Ein Volkmarser mimt ihn ganz traditionell

Nikolaus: Echt nur mit Bischofsstab

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Sein Vorbild ist der Nikolaus von Myra: Markus Kremper aus Volkmarsen im Bischofsgewand sowie mit Stab und Mütze.

Volkmarsen. Wenn der Nikolaus am 6. Dezember auch bei uns in Waldeck-Frankenberg unterwegs ist, freuen sich vor allem die Kinder. Zumeist hat er Leckereien oder andere Geschenke in seinem großen Sack. Eine klare Vorstellung haben die Jüngsten auch von ihm: Roter Mantel, weißer Bart – eben wie im berühmten Werbespot von Coca-Cola.

Von diesem Outfit hält Markus Kremper aus Volkmarsen allerdings gar nichts. Er verkörpert den Nikolaus ganz traditionell, und das schon seit 35 Jahren. Stets kommt er im Bischofsgewand samt Stab und Mütze daher. 

"Wenn man den dicken Mann aus der Coca-Cola-Werbung Weihnachtsmann nennt, ist das eine Sache", sagt Kremper. Der echte Nikolaus aber müsse ein Bischof sein, so wie das Vorbild, der Nikolaus von Myra. 

Ohne Knecht Ruprecht 

Seit 35 Jahren ist der auch als Sitzungspräsident im Karneval bestens bekannte Kremper schon als Nikolaus unterwegs. Damals kam er über die Katholische Junge Gemeinde (KJG) zu seinem Amt als Würdenträger im Advent. „Mein erstes Gewand hat mir meine Mutter genäht“, erinnert sich Kremper. Mit der Bischofsmütze, dem Bischofsstab und natürlich mit einem Bart, der große Teile des Gesichts verdeckt, wirkt der stattliche Bischof Kremper wirklich respekteinflößend. Aber Angst einjagen will er den Kindern, die er besucht, natürlich nicht. 

„Früher war immer ein grimmiger Knecht Ruprecht mit dem Nikolaus unterwegs. Das mache ich aber nicht. Ich bin ein lieber Nikolaus, der den Kindern zuhört und sie lobt, wenn sie ihr Lied gesungen oder Gedicht aufgesagt haben.“ Aber ein bisschen respektvolle Zurückhaltung seitens der Kinder gehört natürlich schon zum Nikolaus-Besuch. Meistens stecken die Eltern dem Nikolaus schon an der Haustür einen Zettel mit Geschichten über die Kinder zu. 

Die Großen kennen sich aus

Die kommen ins goldene Buch und dienen als Gesprächsgrundlage. Oft haben sich zwei, drei oder mehr Familien zusammengetan, sodass dann am Nikolausabend eine ganze Kinderschar aufmerksam das Geschehen verfolgt und sich gegenseitig Mut macht. Kritisch wird die Lage manchmal, wenn auch ein paar Zehnjährige in der Gruppe hocken und den Kleineren vorführen wollen, dass sie sich mit dem Nikolaus auskennen. „Am schönsten ist es, den Nikolaus vor kleinen Kindern zu mimen, die noch voll von ungetrübtem Glauben an den Nikolaus sind. Deren leuchtende Augen sind dann das Schönste“, schwärmt Markus Kremper. 

An der Stimme erkannt 

Er selber hat auch schöne Erinnerungen an seine ersten Begegnungen mit dem Nikolaus: „Ich war immer sehr beeindruckt von unserem Nikolaus, bis mir irgendwann auffiel, dass der Nikolaus mit der Stimme vom Onkel sprach.“

Was eine Sozialpädagogin über Begegnungen mit dem Nikolaus sagt, lesen Sie in der WLZ am 6. Dezember 

 

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