Lokführer glaubten, Menschen überfahren zu haben

Lebensecht wirkende Puppen auf Bahngleisen: Bundespolizei ermittelt Tatverdächtige

Die Bundespolizei in Kassel hat zwei Tatverdächtige ermittelt, die an zwei Abenden im Januar Puppen auf Bahngleise gelegt hatten.
+
Die Bundespolizei in Kassel hat zwei Tatverdächtige ermittelt, die an zwei Abenden im Januar Puppen auf Bahngleise gelegt hatten.

Was sich Ende Januar als Schockmoment für zwei Lokführer darstellte, endete inzwischen in einem Ermittlungserfolg für die Bundespolizei in Kassel.

Volkmarsen/Marsberg - Durch umfangreiche Ermittlungsarbeit ist es Bundespolizisten gestern am Dienstag, 16. Februar, gelungen einen 20-Jährigen aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg und einen 22-Jährigen aus dem Hochsauerlandkreis zu ermitteln.

Beide sind dringend verdächtig, in zwei Fällen, menschenähnliche Puppen auf den Gleisen deponiert zu haben. Die Lokführer auf den betroffenen Bahnstrecken glaubten jeweils, einen echten Menschen zu überfahren und leiteten daher eine Schnellbremsung ein.

Die Bahnbediensteten erlitten beide einen Schock und mussten arbeitsunfähig abgelöst werden. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr

Die Bundespolizeiinspektion Kassel führte daher die Ermittlungen wegen des Verdachts eines gemeinschaftlich begangenen „Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr“.

Die erste Tat ereignete sich am 20. Januar im Bereich Marsberg und nur einen Tag später im Bereich Volkmarsen.

„Solche Taten, bei denen die Gesundheit anderer Menschen gefährdet werden, sind keine Dummejungenstreiche, sondern gravierende Straftaten“, sagt die Polizeidirektorin Sonja Koch-Schulte, Leiterin der Bundespolizeiinspektion Kassel

Mehrere Bundespolizisten durchsuchten gestern am Dienstag, im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kassel, unter anderem die Wohnungen der beiden Männer. Dabei stellten die Beamten zahlreiches Beweismaterial sicher, unter anderem auch Gegenstände, die bei der Tatausführung verwendet wurden.

Die Staatsanwaltschaft Kassel hat gegen beide Männer jeweils ein Strafverfahren eingeleitet. Die Ermittlungen dauern noch an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare