Anlaufstelle für Mädchen

Mädchenbus ist seit 20 Jahren unterwegs im Landkreis - Jetzt wird die Finanzierung infrage gestellt

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Soziales Projekt auf vier Rädern: seit zwanzig Jahren steuert der „Mädchenbus “ den Parkplatz an der Erpetalhalle an.

Volkmarsen-Ehringen. Er rollt und rollt: seit zwanzig Jahren bietet der Mädchenbus Nordhessen eine Anlaufstelle für Mädchen und junge Frauen. Doch nun scheint die Finanzierung nicht länger gesichert.

In Waldeck-Frankenberg, Kassel und Schwalm-Eder hat das Projekt weit mehr als 5000 Mädchen zwischen acht und achtzehn Jahren erreicht. Neun Dörfer von Wrexen bis Rosenthal stehen im Landkreis auf dem Fahrplan. 

Seit der Gründung steuert das Mädchenbus-Team zweimal im Jahr auch den Parkplatz an der Ehringer Erpetalhalle an. Dort werden die teils ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen stets sehnsüchtig erwartet, wie Ortsvorsteher Gottfried Henkelmann von seinen Töchtern und Enkelinnen weiß. 

Gesteuert wird der 45 Jahre alte Busveteran von Projektleiterin Sabine Schreiner und Sophie Pickan, die für die jüngsten Besucherinnen diesmal viele tolle Sachen zum Verkleiden mitgebracht haben.

 Spiele sind im Mädchenbus immer an Bord, während für die Größeren das Thema Zukunft und Berufswahl im Vordergrund stehen. Von Ernährung bis Gesundheit: „Der Bus deckt das gesamte Beratungsangebot ab“, erklärt die ehrenamtliche Vorsitzende des Projekts, Regina Mangold. 

Vor allem aber hat das Team immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Mädchen, die wissen, dass sie die Mitarbeiterinnen auch außerhalb der Buszeiten erreichen können. Der gleichbleibend hohen Resonanz gegenüber steht die Sorge um das Fortbestehen des Projekts „Mädchenbus Nordhessen“. 

Zurzeit werden die gröbsten Kosten noch über eine Basisförderung des Landes Hessen mit einem Zuschuss des Landkreises abgedeckt. Das reicht für zwei Personalstellen über den Sommer. Kleinere Orte wie Herbsen mussten indes vom Fahrplan gestrichen werden. 

Überdies laufe die Förderung im nächsten Jahr aus, bedauert Regina Mangold. Hilfreiche Unterstützung leisten lediglich einzelne Kommunen, darunter die Stadt Volkmarsen, die in diesem Jahr erneut einen freiwilligen Zuschuss für den Mädchenbus bereitgestellt hat.

 „Das ist Präventionsarbeit, da zahlt sich jede Unterstützung aus“, ist Bürgermeister Hartmut Linnekugel überzeugt. Gemeinsam mit Gottfried Henkelmann hofft er, dass der Bus noch oft in Ehringen Station macht.

(Von Sandra Simshäuser)

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