Den Volkmarsern stikt‘s

Protest gegen geplante Anlage zur Klärschlammverbrennung in Volkmarsen

Volkmarser protestieren gegen die geplante Anlage zur Klärschlammtrocknung im Bereich der Logistikzentren. Sie fürchten die Geruchsbelästigung.
+
Volkmarser protestieren gegen die geplante Anlage zur Klärschlammtrocknung im Bereich der Logistikzentren. Sie fürchten die Geruchsbelästigung.

Die Planungen für den Bau einer Anlage zur Klärschlammtrocknung im Bereich der Volkmarser Logistikhallen stoßen auf den Widerstand verärgerter Bürger. Sie fürchten vor allem die Geruchsbelästigung in den Wohngebieten, die genau in Hauptwindrichtung liegen.

Volkmarsen - Aber auch die Sorge vor einer möglichen Aufrüstung der Anlage für die Verbrennung der Klärfeststoffe lässt die Volkmarser nicht ruhen. Damit verbunden wären womöglich weitere Abgas und Feinstäube.

Bei einem Termin im Rathaus trugen vier Vertreter der neuen Protestbewegung ihre Sorgen beim Bürgermeister vor. Anschließend hatte die Gruppe zum Pressegespräch an die mögliche Baustelle im Bereich der Logistikhallen gebeten.

Keine neue Quelle für Gestank schaffen

Seine Motivation zum Protest formulierte Gerard Kluckhuhn so: „Volkmarsen musste jahrzehntelang mit einer Borstenzurichterei leben, in der verwesende Tierabfälle zu Bürsten verarbeitet wurden.“ Dieser Gestank sei zum Glück seit Jahren aus der Altstadt verbannt. Eine neue Quelle für Geruchsbelästigung wolle in Volkmarsen niemand vor der Haustür haben.

Hinzu komme, dass die Anlage zur Klärschlammtrocknung nicht nur den regionalen Bedarf decke, sondern wahrscheinlich auch Klärschlämme aus dem ganzen Kreisgebiet aufnehmen solle. Das könne nicht im Sinne der Volkmarser sein.

Kaum Nutzen für die Stadt

Profitieren würden nur die Betreiber der Biogasanlage, deren hohe Einspeisvergütung bald auslaufe und die deshalb nun auf der Suche nach einer zweiten Einnahmequelle seien. Dabei stinke auch die Biogasanlage schon genug, wenn diese neu befüllt werde. Schließlich sei der Nutzen für die Stadt durch die neue Anlage verschwindend gering. Wahrscheinlich werde nur ein einziger Arbeitsplatz geschaffen.

Carina Scharif Arani, selber Bewohnerin des Wohngebietes am Scheid, machte deutlich, dass es derzeit gute Chancen gebe, die Planungen zu stoppen. Aktuell laufe nämlich ein Verfahren zur Umwandlung des geltenden Bebauungsplanes von einem Gewerbegebiet in ein Industriegebiet. Im Rahmen dieses Planverfahrens hätten die Bürger Gelegenheit, ihre Bedenken gegen die Planung zu formulieren.

Kontaktadresse für Muster-Widerspruch

Umfassende Informationen zum Thema sowie ein Musterschreiben zur Formulierung eines Widerspruchs könnten per E-Mail abgerufen werden.

Die Adresse lautet: VolkmarsenGegenKlaerschlammanlage@gmx.de - Sämtliche Einsprüche müssten bis zum 27. Oktober im Rathaus vorliegen. (Elmar Schulten)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare