Volkmarser Karnevalisten hatten den hessischsten aller Kabarettisten eingeladen

Maddin babbelt bausenlos

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Volkmarser Karnevalisten hatten den hessischsten aller Kabarettisten eingeladen.

Volkmarsen. Wer indisches Ambiente auf der Bühne erwartet hatte, sah sich getäuscht: „Meister Maddin“, alias Martin Schneider, absolvierte sein zweistündiges Bühnenprogramm in schlichtem Hemd und Alltagshose gekleidet und vor rabenschwarzer Kulisse.

Das war auch gut, denn so stand seine ausgeprägte Mimik im Mittelpunkt und das Publikum folgte konzentriert den Anweisungen des Yoga-Meisters aus „Boggholzhaausen“. Das liegt zwischen „Obbä-Äälebach“ und „Köbbään“. Also, Burgholzhausen liegt zwischen Ober-Erlenbach und Köbbern.

Urgeschichtlich gibt es laut Maddin einen Zusammenhang zwischen Hessen und Indien, weil beide einst derselben Erdplatte angehörten und später durch „Kondinendaalväschiebung“ auseinander gedriftet seien. Nicht nur geowissenschaftliche Nachhilfe gab der Comedian seinem Publikum. Inspiriert von Yoga-Weisheiten trainierte er mit dem Publikum Kraft spendende Übungen für frische Energie: An einem langen, anstrengenden Tag zwischendurch mal aufstehen und laut und mit ausdrucksvoller Geste „Schurri“ rufen.

Der Ausruf ist laut Schneider indischen Ursprungs, öffnet das Wurzelchakra und lockert die Stimmung, zum Beispiel beim Gottesdienst oder in der Arbeitssitzung. In diesem Zusammenhang ist es für die Volkmarser Magistratsmitglieder vielleicht gut zu wissen, dass Bürgermeister Linnekugel anwesend war. Vielleicht führt er die Übung bei der nächsten Stadtverordnetenversammlung mal durch.

Spielend schaffte „Maddin“ den Übergang von den Weisheiten seiner „Omma“ (Du kannst Dich drehen, so lange Du willst - Der Hintern bleibt immer hinten) über sein „Casting“ bei der Bundeswehr („Ob ich kommen will? Mit Übernachtung?“) bis zur Frage, ob hier jemand ist, der Kamasutra macht. „Kamamamache“.

Für das lachpausenfreie Programm, bei dem das Publikum oft eingebunden war, erntete der hessische Dialekt-Guru Schurri-Raketen, die von den vielen Karnevalsfans im Zuschauerraum ausgingen und schnell auf den ganzen Saal übergriffen.

Die Volkmarser Karnevalsgesellschaft hatte den südhessischen Künstler in die Nordhessenhalle geholt und war von seiner freundlichen und zugänglichen Art begeistert.

Nach einer Autogrammstunde und zahlreichen Handyfotos der Fans mit „Meister Maddin“ wurden die „enerscheisden“ Zuschauer mit dem frisch gedruckten Karnevals-Flyer in das zweite Adventswochenende entlassen.

Schon am 28. Januar um 20.11 Uhr startet an selber Stelle die heiße Karnevalsphase mit der Prinzenproklamation und der Verleihung des Pannemanns.

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