Wechsel an der Spitze des Arbeitskreises

Thomas Neutze ist neuer Vorsitzender der "Rückblende" in Volkmarsen

Neuer Vorsitzender des Arbeitskreises „Rückblende - Gegen das Vergessen“ Volkmarsen ist Thomas Neutze (hinten, 3. von links). Unser Bild zeigt ihn mit dem langjährigen Vorsitzenden und Mitbegründer Ernst Klein (hinten, rechts), den Stellvertretern Arno Walprecht (rechts) und Joachim Gerritzen (hinten links), dem Kassierer Manfred Flore (3. von rechts), der Schriftführerin Susanne Buxan (4. von rechts), ihrem Stellvertreter Niklas Keim (2. von l inks) sowie dem langjährigen Vorstandsmitglied Brigitte Klein (links) und dem Ehrenmitglied Agnes Claus. Foto: Armin Haß

Wechsel an der Spitze des Arbeitskreises „Rückblende - Gegen das Vergessen“: Nach fast einem Vierteljahrhundert hat Vorsitzender Ernst Klein bei den Neuwahlen nicht mehr kandidiert. Thomas Neutze wurde in geheimer Wahl mit großer Mehrheit zum Nachfolger gewählt.

Volkmarsen – Der 62-Jährige ist Mitbegründer des Vereins und war in der Anfangszeit bereits Vorsitzender und Stellvertreter. Nach der Ära Klein gebe es zwar eine Zäsur sagte der als Stadtverordneter aktive Selbstständige, doch der Vorstand sei um eine Kontinuität bemüht.

Das wurde erreicht

Als stellvertretende Vorsitzende wurden Arno Walprecht und Joachim Gerritzen in ihren Ämtern bestätigt. Kassierer ist Manfred Flore, Schriftführerin Susanne Buxan, ihr Stellvertreter Niklas Keim.

Der zum Ehrenvorsitzenden ernannte Klein resümierte, dass eine gute Basis für die weitere Arbeit des Vereins bestehe. Dabei rückte er neben den guten Verbindungen zu jüdischen Familien in verschiedenen Ländern, deren Vorfahren aus Volkmarsen und der Region stammen, den Kauf und die Umgestaltung des Hauses Steinweg 24 mit der über 500 Jahre alten Mikwe in den Mittelpunkt.

Wichtige Anerkennung

Bürgermeister Hartmut Linnekugel, zugleich langjähriges Mitglied des Arbeitskreises, würdigte den Einsatz des mit dem Ehrenamtspreis des Landes ausgezeichneten Ernst Klein. Und er sprach die Hoffnung aus, dass die Anerkennung für den Arbeitskreis in der Bevölkerung zunehme.

Die Inhalte des kürzlich in der Stadtverordnetenversammlung - gegen die Stimmen der AfD - verabschiedeten Hessischen Plädoyers für ein solidarisches Zusammenleben würden in dem Verein vorgelebt.

Neue Einnahmequellen sichern

Historikerin Dr. Marion Lilienthal (Gedenkportal Korbach) würdigte den Einsatz in dem Arbeitskreis gegen Rassismus, Antisemitismus und für Demokratie. Karl-Heinz Stadtler hob die enge Zusammenarbeit der Volkmarser mit dem Förderkreis Synagoge Vöhl hervor.

Die Rückseite des Gustav-Hüneberg-Hauses. Foto: Armin Haß

Kassierer Manfred Flore mahnte, dass neue Einnahmequellen für die Sicherstellung der Aufgaben und den Betrieb des Gustav-Hüneberg-Hauses (Steinweg 24) gefunden werden müssten, ein Weg sei mit einem Crowdfunding im Internet begonnen worden. Nach den erheblichen Ausgaben in Höhe von 264 000 Euro für den Kauf des Hauses, denen auf der anderen Seite großzügige Spenden sowie öffentliche Zuschüsse gegenüber standen, stehe der Verein mit gut 12 000 Euro noch im Minus, das jedoch im November abgebaut werde.

 Geplante Investitionen

Weitere Investitionen werden für einen Aufzugsturm hinter dem als  Geschichtswerkstatt und Begegnungsstätte eröffneten Haus notwendig sein. Für die Medienstation, mit der auch gehbehinderte das Haus mit dem jüdischen Ritualbad anhand von Bildern und Beschreibungen erkunden können, stehen Zuschüsse aus dem LEADER-Programm in Aussicht. 

Aktive des Arbeitskreises Rückblende am jüdischen Ritualbad in Volkmarsen mit Bezirkskonservator Dr. Bernhard Buchstab. Foto: Armin Haß

Für einen langfristigen Betrieb müssten öffentliche Gelder fließen, sagte Flore. Damit sei nicht allein die Stadt gemeint. Schließlich sei auch das Land angesprochen, das das mit dem Hessischen Denkmalpreis ausgezeichnete Hüneberg-Haus als außerschulischen Lernort nutze, wie der langjährige Vorsitzende Ernst Klein feststellte.

Wichtige Arbeit geleistet

In der Jahreshauptversammlung gab  es auch Anlass, verdiente Mitglieder zu ehren: So wurde die frühere Kassiererin Agnes Claus zum ersten Ehrenmitglied des Arbeitskreises ernannt.

Der neu gewählte Vorsitzende Thomas Neutze zeichnete zudem Brigitte Klein aus, die in 20 Jahren Vorstandsarbeit und auch privat die Arbeit ihres Ehemanns unterstützt hatte.

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