Amt quasi vom Vater "geerbt"

Eine Institution in Lütersheim: Hartmut Fischer ist seit 30 Jahren Ortsvorsteher

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30 Jahren Ortsvorsteher von Lütersheim: Hartmut Fischer hat das Amt quasi von seinem Vater Heinrich das Amt geerbt, der das Amt 42 Jahre inne hatte.  

Kaum einer kennt Lütersheim und die Lütersheimer so gut wie ihr Ortsvorsteher von Lütersheim. Hartmut Fischer übt dieses Amt schon seit 30 Jahren aus.

Quasi geerbt hat er es von seinem Vater Heinrich Fischer, der 1948 als damals jüngster Bürgermeister im Waldecker Land gewählt wurde. Mit der kommunalen Neugliederung wurde aus dem Bürgermeister der Ortsvorsteher. Und der hieß in Lütersheim bis 1989 Heinrich Fischer. Seitdem Hartmut Fischer.

Ein kurzes Intermezzo von zehn Monaten unterbrach die Familiensaga, als der FDP-Stadtverordnete Hartmut Fischer in den Magistrat gewählt wurde. 

Die Hessische Gemeindeordnung sieht nicht vor, dass ein Ortsvorsteher gleichzeitig als Mitglied der Stadtregierung dem Magistrat angehört.

Dorfgemeinschaftshaus saniert

Und was gehört zu den Aufgaben eines Ortsvorstehers? In Lütersheim beginnt die Liste beim Streitschlichten auf dem Spielplatz und reicht bis zum Klinkenputzen im Rathaus für diese und jene Kleinigkeit im Dorf.

„Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und allen Bürgermeistern verlief immer reibungslos“, versichert Fischer. Hoch her ging es höchstens mal im Stadtparlament, als 1997 über die Sanierung und Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses von Lütersheim beraten und gestritten wurde. Die Abstimmung fiel damals ganz knapp 16 zu 15 aus.

„Danach haben wir sofort mit den Umbauarbeiten begonnen, auch um Fakten zu schaffen“, erinnert sich Fischer. Und die Strategie ging auf: „Das Dorfgemeinschaftshaus ist immer noch wichtiger Treffpunkt im Dorf. Vereins- und Familienfeiern werden hier abgehalten.

Stolz sind die Lütersheimer auch auf ihren neuen Dorfplatz. Der entstand dort, wo ein sein langem leer stehendes Fachwerkhaus abgerissen wurde. Der Sandsteinsockel blieb erhalten. 

In der Mitte aber entstand ein hölzerner Unterstand mit Satteldach. Hier traf sich im Sommer das Dorf zu einem Kinoabend.

Abends mit der Aktentasche von haus zu Haus

„An lauen Sommerabenden ist hier immer ‘was los. Das ist wichtig für die Kommunikation und den Zusammenhalt im Dorf“, bekräftigt der Ortsvorsteher.

Kommunikation lief früher natürlich noch ganz anders: In seiner Kindheit war sein Vater Heinrich der Einzige, der ein Telefon hatte. Das war quasi ein öffentliches Telefon. 

Wenn der Tierarzt gerufen werden musste, oder wenn Kränze für eine Beerdigung benötigt wurden, war es selbstverständlich, dass man beim Ortsvorsteher anklopfte.

Ebenso selbstverständlich war es drei Jahrzehnte lang für Hartmut Fischer, dass er dass er nach Feierabend mit der Aktentasche durchs Dorf zog und wichtige Dinge mit den Bürgern besprach.

Seit 1. Juli ist der langjährige Regierungsdirektor beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen im Ruhestand. Seitdem hat er zwar mehr zeit für sein Amt, aber aber auch mehr Zeit für sich und die Familie. Die beiden Enkel sind seine ganze Freude und mit dem neuen E-Bike ist er häufig unterwegs.

Nächstes großes Projekt: 900-Jahr-Feier

Nächstes großes Projekt ist die 900-Jahr-Feier, die Lütersheim am 29. und 30. August 2020 begehen will. Das Vorbereitungsteam, dem der Ortsvorsteher natürlich auch angehört, lädt am Sonnabend, 19. Oktober, um 19.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung ins Dorfgemeinschaftshaus ein. 

Hartmut Fischer: „Dann wollen wir die bisherigen Pläne vorstellen und uns die Zustimmung der Lütersheimer holen. Außerdem hoffen wir auf weitere Anregungen und die Zusage zur Mitarbeit. Am Ende soll es heißen: „Wir, das Dorf, machen das!“

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