten ja auf diesen festlichen und sorglosen Tag der Erstkommunion hingearbeitet.

Bezogen auf den menschlichen Lebensweg ist die Erstkommunion eine durchaus wichtige Wegmarke. Aber sie ist gewissermaßen nur ein Etappenziel. Insofern bleibt die Hoffnung, dass die Kinder und Familien auch nach den Feiern im September Gelegenheiten wahrnehmen, mit Kirche und Gemeinde im Kontakt zu bleiben.

Ich glaube, solche Alternativangebote, wie es sie auch für Familien während des Corona-Lockdowns rund um Ostern und die Feiertage im Mai/Juni in unserem Pastoralverbund gab, sind in dieser Hinsicht zukunftsfähig, hierzu zählen beispielsweise Social-Media-Andachten, interaktive Prozessionswege oder auch Kindergottesdienst-to-go.

Sind Alternativen zur Verschiebung diskutiert worden? Vielleicht die Kommunionen in kleineren Gruppen?

von Rüden: Nicht im Wolfhager Land, aber andernorts haben sich einige Gemeinden auch noch weitere Alternativen einfallen lassen, etwa, dass verteilt über mehrere Wochen und Monate immer ein Kommunionkind sonntags mit seiner Familie zum Gottesdienst kommt und in dessen Rahmen seine Erste Heilige Kommunion empfängt. Anderswo erfolgten auch schon Erstkommunionfeiern unter freiem Himmel.

Wie wirken sich Verschiebungen auf die Jugendlichen aus?

von Rüden: Natürlich werden die Kinder zunächst enttäuscht gewesen sein, dass ihr Fest nicht im beabsichtigten Rahmen stattfinden konnte, und diese Enttäuschung mag vermutlich auch jetzt noch andauern, wenn man bedenkt, dass ja die Ausrichtung eines solchen Festes unter den notwendigen Schutzmaßnahmen und Personenbegrenzungen Einschränkungen mit sich bringt, etwa wenn nicht alle aus der Familie teilnehmen können, weil einige zur Hochrisikogruppe zählen oder aber die Einreise aus dem Ausland scheuen.

Ich glaube aber, dass die Kinder nachvollziehen konnten, dass zum Schutz aller Beteiligten kein Weg an einer Aufschiebung vorbei ging. Mittlerweile, so denke ich, werden sich die Kinder freuen auf den langersehnten Zeitpunkt, wo sie Jesus Christus bald ganz nah kommen dürfen, im Brot des Lebens, das sie am Tag ihrer Ersten Heiligen Kommunion zum aller ersten Mal empfangen werden.  (Fragen von Sascha Hoffmann)

In St. Marien in Volkmarsen wird die Erstkommunionfeiern am Sonntag, 6. September, um 8.45 Uhr und 11.30 nachgeholt.

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