Rewe-Händler würde nicht noch mal bestellen

Ist das wirklich lecker? Nutella in Eimern gibt es auch in der Region

Ein Edeka-Händler vom Niederrhein erlebte einen Ansturm auf seine Drei-Kilo-Nutella-Eimer. Dabei kann man die Nuss-Nougat-Creme in XXL-Größe auch im Rewe in Volkmarsen und anderswo kaufen.

Fast hätte Tobias Faustmann aus Volkmarsen einen Internet-Hit gelandet. Seit zwei Wochen verkauft der Rewe-Händler Nutella in Drei-Kilo-Eimern. Im Netz sprachen in den vergangenen Tagen jedoch alle über einen Edeka-Kaufmann aus Neukirchen-Vluyn am Niederrhein, dem die Kunden die Nuss-Nougat-Creme in XXL-Größe aus den Händen rissen.

In Volkmarsen standen am Donnerstag von sechs Eimern, die Faustmann geordert hatte, noch drei im Regal. Das spricht für die Kunden in der Region, denn besonders vernünftig ist es nicht, Nutella im Vorratspack zu kaufen. Am Niederrhein kostete ein Eimer knapp 30 Euro. Im Rewe in Volkmarsen gibt es ihn für 21,99 Euro, was aber immer noch deutlich teurer ist, als wenn man ein 750-Gramm-Glas für 3,79 Euro kaufen würde (Kilo-Preis: 5,05 Euro).

Faustmann ahnte schon, dass sein Experiment scheitern würde: "Die Bestellung war gewagt. Der Kunde spart nichts. Andererseits ist Nutella kult." Das kann man wohl sagen. Bei Facebook findet man viele Posts von Fans, die ihren Einkauf in Neukirchen dokumentierten. Selbst aus Belgien reisten manche an. Auch unsere Leser waren begeistert. Eine Frau schrieb bei Facebook in hungriger Vorfreude, dass sie den Eimer am Ende mit der Hand auskratzen werde.

Um dieses seltene Gefühl zu erleben, müsste sie gar nicht bis nach Volkmarsen oder gar an den Niederrhein fahren. Während Rewe-Händler Faustmann die Eimer bei einer österreichischen Agentur bestellte, gibt es sie für Großkunden etwa in jedem Metro-Markt. Die Drei-Kilo-Packungen, die im Netz zur Sensation wurden, sind also gar nichts Besonderes. Der Hype zeigt jedoch einmal mehr, wie sehr die Deutschen die Nuss-Nougat-Creme lieben, die der italienische Hersteller Ferrero 1965 hierzulande auf den Markt brachte.

Daran können auch all die negativen Schlagzeilen der vergangenen Jahre nichts ändern. Verbraucherschützer warnten vor zu viel Zucker und Fett. Nachdem Ferrero im vorigen Jahr seine Rezeptur änderte, stieg der Zuckergehalt von 55,9 auf 56,3 Prozent. Und Greenpeace nannte Nutella nur die "schmutzige Schokolade", weil Ferrero bei der Ernte von Haselnüssen und Kakao Kinder arbeiten lasse und Palmöl-Monokulturen den Regenwald gefährdeten.

Doch wenn etwas gut schmeckt, lässt sich der Mensch ungern den Appetit verderben. Auch Rewe-Händler Faustmann streicht sich die Creme regelmäßig aufs Brot. Von den Drei-Kilo-Packungen hält er allerdings nichts: "Es ist kein Glas, sondern nur ein billiger Plastikeimer. Ich würde es nicht noch einmal bestellen."

Alternativen zu Nutella

In Supermarktregalen steht längst nicht mehr nur Nutella. Es gibt zahlreiche Produkte, die gesünder und nachhaltiger sein sollen. Das hat jedoch seinen Preis. Viele Veganer schwören auf Bionella von Rapunzel. Die Bio-Marke ersetzt das Milchpulver durch Süßlupinenpulver. Ohne Palmöl kommt Bionella allerdings auch nicht aus, immerhin soll es aus biologischem Anbau stammen und fair gehandelt sein. Für 400 Gramm bezahlt man 3,99 Euro, der Kilo-Preis beträgt 9,98 Euro.

Ebenfalls bio und rein pflanzlich ist die Keimling Vegane Schokocreme, die aber sogar ohne Palmöl auskommt. Der Industriezucker wird durch Agavendicksaft ersetzt. Das 350-Gramm-Glas gibt es für 8,95 Euro (Kilo-Preis: 25,57).

Eine weitere Alternative stammt aus der DDR. Im real existierenden Sozialismus war Nudossi so beliebt wie ein Trabbi. Seit Kurzem gibt es die Ost-Marke auch im 2,99 Euro teuren Glas (Kilo-Preis: 9,96) und ohne Palmöl. Bio und Fair-Trade ist das jedoch nicht.

Die Online-Plattform Utopia hat acht Nutella-Alternativen getestet.

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