Touristische Nutzung der Kugelsburg verbessern

Zwei Gutachten vorgestellt: Kugelsburg als Wahrzeichen stärken

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Störche vor der Kulisse der Volkmarser Kugelsburg: Hier sollen künftig mehr Hochzeiten gefeiert werden.  

Volkmarsen. Mit Plänen für die künftige touristische Nutzung der Kugelsburg beschäftigten sich die Mitglieder der städtischen Parlamentsausschüsse bei ihrer jüngsten gemeinsamen Sitzung.

Dipl.-Ing. Thorsten Ulott von der Kasseler HAZ GmbH präsentierte ein Kurzgutachten zur Einschätzung des Instandsetzungsbedarfs und der Dringlichkeit an der Kugelsburg. Als oberste Priorität bezeichnete er die Behebung von Ausbauchungen, Schiefstellungen, offenen Fugen und ausgebrochenen Mauerwerksteile. Das sei allein schon aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht nötig.

Beispielhaft erläuterte er die Mängel mit Fotos von der oberen und der unteren Ringmauer, dem Palas und dem Wohnturm. Mittelfristig wäre unter anderem die Mauerkrone instandzusetzen, Bewuchs zu entfernen. Außerdem sei das Bauwerk an mehreren Stellen gegen Durchfeuchtung schützen.

Alte Gemäuer dauerhaft erhalten

Die kurzfristigen Instandsetzungen bezifferte Ulott auf 517.000 Euro netto, ohne Baunebenkosten, die nochmals mit etwa 30 Prozent zu Buche schlügen. Für die mittelfristigen Maßnahmen, die innerhalb etwa fünf Jahren durchgeführt werden sollten, rechnet der Bauingenieur mit Kosten in Höhe von weiteren etwa 276.000 Euro.

Der AfD-Stadtverordnete Thorsten Huntzinger sprach die Befürchtung aus, dass die tatsächlichen Kosten höher ausfallen und so „schon knapp siebenstellig“ ausfallen könnten. Das sei nur mit Zuschüssen zu stemmen.

Konkrete Auskünfte zur Finanzierung konnte Bürgermeister Hartmut Linnekugel noch nicht geben. Aus dem Leader-Programm jedenfalls könnten nur „weiche Faktoren“, die tourismusfördernd wirken, bezuschusst werden.

Konkrete Vorschläge für die touristische Nutzung

Vorschläge zur touristischen Entwicklung unterbreitete Dipl.-Ing. Sonja Kunze aus Kassel. Historische Führungen, ein Burgfest 2021 und die Gründung eines Fördervereins Kugelsburg wurden von Kunze unter anderem angeregt. 

Sie empfahl eine verbesserte und einheitliche Vermarktung und ein Leitsystem zur Burg für Wanderer, Radfahrer und Autofahrer. Kostspieliger waren da allerdings die baulichen Ideen, mit denen die Burgruine zwischen dem Freizeitgelände am Sauerbrunnen und dem Burgschwimmbad zum Anziehungspunkt werden könnte: 

Der Eselsweg könnte mit einem Belag und mit Beleuchtung versehen werden, ebenso der Parkplatz an der Burg. 

Der Palas böte sich nach entsprechender Herrichtung und mit einer mobilen Bühne als Veranstaltungsfläche für Vorführungen an und in einem Servicegebäude am Berghang könnten öffentliche Toiletten angeboten werden. 

Seilbahn würde eine Million Euro kosten

Die in einem Workshop vorgeschlagene Rekonstruktion von Wohngebäuden, Seilbahn zur Burg und Glaskuppel im Innenhof wurden aus Kostengründen verworfen. Alle realisierbaren Maßnahmen zusammen würden nochmals zu einer Summe von rund einer Million Euro führen.

 Für den FWG-Stadtverordneten Klaus Teppe war die Idee eines Balkons an der Burg für Hochzeitsfotos dann doch zu kostspielig: „Da müssen wir schon viele andere Probleme abgestellt haben“, meinte er und verwies auf den Zustand der Sportplätze, wenngleich er sich mit allen Anwesenden einig sah, das Volkmarser Wahrzeichen auf jeden Fall erhalten zu wollen.

 Die Präsentation der beiden Gutachten sei erst die Auftaktveranstaltung gewesen, meinte der Bürgermeister. Im nächsten Schritt sollte über die Vorschläge und die gesammelten Ideen nach Priorität und Finanzierbarkeit politisch entschieden werden.

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