Landgericht Kassel

Nach Brand in Lütersheim: Haus des Opfers muss abgerissen werden - Bewohner brutal erschlagen?

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14 Monate nach dem Lütersheimer Rentners und der anschließender Brandstiftung wird das moderne Holzhaus in diesen Tagen abgerissen, weil es durch den Brand unbewohnbar geworden ist.

Er soll einen Rentner in Nordhessen ermordet und dessen Haus angezündet haben. Jetzt muss das Haus in Volkmarsen-Lütersheim abgerissen werden.

  • Mord in Volkmarsen-Lütersheim im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Nordhessen.
  • Mitte November wurde ein Toter in einem Brandhaus gefunden - er soll ermordet worden sein.
  • Jetzt ist der Prozess am Landgericht Kassel gestartet.
  • 39-Jähriger vor Gericht: Die Beichte kam im Polizeiwagen.
  • Angeklagter und Opfer sollen eine Beziehung miteinander gehabt haben.

Update, 12.02.2020, 15.05 Uhr: Seit dem 30. Januar läuft am Landgericht Kassel der Prozess wegen des Verdachts des Mordes und der besonders schweren Brandstiftung gegen einen 39-jährigen Mann aus Fulda. Bis zum 23. April sind insgesamt zehn Prozesstage angesetzt. 

Ihm wird vorgeworfen in der Nacht zum 20.11.2018 in Volkmarsen-Lütersheim einen Rentner in seinem Haus ermordet und danach das Haus in Brand gesteckt zu haben.

Lütersheim: Kriminalpolizei hat kurz nach der Tat bereits die Spuren gesichert

Unmittelbar nach der Entdeckung der Tat hatte die Kriminalpolizei das Gelände mit einem Zaun versehen lassen, um den Tatort ungestört nach Spuren untersuchen zu können. Danach war das Haus mit einem klaffenden Loch im Dach über viele Monate ungeschützt der Witterung ausgesetzt. 

Lütersheim: Haus des Opfers muss abgerissen werden

Baufachleute ahnten schon nach dem Löscheinsatz, dass die Holzkonstruktion, die große Mengen von Löschwasser abbekommen hatte, nicht mehr bewohnbar sein würde. 

So wird das Gebäude nun fachmännisch abgetragen. Sauber getrennt nach den verwendeten Baustoffen werden die Gebäudebestandteile entsorgt. Unterdessen wird die juristische Aufarbeitung des Falles beim Landgericht in Kassel fortgesetzt. 

Update, 31.01.2020, 10.21 Uhr: Der Angeklagte soll am 9. Dezember 2018 auf der Fahrt von Korbach zum Polizeipräsidium in Kassel ein Geständnis abgelegt haben. Einer der damals anwesenden Beamten sagt aus, dass der 39-Jährige wohl Vertrauen zu ihm gefasst und etwa Folgendes gesagt habe: "Um Mitternacht ist es halt dann passiert, ich bin´s gewesen". Der Angeklagte aus Fulda sei auch darauf hingewiesen worden, dass er sich nicht selbst belasten müsse, habe aber einfach immer weiter geredet.

Mord in Lütersheim: Beichte im Polizeiwagen

Bisher hat der Angeklagte selbst kein Wort gesagt. Sein Verteidiger versucht, die Aussagen der Kriminalbeamten zu verhindern - dies allerdings vergeblich. Über die Frage, ob diese Angaben im Prozess verwendet werden dürfen, ist noch nicht entschieden worden.

Darüber hinaus schildert der Beamte die Tatnacht* und rekonstruiert diese aus den Aussagen des 39-jährigen Fuldarers. Dabei kommt heraus, dass Angeklagter und Opfer anscheinend eine Beziehung miteinander hatten.

Erstmeldung, 27.01.2020, 12.26 Uhr: Mord und Brandstiftung wirft die Staatsanwaltschaft einem 39-jährigen Mann vor, der in der Nacht zum20. November 2018 in Volkmarsen-Lütersheim einen 79-Jährigen erschlagen und dann dessen Haus angezündet haben soll.

Am Montag (27.01.2020) hat vor der 10. Strafkammer des Kasseler Landgerichts die Verhandlung gegen den in Vacha (Thüringen) geborenen Mann begonnen.

Mord in Lütersheim: Angeklagter hält sich am Landgericht Kassel bedeckt

Bei einem Brand in Lütersheim Mitte November ist ein Mann ums Leben gekommen: Später stellte sich heraus, dass es Mord war - jetzt hat der Prozess begonnen.

Der Angeklagte im Mord von Lütersheim ist ein großer schlanker Mann mit kurzen braunen Haaren, der mit zögernden Schritten den Gerichtssaal am Landgericht Kassel betritt, sich auf die Anklagebank setzt und sofort die Augen hinter der rechten Hand verbirgt, die den gesenkten Kopf stützt. Wenn Richter Robert Winter ihn anspricht, schüttelt er nur den Kopf und verweist auf seinen Verteidiger.

Mord in Lütersheim: Staatsanwältin schildert brutales Geschehen

Staatsanwältin Julia Beinroth schildert in ihrer Anklage ein äußerst brutales Geschehen. Danach war der Angeklagte am Nachmittag des 19. November 2018 zum Haus des 79-Jährigen in Lütersheim gefahren und hatte auf einem nahen Feldweg mehrere Stunden gewartet. Er sei damals in finanziellen Schwierigkeiten gewesen und habe Geld und Wertgegenstände aus dem Haus stehlen wollen.

Mord von Lütersheim: Angeklagter geriet mit Bewohner in Streit und schlägt zu

Vermutlich gegen 20 Uhr, so die Anklägerin, sei er in das Haus in Lütersheim eingedrungen und noch im Flur mit dem Bewohner in einen handfesten Streit geraten. Dabei habe der Angeklagte den anderen mit der Faust zu Boden geschlagen. Beim Sturz schlug er mit dem Kopf auf einen Feuerlöscher und blieb benommen auf dem Rücken liegen.

Mord von Lütersheim: Bewohner stirbt an einem Schädelbruch

Der Angeklagte soll sein Opfer kurz gewürgt und dann mit einer Schreckschusspistole mehrfach auf dessen Kopf eingeschlagen haben. Der 79-jährige Mann aus Lütersheim konnte sich nur noch schwach wehren, erlitt einen mehrfachen Schädelbruch und verstarb, wie wlz-online.de* berichtet.

Lütersheim: Anklage wirft dem 39-Jährigen Mord aus Habgier vor

Anklägerin Beinroth beschuldigte den Angeklagten, den Tod des alten Mannes bewusst herbeigeführt und sich daher des Mordes aus Habgier und zur Vertuschung einer Straftat schuldig gemacht zu haben. Anschließend soll der Angeklagte Kredit- und Geldkarten des Toten an sich genommen haben, Handy, Computer und sechs Buschtrommeln wurden mit einer Schubkarre zum Auto gebracht. Mit den Geldkarten wurden später in Kassel und Fulda Einkäufe im Wert von über 3000 Euro getätigt.

Brandstiftung nach dem Mord in Lütersheim: Der Angeklagte soll nach der Tat das Feuer gelegt haben

Aus einem mitgebrachten Benzinkanister soll der Angeklagte dann an mehreren Stellen des Hauses und am Auto des Toten in der Garage Benzin verschüttet und an mindestens fünf Stellen angezündet haben.

Video: 79-Jähriger nach Brand im Haus gefunden - Tötungsdelikt?

Von Thomas Stier

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