Taxifahrer holt Verletzten aus brennendem Auto

Lebensretter schildert dramatische Minuten in der Nacht am Verkehrskreisel bei Volkmarsen

Rettung aus brennendem Auto: Aus diesem Mazda holte ein Taxifahrer am Kreisverkehr bei Volkmarsen den verletzten Fahrer heraus . Foto: 112-magazin

Volkmarsen. „Der hat totales Glück gehabt“, sagt der Taxifahrer, der am Samstagmorgen einem 27-jährigen Autofahrer das Leben rettete (wir berichteten). Der Mann war im Kreisel an der Logistikhalle Volkmarsen verunglückt, kurz darauf geriet der über die Leitplanke geschleuderte Wagen in Brand.

Der 31-jährige Taxifahrer war mit drei Fahrgästen in seinem Wagen von Bad Arolsen in Richtung Volkmarsen unterwegs. Beim Einfahren in den Verkehrskreisel nahm er den Lichtschein von dem auf das Feld neben der Leitplanke gestürzten Pkw wahr und steuerte sein Taxi fast einmal um den Kreisel auf die Zufahrt zum Feldweg nach Külte.

So kam der Fahrer zur Unfallstelle

Der Taxifahrer stieg aus, um Erste Hilfe leisten zu können und setzte einen Notruf ab. Der Bad Arolser trat an den stark beschädigten Mazda heran und sprach den Fahrer an: „Der stand unter Schock und roch nach Alkohol. Er fluchte und erklärte, dass der Wagen sich gedreht hatte.“ Wegen möglicher Rückenverletzungen wollte er den Fahrer aber nicht aus dem Wagen ziehen.

Plötzlich sah er Qualm und dann auch Flammen aus dem Motorraum schlagen. Darauf hin riss er zusammen mit einem der Fahrgäste die verkeilte Tür auf und zog den Verletzten aus dem Wagen.

Das ergab die Suche

In dem Moment kam auch schon von Volkmarsen der Rettungswagen, der Notarzt eilte von Bad Arolsen herbei:„Das ging ganz schnell.“

Der Taxifahrer suchte noch mit der Handy-Taschenlampe das Umfeld des Unfallautos nach weiteren Verletzten ab. „Der Fahrer hat zwar gesagt, dass er allein im Auto war. Sicherheitshalber bin ich aber noch mal losgezogen.“ Doch glücklicherweise war niemand sonst im Auto mitgefahren.

So wurde Wrack überhaupt bemerkt

Unterdessen trafen die Freiwillige Feuerwehr Volkmarsen und die Polizei am Unfallort ein. Der verletzte Fahrer war derweil vom Schock in einen Zustand hinüber geglitten, in dem er die Schmerzen aufgrund der Verletzungen spürte und zu stöhnen begann.

„Der Fahrer hatte richtig Glück gehabt“, betont der Taxifahrer. Schließlich sei das Autowrack in der Dunkelheit wegen der Leitplanke nicht zu sehen gewesen. Nur durch den Lichtschein eines Scheinwerfers habe er überhaupt wahrgenommen, dass auf dem Feld möglicherweise ein Auto lag.

Folgen für den Unfallfahrer

Für den Taxifahrer war es das erste Mal, dass er als Ersthelfer in Aktion treten musste. Und das tat er besonnen, zügig und praktisch wie im Lehrbuch beschrieben.

Der 27-jährige Unfallfahrer aus Bad Arolsen war laut Polizeibericht um 3.22 Uhr von Volkmarsen mit seinem Mazda unter Alkoholeinfluss und mit nicht angepasster Geschwindigkeit in den Kreisel gefahren und auf den Erdwall geprallt. Der Pkw wurde hoch katapultiert, flog nach rechts über die Leitplanke gut 30 Meter aufs Feld und blieb zertrümmert liegen. Der Fahrer wurde zur Behandlung ins Krankenhaus Korbach gebracht. Nach einer Blutprobe wurde der Führerschein sichergestellt.

So wird gewarnt

Dies war der zweite von der Polizei protokollierte Unfall in diesem Jahr im Kreisel bei Volkmarsen. Vor einem Monat war ein ebenfalls betrunkener Autofahrer mit seinem Wagen auf die durch Warnbaken gesperrte Spur mitten durch den Kreisel gefahren und dann gegen eine Leitplanke geprallt.

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